X
482 Altiret.
Hauers dieses Geschlechts zu Dijon ? heißt jnLaiudon's Salon von i8»8 II. i22, ganz ohne Weite-res, ein damals zu Paris lebender Baumeister.
sllJ Attl'rer ( ), der französische
Bildhauer unsrer Zusätze, st. nicht zu Dijon ,sondern zu Dole. Er war der beßte seiner Kunst-gattung in dem ehemaligen Burgund . In sei-ner Jugend hatte er sowohl z» Rom als zuParis Preise davon getragen. Hierauf war erProfessor der Akademie von Et. Lucas zu Parts,ging dann, nach Unterdrückung dieser An-stalt in seine Provinz zurücke, und ließ sich zuDijon haushablich nieder. Seine Bildsäule vonVoltaire , auf Subscriprion gefertigt, war nacheinem Modelle von Pigalle. Landon iVouv.klcs in. p. 333 nennt noch von ihm, nebenAnderm sechs Statuen (die vier Jahrszeiten,und die beyden Musen, Melpomcne und Thalia,im Peristil von Mont-Musard zu Dijon ; in derH. Kapelle daselbst die Himmelfahrt der H. Jung-frau; in der Hauptkirche dieses Namens einBasrelief (die zwölf Apostel um das Grab derMaria) u. s. f.
sll.^ Atze! (Jakob), eigentlich JohannJakob Atzet. Derselbe war aus der GrafschaftFalkenstein gebürtig, kam 1768 nach Stuttgard,studierte zwey Jahre auf der Kunstakademie,wurde 1770 in der dastgen Carlsschule aufge-nommen, wo er sich der Civilbaukunst befliß,und 1778 selbst als Lehrer dieser Schule ange-stellt worden. Atze! ertheilte Unterricht in derfreyen Handzeichnung, geometrischen Architekturund der Perspektive nach A. Pozzo, und lebtehier noch 178a damals 29 (?) I. alt mit dem Cha-rakter als Kabinetsdefflnateur. Beschreib- d.hohen (sarls-Schule. Stuttgart 1783 S. 118.Es ist daher wohl irrig, wenn es in Ekkard'slitrerar. Handb. der höher» LehranstaltenDeutschlands, Erlangen 1780—1782. 8°. 3»8heißt, Atzet sey 1781 zu Stuttgart geboren (').In dem Würre»nbergerHof- und Sraars-handbuch von 1809, wird er als Landbaumei-ster im Kreise Ehingen und Altdorf zu Ehingen aufgeführt.
sll.^ Atzelt, s. Azeld im Supplem. u. unten.
sl. II.^ (6.) sc. Ist eine Abkürzungdes berühmten Namens von Gerard Audran.
sl. Il.^j Avanzi (Jakob). Einige machenihn auch zu einem Paduaner, und noch anderezu einem Vcroneser. In Padua sind Arbeitenvon ihm noch mit 1Z76 datirt vorhanden. Lanzinennt ihn den beßten unter den bolognesischenTrecentisten. In der Kirche zu Mezzaratta istdas Wunder der sogenannten Probatica ganzvon ihm, und mit: /„ao/E xinxit bezeichnet.Sehr schön ist seine Arbeit in der Kapelle St.Jakobs der Kirche des Heiligen dieses Namenszu Padua , wo er ein (uns unbekanntes) Ge-
Avanzi.
