Band 
Zweyter Theil [5].
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Ackermann.

Ackermann.

Leipzig lebte. Nach ihm stach C. RomstLdt dasDildniß des Hallenser Gottesgelehrten A. C.Schubart in Fol.

Ackermann (Ferdinand), der Sohn einesHandelsmanns, wurde um 1778 zu Mainz ge-boren. Er lernte auch dort (so viel uns erin-nerlich , bey dem alten Schneider) die Landschaft-malercy, ging.dann nach Paris , wo er einender vielen Schüler Davids abgab und sich derHistorie befliß, bey seiner Zprückkunft aber sichwieder mit der Landschaft beschäftigte. In 1814besuchte er auch Rom , verweilte dort aber nurkurze Zeit, und befand sich schon i 8 i 5 wiederzu Frankfurt am Main , seinem Wohnorte. Irrigsetzt Mensel ihn nach Aschaffenburg , woer nie einheimisch war. Diesem Schriftstellerzufolge ist Ackermann Hofmaler des vormalPenGroßherzogs von Frankfurt gewesen. DasTub.Morgenbl. 1808, S- 284, spricht von dessenArbeit, welche man in gedachtem Jahre zu Frank-furt bey Gelegenheit der Einweihung des dorti,gen Museums aufgestellt fand. Und I. 0. 1814S. 1060, heißt er (wahrscheinlich gleich nachseiner Rückkehr aus Welschland) Landschafts-maler aus Rom , und sah man in dem Frank-furter-Salon desselben Jahres von ihm Arbei-ten, die, so viel uns bekannt ist, dem H. Staats-rathe Bethmann zugehörten. Er lebte noch inFrankfurt 1822, und sah man von ihm aufder Kunstausstellung zu Mainz d. I. eine mitSorgfalt und dem zartesten Pinsel ausgeführteWinterlandschaft; ein Morgen, »der uns mitdem frisch gefallenen Schnee der Nacht lockerentgegen glänzte." Mainz . Zeit. 21. May.

— — (Michael), ein Steinmetzgeftlle, der1672 zu Dresden conditionirte. ^0.

— — (Rudolph), einer der angesehenstenKupferstichverleger und Kunsthändler unserer Tagezu London , selbst Künstler und sonst vielfachverdienter Mann, geb. 1764 zu Stollberg imSächsischen Erzgebirge (». I,. zu Schneeberg inSachsen ). Von seinem ältesten Bruder Fried-rich theils in des Vaters (eines Sattlers undWagenbauers) Beruf, dann aber auch in derZeichcnkunst unterwiesen, vervollkommnete er inbeydem sich noch mehr auf seiner 1^82 begon-nenen Wanderschaft, die ihn nach Hüningen zudem damals berühmten Wagenmacher Martergeführt hatte, bey dem er zwey Jahre verweilte.AIs er jedoch 1784 nach Paris kam und einengewissen Anton Carrossi kennen lernte, der wegenseines entschiedenen Talentes zu Zeichnungen undErfindungen von Equipagen in hohem Ansehenstand, so sah er wohl ein, wie sehr er noch inder Kunst zurückgeblieben sey Da nun Acker-mann allmählig einen Widerwillen gegen denEattlerberuf faßte, und sein Bestreben dahinging, sich immer mehr von demselben unabhän-gig zu machen, und da er ferner durch ein spar-sam geführtes ordentliches Leben bereits einenNothpfennig zurückgelegt hatte, so besann ersich kurz, zeichnete acht Monate lang unentgeld-lich für Carrossi, nur um durch dessen Unterrichtzur Meisterschaft zu gelangen, und vertauschtehierauf., als seine Zwecke erreicht waren, Paris mit Brüssel , weil er die Nahrung seines Freun-des nicht z» schwächen, noch als dessen Ne-benbuhler aufzutreten gedachte. Damals lebteSimons zu Brüssel , der für den geschicktestenWagenbauer gehalten wurde, und 160 Gehülfenin Diensten hatte. Diesem kam Ackermann,dessen vorzügliche Fähigkeiten er sogleich be-merkte, eben recht; er räumte ihm eigene Zim-mer ein, damit er ungestört an seinen Zeichnun-gen und Malereyen arbeiten konnte, belohnteihn auf das Freygebigste und behandelte ihn

