Vorrede an den günstigen keser.
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M Kunst» begierigen undgenetgten*.. Hestr.
Günstiger Leser!
^Ie tliÜOrien, Me CiceroLehret/ seynd Zeugen der Zeiten/ einLiecht der Warheit/ ein Leben der Ge-I dächtnuß/ eine Meisterin deß Lebens/
' und ein Bott der Antiquitäten. Zeu-gen der Zeiten seynd sie / weil demMenschen durch die Historien kund gethanwird/ wasvomAnfang der Welt her / biß auff den heutigen Tagvorgenommen/und geschehen ist / und darff Niemandan dieser 8encencx zweifflen: Dann wäre es von Zei-ten zu Zeiten dem Menschen nicht kund gethan wor-den / was geschehen ist / so würde es unmöglich seyn zuwissen/ was von Erschaffung der Welt her / biß auffHeut vorgegangen / der Mensch würde auch keine/oder gar wenige Osscoursen führen/ nichts vortreffli-ches fürnehmen/nichtö uocables wissen und lehren kön-nen/ uni dergestalt mästen alk Tugenden und Künste,inVergessenyeit vergraben/ ja das Gedächtnuß allergeschehenen Ding/ mäste müffig und todt dawider lie-gen/ angesehen die Historien der memori» Leben seynd.l.u6ovieus Vive8sagt gar recht/ daß die Historien vielherrlicheFrüchte bringen/und grossen Nutzen schaffen/denn ohne denenselben müssen alle Künste zu Grundgehen/und daHistorienftynd/da seynd dieJungen alt/daaber dieselbige nicht seynd / da seynd die Alte jung.
Über diß nutzen die Historien dem Menschen eingrosses / weilen jhme durch fieissigs Lesen derselbender Verstand eröffnet / die Memoria conscrviret/ dieZunge entbunden/ und dadurch dteWohl-Aedenheitzu weeg gebracht wird. Die Historien lehren einenjeden die Approbarion seiner kunäion. insonderheit diejenigen / so zu denen Künsten ein Belieben tragen/ und«yffrigst darob bemühet seynd / dergestalt/ baß auchöffters derselbe / welcher nur einen geringen Anfanghat/die Perfection, ftcil jhme die läea annoch im Ge-dächtnuß stehet/ erlanget.
Vitruvius , wenn er von denen Tugenden redet /womit ein Archicectus müsse begäbet seyn/ saget: daßselbiger zuforderst in denen Historien müsse erfahrenseyn/damit wann er von einer oder andern Sachge-fragetwird/ die Ursachunverständige Antwort da-^Zeben könne. Ist nun dem also (wie es dannrucbt anders ist) so wird derselbe auch dadurch/zu ge-' ei üs. n * n Kriegs/undLstsr-Sachen/durchhohe Häupter und heroischen Gemüther verrichtetworden / erfahren/ daß em Ar«hkectus sich zu allen
Studiis appliciren müsse / von welchen allen jhMdtebackest? als Mutter aller Künste / den Weeg bahnet/und das Gemüth dermassen eröffnet/ daß man nichtgnugsamb sämiriren kan der übsrauß schönenWcrcke/so darauß entspriessen/ von welchen die Archkectonica.weil selbige viele Partn in sich hält/ eine der Vornehm-sten ist/ und der wahren Weißhcit gar nahe gekom-men/ wie Daniel Larbaro solches bejahet.
Dieses ist genugsamb darauß zu ersehen/ da dieWunder der Welt/ ich will sagen die Theatra unDAm-pbickeacra,mit höchster Verwunderung zuRom auff-geführet gewesen/davon Lueron-cap.y.schreibct/daßder Käyjer Vespafianus, nach Abgang deß KayserSAugusli, mitten in der Statt ein höchst- verwunderli-ches A wpbicbeatru m auffgerichtet/ welches sein SohnLirv8 nach seines Vattcrn Todt concinuirer, und zurPerfection gebracht/ in welchem Biebfn mi> Achtzig-tauftnd Menschen zur Anschauung der Schauspielsitzen können / wie P. Viüor referirer, Amphichearrumquoll capic loca octoginca sepcetn milJia, Dahet'0auch Cassiodorus, ö(5er fcicfc molem mit Verwunde-rung betrachtet/in diesen Worten heraußgebrochen/
Hoc Titi pocencia principalis diviciarum proflufo flu-mine cogicavic aedificium fieri. und« capuc urbiumpocuislfec.
Und Marcialis rühmet tS also.
Omnis 6re5areo cellac labor Ampbitböcktro ,Unum pr« cunctis fama loquatur opus.
Die Griechen haben die Ehr / daß sie durch jh.ren ohnersparten Fleiß und emdflges Bemühen/ dieerste ldeamderArcbiceLtur erfunden/und/wekches anjhnen zu rühmen/damit selbige zur Vollkommenheitund besseren Aufnehmen kommen möchte/ haben siedie jenige / so in Künsten excellkec, in allen Ehren ge-halten/und mit denen vornehmsten Digmtäten der ste-pubiic , ihren Fleiß dadurch zu cemuneriren/ begäbet/welches dann eine grosse Begierde/ diese hohe Wis-ftnschafften / und deren endliche Perfection zu erlan-gen/verursachet/ und wäre zu wünschen/daß solcheMaximen auch heutiges Tages/ von denen Hohen undGewaltigenderW^lt oblervirec würde/ und man denMißbrauch der Künste fahren ließe/es würden ohnezweiffel ihrer viele Tag und Nacht bemühet seyn/ undihren besten Fleiß anwenden/ die Vollkommenheit ih-rer Profeffion zu erlangen/ zumahl er der flcherenHoff-
Ol Mimi.