fecht im Style des Giotto malte, und diesenin so weit übertraf, da derselbe sich noch nichtan solche Gegenstände wagte. Sein Hauptwerkindessen sind seine Triumphe in einem Saale zuVerona G), welche selbst ein Mantegna alsetwas höchst Seltenes lobte, und wo er sich:3a60bu8 kauli (H unterschrieb, was Lanzidenn doch glauben,macht, er sey venezianischenUrsprungs, und dürfte wohl gar derselbe seyn,der mit Paul seinem Vater, und Johann sei-nem Bruder (H jenes alte Bild von St. Marcusmalte. Das Alter dieser Künstler wäre dasnämliche; und das sind auch die Gcstchtsbildungenin den Werken zu Mezzaratta und zu St. Marco.Immerhin aber vermuthet Lanzi, daß Bologna der gewöhnliche Aufenthalt des Unsrigen, undhinwieder, daß ein: Petrus der in Sän
Michele in Bosco malte, und ein Orazio delJacopo, den Malvasia nennt, unsers JacobsSöhne (oder Schüler?) waren. TawL- Lcl.lerr. V. 14—15. Noch nennt Schor» im Tüb.Bunstbl. 182Z S- 4- von dem Unsrigen Arbei-ten in der Kapelle Sau Felice in der KircheSt Antons zu Padua , die man lange für Ar-beiten des weit ältern Giotto hielt. Dannspricht er von denselben wie folgt: »Auf derWand zur Linken sieht man oben das Märtyr-thum des H. Jakob des Aeltern; unten dieBelagerung von Jerusalem ; in den kleinen Ni-schen der Bögen zu unterst Brustbilder von H.Männern und Frauen. Die Kompositionen sindreich und gedrängt, und es fallen darin meh-rere treffliche Charakterköpfe in die Augen; be-sonders aber sind die Brustbilder der Heiligenvon einem so wahren und einnehmenden Ausdruckund so weit von der einförmigen Manier desGiotto entfernt, daß man eher an Francia erin-nert wird. Nur die Drappirungen und Gestalten-Verhältnisse sind in der Art des Giotto; dage-gen die Gruppirung weit gedrängter, als ge-wöhnlich bey dem letzter« der Fall ist. Das-selbe gilt von der mittlern Wand hinter demAltar, worauf unten in vielen größeren Figurendie Kreuzigung Christi und oben Tod und Be-gräbniß des H. Jakob dargestellt ist. Die Ab-theilungen zur Rechten neben dem Fenster, Mariaauf dem Thron, St. Christoph, und mehrereandere Vorstellungen enthaltend, dann die Linier-ten über den Eingangsbögcn wurden im Jahr1778 von Francesco Zanoni retouchirt, da siedurch Feuer gelitten hatten, und ich glaube,gerade aus diesen hat d'Agincourr in seinerGeschichte der Künste einige Proben mitgetheilt.Die spätere Hand verläugnet sich aber nicht undhat den alten Meister weder an Zartheit desPinsels noch an Schönheit des Ausdrucks er-reicht, und man darf der Kunstgeschichte Glückwünschen, daß die übrigen Bilder so wenig vonZeit und Unglück beschädigt worden sind, da sieuns einen der ältesten und trefflichsten italienischenMaler kennen lehren^)." Wahrscheinlich vonihm auch ist ein kleines Bild der Madonna nebst
(>) Mensel I!l. nennt ihn ,303 unter den Lebenden, setzt seine Herkunft, ohne nähere Bestimmungdes Orts in's Würtembergische, und seine Geburt in 1754; nennt ihn dann königl. würremb.Landbaumeister zu Stuttgart seit igo» und als, früher, (seit 1796 ». I>. noch 1302) fürstl. bran-denburgischen, und hernach kdnigl. preußischen Landbau-Inspektor zu Ansbach .
(2) Ob nicht eine Verwechselung mit dem Triumphe des Markus im Capitanate zu Padua , von welchemunsere Ausätze sprechen, hier oder dort statt finden dürfte?
(3) D. h- Jakob, Pauls Sohn. Warum sollt er sich nun so unterschrieben haben, wenn dieserName einem andern seiner Landsleute und Zeitgenossen ebenfalls zukam?
(s) S. den Art. Paolo Maestro in unsern Ausätzen.
(5) Wahrscheinlich dasselbe, welches oben Lanzi, als in der Kapelle der Kirche St. Jakobs zu Padua befindlich, nennt, da nämlich, wie wir eben gesehn, auch in dem unsrigen ein Gefecht (Belagerungvon Jerusalem ) zum Vorscheine kömmt.