Buch 
Theatrum architecturae civilis : in drey Bücher getheilet : das ist: eine kurtze Beschreibung, was die Architectura sey, neben dem Methodo, so die Alten zum beständigen und zierlichen Bau gehalten und observiret haben, wovon im ersten Buch gehandelt wird : im andern, wird durch sechs Authores parallelischer Weiss die Modulation der Columnato als mit Palladio, Vignola, Scamotzi, Pietro Cataneo, Sebastian Serlio, Branca angewiesen : im dritten die Proportion der Arcaden, Gemächer, Stiegen, Thüren und Fenstern, neben denen dazu gehörigen Observantien ein vollkommenes Gebäu auffzuführen, gezeuget / erstlich durch Carlo Philippo Dieussart Romano Architectum, auss obgemeldten Authoribus zusammen getragen und in Truck gegeben; weilen aber der Exemplarien sehr wenig getrucket worden ... dass ich mir belieben lassen ... diese Kupffer ... nachdem ich solche an mich erkaufft, auff meinen eigenen Kosten zu verlegen und in Truck zu geben ... Leonardus Dintzenhoffer ...
Entstehung
Seite
26
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Handelt von innerlichen Zierahten der Gebeine.

C A P U T XII.

Handelt von innerlichen Mathen

der Gekäue.

Ze Alten haben nicht allein(wieerwehnet)jhre?empiaundPailaden außwendig mit schönerArchiccctur, allerhand BilderK und Zierathen zu schmücken sichßL bemühet/sondern auchauffdeneinwendigen Zierats grosse re-üeÄion gemachet/ dahero sie alleMittel/selbigen durch viele Moäellsnzuerweiftnge-suchet/hierüber ist die Mahler-Kunst bsüerilieven beyIhnen in grosser «ikme gekommen. Die Mahler-Kunst ist zweyerley / als auff Leinwand mit Oelfar-ben / und dann auff frischem an denn Mauren oderGewölben angetragenem Kalck zu mahlen/ welchesinfresco genennet wird / ihre Mauren haben sie auchinwendig mit gar raren Marmor porphiren, und an-deren Steinen mehr sezieret / und selbige auß anderenLändern bringen zu lassen/kein Geld gesparet/sie sindDamit noch nicht vergnügt gewesen / sondern haben ih-reMauren mit Marmor eingelegtenEdelgeftcinen undmit Golde gezieretmcrottjrsc, welches sie mosaica ge-nennet/ verfertigen lassen.

Weil aber die Gewölbe solche Gewichte nicht wohlertragen können / als ist von Ihnen eine saubere Ar-beit/ so auff höltzene/ auch wohl Steinerne Gewolbergar zierlich verfertiget gewesen / erfunden/ dieses ha-ben sie lavoro distucco, an etzlichen Oertern/ Kalck-schneider Arbeit genennet / dahero in Italien selbige

Künstler stuccatorc, ti«t> inTrutschlandKalckSchnek-der genennet werben.

Diese macerie, darauß Sie also arbeiten / wird inIcalieo Calcestrutzo genennet/wird von gutem Kalck/Marmor »Dulver und Gyps componirc, und auffbpa-Nischen Röhrn/ welche mit MessingcmDrat/ andreGewölber/ weiln sie gar leicht und ohn verwäßlichseyn / gehefftet werden / auffgetragcn / Und nach demgegebenen Riste die Arbeit verfertiget.

Diese manier zu Arbeiten/ist gantz anders/ alsder Kalckschneider ihre / dann diese / nachdem derGrund gesetzet/ und da die erhobene Arbeit kompt/werben (Nagel) mit Heide und mit vorbesagtcr mare-m gemischt umbwickelt / und also da es nötig thut/eingeschlagen / nachgchendö ohne Leim/ sondern vonselbigen Oyp8 auffgetragcn (welcher in kurtzerZeit sei-nen Band annimpt ) folgende aber mit allerhand Ey-sernen und meiielen selbigen auff getragenen Gyps,nach ihrer vorgenommenen Modell (fast wie die Bild-schnitzer ) außarbeiten/ und nachgehende poliren. ihreGesimser giessen sie allermeist / oder in Formen dru-cken/ und nachgehende mit Gyps und Eysernen-geln dermassen fest anhefften / daß es von einandernicht gehen kan. Von Kalckschneidern aber ist nichtnötig zu reden / weil selbige Arbeit gar ge-mein / und sich ohne Kunst / ver-fertigen lässet.

Ende deß Ersten Buchs.