dergestalt, daß nur die zwey Jahre spater inden Niederlanden ausgebrochene Revolution Ur-sache war, daß Ackermann sich von dem bra-ven Simons trennen konnte. Er ging jetzt nachLondon , und bald wurden seine Risse, Zeich-nungen und Modelle zu Wagen allen anderndergleichen vorgezogen und vortrefflich honorirt.Unter andern zahlte ihm der angesehene Kutschen-macher Goodall 200 Guineen für Zeichnung undModell zu einem Staatswagen, den der zumStatthalter in Jrrland ernannte Lord Fitzgibbonerbauen ließ. Er trieb dieses Kunstgeschäft,neben welchem er aber auch die Direktion übereine von ihm angelegte Zeichenschule führte, nurbis zum Jahre 179b, wo der Gedanke, ein Ge-schäft zu ergreifen, was seine Familie (er hattein London sich verheirathet und zahlte 1817 siebenKinder) auch noch nach seinem Tode fortfuhrenkönnte, Ursache war, daß er einen Verlag undHandel mit Kupferstichen begann. Dieser Han-del ging so über alles Erwarten, daß er sichbald ein größeres und 1797 noch ein größeresLocale anschaffen mußte. Der große Gang, denseine Geschäfte nahmen, nöthigte ihn nicht min-der, daß er der immer noch beybehaltenen, auf8n Personen eingerichteten Zeichenschule (welcherer die geschicktesten Lehrer gegeben hatte, die nuraufzufinden waren) völlig entsagte. In 1801erfand er eine Methode, Tuch und alle andreStoffe wasserdicht zu machen, und erhielt überdiese wichtige Erfindung ein Patent; doch wa-ren die beyden Associes, die er zu diesem Ge-schäfte sich erwählt hatte, Ursache, daß er da-durch an Zooo Pfund Sterling einbüßte. Als180h die feyerliche Leichenbestattung Lord Nel-sons statt finden sollte, überließ man ihm dieLeitung des Ganzen; auch mußte er die Rissezu dessen Sarge (man hat Kupferstiche von dem-selben) fertigen, und der allgemeine Beyfall fürden dabey bewiesenen Geschmack belohnte seineMühe. Als Napoleon 1807 die Continental-sperre verfügte, und England dadurch die Ver-bindung mit dem festen Lande verlor, so erfander kleine Luftballons von Goldschlägerhäutchen,deren jeder etwa 3 o«o zu bedruckende Zettel vonetwa V Quadrat-Zoll enthielt, und mittelst einerVorrichtung , alle Minuten dreyßig derselben fal-len ließ. Die Regierung, welche diese Erfindungerprobte, würde Gebrauch von derselben gemachthaben, wäre nicht im Ministerium eine Verän-derung eingetreten. In 1812 fing Ackermannan, sich der Gasbeleuchtung in seinem Hausezu bedienen, und er war der erste in London ,der solches unternahm. Nach der Schlacht vonLeipzig i 8>3 geschah es durch den Betrieb die-ses »»ermüdeten Mannes, daß sich eine Ge-sellschaft zur Unterstützung der durch den Kriegverarmten Deutschen bildete, und daß das Par-lement Antheil daran nahm. Welche bedeutendeSummen in Folge dessen nach Deutschland ka-men, ist bekannt; und eben so, daß der Königvon Sachsen ihm den Verdienstorden sandte under von mehrern Orten her, selbst in England,besondre Belobungsschreiben, Diplome als Eh-renmitglied verschiedener Gesellschaften u. s. f.erhielt. In 1817 endlich, legte Ackermann aucheine Steindruckerey an, nachdem er zuvor inDeutschland gewesen und sich näher über dieseKunst unterricht« hatte. — Ackermann ist demkunstliebenden Europa als Verleger mehrererPrachtwerke bekannt, die seinen Namen der Nach-welt überliefern; und für Liebhaber der Ge-schichte, des Alterthums und der englischen Kunstwerden die Geschichte der Westminster-Abtey,die Geschichte der Universitäten Oxford undCambridge , und die Geschichte der großen östent-lichen Schulen Englands immer von unschätzba-rem Werthe bleiben. — Der Preis dieser Herr-