Band 
Zweyter Theil [5].
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Allegri.

mernde Antiope (5^ 9 " hoch, 3< s" br.) aufTuch, Figuren naturgroß. Jupiter , als Satyr,hebt ihr den Schleyer; ein wunderschönes Bildfür Relief der Formen, Frische der Farben, undFeinheit des Ausdrucks. Antiope's Linke ruhtauf ihrem Bogen, den sie - dießmal nicht zubrauchen gedenkt, und der schlafende Amor nebenihr liegt auf einer Löwenhaut, vielleicht umseine Macht anzudeuten. Die Zeichnung istgroßartig, wenn schon etwas incorrect

Dann besaß das Museum Napoleon eineWeile als Kunstbcute: Vördcrst das Hauptbildnach der oben erwähnten Scizze des sogenann-ten St. Hieronymus mit der Madonna und demvon St. Magdalena angebeteten Kinde, ausdem Akademie-Saale von Parma; dann jene,unter dem Namen Maria della Scudella bekannteRuhe in Egypten, aus der Kirche zum H. Grabeebenfalls zu Parma; ferner: Marter von St.Placidus und Flavia, und eine Ablegung vomKreuze, zwey Altarblattcr, aus der Kirche St.Johann, wieder zu Parma . Alle diese (schonoben unter denjenigen Werken des Lorreggio,deren Datum sich mehr und minder ausmtttelnlaßt, beschrieben) vier Bilder sind, unsersWissens, an ihre Stellen nach Parma zurückge-kehrt. Ob als Kunstbeute, oder ob von Altemher zur französischen Galerie gehörig, nenntdie einzige Marie Cosrvay in ihrer im Klei-nen nachgebildeten 6n1er. cku l,c>uvre Lull. ll.dlro. 10. noch einen Johannes als Knabe (11"hoch, 9" br. auf Holz) vortrefflich ausgeführt;es scheine aber mehr der Kopf eines Mädchenals eines Knaben, und Bruchstück eines größernGemäldes zu seyn ("6?.

Einen noch größern Schatz, als die königlicheGalerie von Allegr, nicht ausweisen konnte,erwarb sich seiner Zeit der Herzog Regent ausdem Nachlasse der Königin Christin« von Schwe-

Allegri.

den, und stellte in seinem Oalais Royal nichtminder als dreyzehn Bilder desselben auf, welcheaber jetzt in alle Winde zerstreut sind. In 1727fand sich noch der ganze Schatz unversehrt bey-sammen. Derselbe bestand vörderst aus zweyH. Familien: Die eine 4 " hoch, ^ i" br.(Die Figuren 18" Höhe): Die Jungfrau sitzend,betrachtet das Kind; eben so zur Seite St.Joseph, im Hintergrund eine Landschaft. Dieandre, die Jungfrau mit dem Korbe genannt,i 3 " hoch, ro" br., die Figuren ih"(?)Höhe:Das Kind auf den Knieen der Jungfrau; untenim Winkel zur Seite ein von Binsen geflochtenerArbeitskorb, mit der Scheere und dem Faden-knauel darin (daher der Name); in der FerneGebäude, und eine Grotte, vor welcher St-Joseph Tischlerarbeit fertigt. Diese beydenBilder sind auf Holz ('^). — Hternächst aufLeinwand ein Noli me längere, 3 ^ 8" hoch,2^ ii br. (2^ hohe Figuren): Ein Leintuchbedeckt fast die ganze Figur des Heilands; Mag-dalena zu seinen Fußen, ihr Wiehrauchfaß nebenihr; im Hintergrund eine Landschaft, und untereinem Fels eine Höhle, unter welcher man —wieder die Heilige erblickt (*^). — Eine Mag-dalena, die mit gefallenen Handen und inThränen das Kreuz ansieht, 1^ 6" hoch, i* 2" br.(kleine Figur) auf Leinwand (^Z). Der dreyberühmten Bilder: Jo, Leda und Danae, habenwir schon oben (S. 72-76) erwähnte^). —Die Erziehung des Amor, den Merkur , inGegenwart der göttlichen Mutter — lesen lehrt;und der ungefähr fünfzehnjährige Amor, der,keuchend, an seinem Bogen schnitzt; zwey kleineAmorine hucken ihm zwischen den Beinen, vonwelchen der eine lacht, der andere weint, erstrerfast, der zweyte ganz lebensgroß, beyde aufTuch ('2'). — Das Brustbild des Cäsar Borgia ,den Dolch in der Hand, und das Bildniß eines

