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2 (1832) Zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes / von C. G. Ehrenberg
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10 Ehr enberg : Beitrag zur Erkenntnijs großer Organisation

waren. Schon in alten Zeiten ist man aber auch von diesen Ideen zurück-gekoinmen und niemand hat ernstlich und glaubwürdig bezeugt, dafs er beisolchem Entstehen von Menschen oder grölseren Thieren Augenzeuge gewe-sen. Für Fische, Amphibien, Insecten und Unkraut haben sich Sagen die-ser Art bis auf unsere Zeit erhalten. Virgil lehrt, dafs man Bienen ausOchsenblut erzeugen könne, Aristoteles lehrt, dafs die Aale und Regen-würmer aus Schlamm entstehen und die Kohlraupen aus den Kohlblättern,so wie auch Plinius dem faulen Wasser die Erzeugung der Mücken zu-schreibt u. s. w. In der neueren Zeit glaubt an das unmittelbare Entstehenvon Wirbelthieren ohne Zeugung kein bedächtiger Schriftsteller mehrund Redis gründliche Beobachtungen des Verhaltens der Würmer in faulenStoffen haben schon seit 2 Saeculis diese Würmer von jener Entstehungs-art freigesprochen und sie vielmehr für Fliegenlarven u. dergl. erklärt, diedurch Eier erzeugt werden, welche die im Lufträume sich bewegenden Flie-gen in die faulen Stoffe und Feuchtigkeiten niederlegen. Die neueren Be-obachtungen der cyclischen Entwicklung zahlreicher einzelner Formen derInsecten machen Redis Entdeckung durch ihre Bestätigung zu einer neuenEpoche der Aufklärung und lassen es jedermann lächerlich erscheinen, wennnoch 1817 du Fray in seinem mit vielen falschen Beobachtungen erfülltenBuche ( Essai sur Vorigine des corps organises pag. 124.) behauptet, er habeaus faulem Ochsenfleische durch Generatio primitiva Fliegen erhalten und vorAugenzeugen ein Stück in Fliegen verwandeltes Ochsenfleisch davonfliegenlassen: Jpres que quelques amis les eurent vues, je mis en liberte ces por-lions de boeuf devenues mouches. Wenn auch in den Sagen der Völkerund bei weniger genauen Beobachtern sich noch hie und da eine Vertheidi-gung der primitiven Erzeugung von Insecten ausspricht, so ist doch bei dergrofsen Mehrheit richtig zu beobachten und zu urtheilen vermögender Schrift-steller für alle leicht sichtbaren organischen Körper, sowohl Thiereals Pflanzen, die Meinung feststehend geworden, dafs sie sich nur durch be-fruchtete oder unbefruchtete Theile eines gleichartigen Mutterkörpers ver-mehren, dafs nie aber ein gröfseres, leicht wahrnehmbares Stückirgend einer organlosen Substanz in einen organischen Körper verwandeltwerde. Aber auch alle gröfseren, gallertartigen Substanzen, welche manfür organlose, selbstständige, thierische Materie halten könnte, ohne geradederen Übergang in andere Organismen zu behaupten, und deren einigen man