Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
86
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(sagt lTienxss ('?*)) »hat das Besondere, daßsie beflügelt ist, und einen Bogen in der Handhält. Sie ist sehr schön, und offenbar, daßEorveggio bey derselben den schönen Apollo (Sauroctonos) aus der Villa Medici zu Rom (jetzt zu Florenz ) vor Augen hatte. Der Amordrückt die Unschuld seines Alters vortrefflichaus; sein lockigtes Haar ist so meisterhaft, ohneTrockenheit ausgeführt, daß die Haut zwischen-durch zu schimmern scheint. Seine kleinen Fit-tiche sind so wie an einem kleinen Geflügel(volntile Aiovune(^), dergestalt, daß manüberall die Haut und die Federspulen erblickenkann. (Bey allen Gelegenheiten, wo FliegnFlügel malte, hat er sie, eben so künstlich wiehier, gleich hinter den Schultern so schon mitdem Fleische zu einigen gewußt, daß sie einGlied zu seyn scheinen, welches mit dem obernTheile des Schulterblatts in Verbindung steht,da Andere hingegen solche so unvorsichtig heften,daß man sie für eingesetzt halten muß ('^).Der Merkur dann stellt einen noch nicht ausge-wachsenen Jüngling von einfachem Charaktervor Auch Mßli(^6) beschreibt dieses

Bild kurz, aber sehr gut:Merkur , mit seinemgewöhnlichen Kennzeichen, ist sitzend, in einergegen Amor gesenkten Stellung abgebildet, demer mit der einen Hand ein auf seinem Schenkelliegendes Buch weis't. Amor steht vor ihm miteinem ungemein naiven und unschuldvollen An-stand, mit allem Anschein der Aufmerksamkeitauf seinen Lehrer. Venus ist zur Seite stehenv,geflügelt; in einer nachläßigen und dennochaufmerkenden Stellung hält sie den Bogen, undneben ihr liegt der (nie vergessene!) Köcher mitPfeilen ('??)". Endlich befaß ein Luchhandler zuSevilla noch in ganz neuern Tagen von demUnsrigen eine Vermahlung der H. Catharina,welche der oben angeführten im französischen Museum in der Darstellung völlig gleich, aberin der Ausführung, im Kolorit, in der Run-dung und Weichheit der Glieder, im Ausdrucke,kurz in Allem weit vortrefflicher war ('?»), sodaß sich davon in vielen Kirchen in Andalusien und Granada Kopiern befinden.

Von dem, was sich in Englischen Kunstspe-lunken von Lorreggio befinden mag, ober ehe-mals befunden hat, ist uns nur Folgendes be-kannt.

In der berühmten Sammlung Frundel sahman einst Johann den Täufer, ganz nackt l,'^).Dann besaß in neuern Tagen das Kabinet desHerrn R. Hmitb zu London : Vörderst eineH. Familie. Maria sitzend halt das Kind, dasmit einer holden Wendung sich gegen den jun-gen Johannes kehrt, der sich ihm nähert undein Lamm unter dem Arme halt. Die Compo-sition dieses Bildes ist sehr einfach, aber con-trastvoll angeordnet. Das Gesicht der Madonnahat viel Anmuth, aber nichts Großes an sich.Die Figur der Kinder ist zwar aus der gewöhn-lichen Natur genommen, hat aber ungemeinviel Naives und Liebreiches im Ausdrucke. DieDrapperie hat außerordentlich wenige Falten,und ist größtentheils nur durch breite Massenvon Helldunkel bezeichnet, aber in großem Ge-schmack ausgeführt. In demselben Cabinetiedann befand sich von dem Unsrigen der Kopfeines schönen jungen Frauenzimmers, in neu-griechischem t?) Putze, mir einer besondersreizend angebrachten Hauptbinde geziert; einBild voll Anmuth und Grazie, in welchem diefeinen Abstufungen des Helldunkels vorzüglichzu bewundern sind (^°). Eine Magbalena,in der nämlichen Stellung, wie diejenige zuDresden , aber nur die halbe Figur, besaß dasCabinet von H. Hugo Searon in London . Dasganze Gesicht ist so, wie in jenem, im Helldun-kel, und nur die eine Schulter und ein Theilder Arme sind unmittelbar beleuchtet. Formund Ausdruck des Gesichtes sind ebenfalls sehrangenehm, und die übrigen Theile der Figurmit ausnehmender Grazie gezeichnet und aus-geführt ('«H. Noch gehört hteher: Eine mit-ten in einer Landschaft sitzende Madonna, Copiedes Ludwig Carracci »ach einer Jingara vonFlieg« (auch Stillschweigen und Ruhe in Egyptengenannt) im Cabinet des H. Robert Übn?Einen jungen St. Johann besaß (i8»/z) LordGearsdale auf seinem Landsitze zu Keddleston

(,72) 1. c. 15758-

(>7Z) Also nicht:fliegenden Genius", wie Panzer lustig genug übersetzt.

(»74) Daher sagte eines Tags der Besitzer dieses Bildes zu Meng«:Wenn es möglich wäre, dassein Kind mit Flügeln zur Welt keime, so könnten sie nicht anders seyn".

(>75) Noch heißt es in der Urschrift bey Menge, was wir nicht ganz versteh«:tZuesro gusäro »inäulliisiiieiile originale, non solo perclie vi spiee» la sovrso eccelleora 6! OorreFFi'o, ma »neliaper 011 peotimenro ssssi norsbile nel brsccio ä! Mercurio, olle er» coperlo äs im paano srrurro,e ,! äisriogue per esserne sslrsro il colore äi sopr». Xvverco gnesl» circonscanra, perclie !okrsooia n'esiscs un slcro cousiiuile, il gusle non b» correr/ons (?) e puo cssers uns copis,

0 uns replics.

(>76) l. c. 5g 60.

(-77) Gestochen ist wohl sicher dieses Bild von A. de Jode zu London 1661 (s. II. 67). Bey RostV. 147 heißt eSschön und selten", und dabey ausdrücklich:Nach einem Bilde des Königeövon England".

(>78) S. Tüb. A. Bl- '822 S. 3>6. Wohl holt der dortige Verfasser obiger Notiz etwas stark auS,wenn er, in Vergleickung dieser beyden Bilder, sich, neben Andrem, also ausdrückt:Besondersist das Gesicht des Kindes in Paris fast cckelhaft weichlich, wie von einem todten Kinde, dagegenes hier, ohne von den Grundzügen abzuweichen, ein ganz anderes Bild giebt". Und vollends:Das Pariser -Gemälde war mir immer ein Dorn'im Auge" (das wäre!) weil ich es mit andernBildern von Correggio gar nicht reimen konnte, dagegen dieses ganz seiner werth ist".

(17g) ^V. 8oII»r so. mit der Inschrift: lügo sum vox clsmsuris.

(-80) Füßli I. c. 6z und 68. Beyde sind von I. Watson, letztres vornehmlich sehr geschmackvoll inSchwarzkunst geschabt.

(>8i) l- 0. 70-7-. Von R> Strange (173°) sehr schön gestochen.

(-82) Von R, Larlom schön geschabt.