llandon II. dii-o. 9 und 6g. In ganz neuern Tagen dann hat auch I. I. F. Tassaert, fürI. und A. Sauvage's, genannt le Mire, Lollevlioa äes leres ä'Lxpi-ession, Lach. III. (1804) ausdem zweyten den Kopf des Neides gegeben.

<» 4 L) Dieses Bild findet sich früher von einem Ungenannten in Fr. Basan'S Verlage, und dann inneuern Tagen, nach Bouillon's Zeichnung, für'ö Museum Napoleon , von I. Godefroy gestochen.Ferners im Umrisse bey Landon IV. öiro. i. und endlich, ebenfalls im Kleinen, von MariaCosway in dem Werke: 6alerls äu chouvre tlak. II. diro. 9. „Noch ein neueres Blatt vonAudoin empfiehlt den Künstler ungemein. Die Fleischparthieen sind brav bearbeitet; eben so dieLandschaft; man erkennt mit Vergnügen darin den Geist und die charakteristische Behandlung deSUrbilds". So heißt es in der Allg. R. A. (Z". 1802) S. 148 u. s. f. Dann aber Ebendaf.S. ,z4 von dem Urbilde: „Die Lage der schlafenden Nymphe ist etwas gesucht, aber nicht ohneGrazie; der schlummernde 'Amor auf der Löwenhaut ist ein lieblicher Knabe, biö auf dir allzufleischigten Hintertheile, womit Allegri auch gewöhnlich seine Engel allzufreygebig ausgestattet.Seine Flügel sind mit der Haut eins, und nicht künstlich angesetzt wie gewöhnlich. Jupiter ist zusehr Satyr, aber als solcher vortrefflich charakterisirt. Fehler gegen die Zeichnung findet manvornehmlich an den Schenkeln der Antiope".

(,46) Allg. Aunstz. 80z. S. ,Z5-

(147) Wo die erstre dieser H. Familien hingerathen sey, ist unbekannt. Die zweyte kaufte der GrafStassord zu London , um den Sportpreis von zooo Fr., für welchen es in der Inventur derGalerie Orlcans angesetzt war. Einige hielten's, doch ohne genügsamen Grund, für einen Scbidone.In ältern Tagen hat dasselbe A. Romanet, nach Jourdain's Zeichnung, für s Heft VIII. deSGaleriewerks vom Palais Royal gestochen. In der Oalerie errangers (Lab. IV. Nro. 14) findetsich davon eine Beschreibung und artiger Stich im Umrisse von C. Normand.

(>48) Der gegenwärtige Besitzer auch dieses Bilds ist uns unbekannt. Gestochen wurde dasselbe, alseS noch im Hause Vraeeianv zu Rom stand, von einem Unbekannten, in einem von Heineckr an-geführten Blatte, welches aber wahrscheinlich kein anderes, als das von du Dois de St- Gelaisgenannte von C. du Change ist.

(- 49 ) Jtzt in uns unbekanntem Besitze. Auch glauben wir kaum, daß solches gestochen sey.

(>5o) Die beyden erstem zu Sanssoucze- Das dritte (wer sollte daS denken?) hat sich verirrt.

(> 5 >) Ein dem erster» ähnliches Bild werden wir (nach Meng«) unten im Besitze des HerzogS vonAlba in Spanien finden; und daß auch Wien einen den Bogen schnitzenden Amor hat, habenwir schon oben vernommen. Wir glauben aber, unsre beyden, einst in der Galerie Drleans(und jetzt wo?) befindlichen, müssen wieder andere seyn. Ob es etwa unser Bogenschnitzer seyndürfte, de» C. le Blond zu London, und wieder E. Dagoiy zu Paris (nach Heinecke) beyde inFarbe gestochen haben, ist unS unbekannt.