Band 
Zweyter Theil [5].
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Alleg r i.

unbekannten dicken/ sehr röthlichen Knaben ('^).Der Maulesel mit seinem Treiber/ 2' i j'," hoch,2^ i,?- hr. hohe Figur) auf Tuch gemalt,und zu schön, als daß Eorveggic», wie dieSage geht, es für eine Wirthötaffäre gemalthaben sollte. Endlich zwey Studien, ebenfallsauf Luch, jedes 4^ 4" doch, 5 ^ 4" br. dereneine acht Köpfe in verschiedenen Stellungen,nebst einer Hand die einen Degen halt, diezweyte wieder theils Köpfe, theils Halbfigurendarstellt c^).

Von andern ehemals in Frankreich befindli-chen, oder von Franzosen besessenen Bilderndes Corregglo nennen wir hier: Aus dem Karbinet des Marquis de lskormandie: Venus aufdem Muschelwagen, von weißen Dauben gezo-gen, auf dem Meere fahrend, und Amor sitzendzu ihren Füßen. Die Göttin ist stehend vorge-stellt, und leitet den Zug der vorgespanntenTauben. Ihre ganze Figur, und das Gesichtnoch am wenigsten, hat zwar keine Idealschönheit,aber jene eine anmuthige, mit ausnehmen-der Wahrheit und in großem Styl, mit der demLorregglo gewöhnlichen zauberischen Rundunggezeichnete Form und dieses einen reizenden,schlauen und zur Wollust einladenden Ausdruck.Amor, der in einer Hand seinen Dogen, in derandern einen Pfeil halt, ist ebenfalls schön vonForm und Gesicht, hat aber etwas Arglistigesund Lauerndes im Blicke- Das Ganze ist mitdichtcrschem Gefühl angeordnet. I Smith hates (1701) vorzüglich schön geschabt. GuteDrücke davon wurden schon vor dreyßig Jahrenin London mit 5 Guineen bezahlt ("H. Dannaus dem Kabinet des Bailly von Bvereuil:Eine Madonna, Halbfigur, von dem Kind um-halst, und das,Brustbild eines (ungenannten)behaarten (?) Jünglings, nach einem Original-studium des Unsrigen (" 5 ). Weiter aus demKabinet des H. Kaufmanns Meyer zu Straß­ burg : Der entwaffnete Amor ('^). Aus der Ga-lerie des H. Lucian Buonaparre eine Madonnamit dem Kinde, dem sie die Brust reichen will,das aber die ihm von dem kleinen St. Johanndargebotenen Früchte vorzieht; dies noch inMantegna's Manier (' 5 ?). Ein H. Barbierzu Paris (wahrscheinlich der in unsern Zusätzenangeführte Jak- Barbier, st. 177g) wollte eineH. Familie von Allegri, die er (nach Heinecke)gestochen, selbst besessen haben; wahrscheinlich

Allegri.

diejenige, welche der Winklersche Catalog alsorubriziert: H. Familie, wo man die Jungfrauam Fuß einer Säule sitzend erblickt, auf denKnieen das Kind, das den kleinen Johannesliebkost s^)". Bey der Verlassenschaft einesH. von Sereville (»812) wurde das Brustbildeines Christus (n" hoch, 9" br.) um 7001 Fr.,ebendasselbe aber -814 aus derjenigen des Ge-mäldehändlers le Brun wieder um 38 io Fr.verkauft; ein anderes aus dieser letztem Der-lassenschaft (22'^ hoch, ab" br.) um bvoo Fr.Dasselbe stellte eine Madonna mit dem Kindim Arm, in einer Glorie conzertirender Engel,St. Ubald und St. Catharina neben ihr inbewundernder Stellung dar. Wo sich beydediese Bilder gegenwärtig befinden, ist uns un-bekannt (*59).

In Spanien befanden sich, und befindensich wahrscheinlich noch, ff. Bilder des Unsri-gen, von denen wohl Mengs die sichersteKunde giebt, wie folgt:

»Vörderst besaß der König zwey kleine, abersehr merkwürdige. Das schönste stellt Christum dar, wie er im Garten betet, mit einem Engelin der Höhe, der mit der rechten Hand aufdas Kreuz und die Dornenkrone weist, die,kaum sichtbar, im Schatten auf der Erde lie-gen; mit der linken aber, in reizender Verkür-zung, gegen den Himmel (auf den Willen desVaters) deutet; und in der That bemerkt man,daß der Heiland das Bevorstehnde mit ausge-streckten Armen anzunehmen scheint. Außer dertrefflichen Ausführung ist noch das Sonderbarstean diesem Bilde die Weise, wie das Helldunkeldarin behandelt ist, da nämlich Christus dasLicht vom Himmel, der Engel hingegen das-selbe von Christo empfängt ('6°). In der Ent-fernung sind drey Jünger in den schönsten undangenehmsten Stellungen; und noch tiefer hin-ein, bey der anbrechenden Morgenröthe, erblicktman die sich annähernden Kriegsknechte. Manerzählt, Eorreggio habe dieses Gemäld für4 Scudi, die er seinem Apothccker für Arzney-mittel schuldig war, demselben entlasten; baldhernach sey es um 5 oo und endlich von demGrafen Peter Visconti an den Marchesc Cama-rena, Gouverneur von Mailand , zu HandenPhilipp IV. für 700 Scudi (^') verkauft wor-den. Gegen die Behauptung Einiger, ist sol-ches auf's Vollkommenste erhaltene^)". Und

(>52) Das letzter einzig rührte nicht aus der Galerie der Königin Christina her. Gestochen ist, glaubenwir, keines von beyden. Wo sie sich gegenwärtig befinden, haben wir keine Spur.

(> 5 z) Alle diese Notizzen nach du Isis de St- Gelais (sorgfältiger) ve-oriprioa -le, 'p»l>leau» -luPalais ko^al 12». Paris 727.

('54) Füßll l. o. 5859-

(-55) DaS erstre gestochen von P. Dossi, daS Zweyte von Jos. Patrini.

(>56) Don Chr. Guerin sehr schön gestochen.

(>57) Mehrmals gestochen, z. B- von Theresia del Po; dann besonders gut von F. Spierre (einigeschwache Drücke von dem Stiche dieses letztem sollen daher rühren, daß seine Magd die Pimte mitSand reinigen wollte); die Scizze dieses Blattes, bloß geetzt, und mit L. ?- -lelin. bezeichnet;eine Kopie desselben von N. Bazin; endlich im Umrisse in der Valerie e-rangere l. Nro. 11. DonSpierre'S Blatt (sagt Heinecke) gebe es auch Drücke, wo das Nackte des Kinds mit einer Drap-perie bedeckt, und einige kleine Bäume hinzugefügt seyen.

(-58) k?ro. Z7-Z von einem alten unbekannten Meister.

(-59) Valerie errang. I. e.

(-60) Vasari sagt gerade das Gegentheil; so nämlich, daß Christus das Licht von dem Engel erhielt.Von dem dunkelen Himmel konnte wohl keines von beyden beleuchtet werden.

(-6,) Nicht für 7500 Sc. wie es in einer Note des Sienescr-Vasari v. -o- heißt.

(r6r) Meng» N- 156.