Buch 
Theatrum architecturae civilis : in drey Bücher getheilet : das ist: eine kurtze Beschreibung, was die Architectura sey, neben dem Methodo, so die Alten zum beständigen und zierlichen Bau gehalten und observiret haben, wovon im ersten Buch gehandelt wird : im andern, wird durch sechs Authores parallelischer Weiss die Modulation der Columnato als mit Palladio, Vignola, Scamotzi, Pietro Cataneo, Sebastian Serlio, Branca angewiesen : im dritten die Proportion der Arcaden, Gemächer, Stiegen, Thüren und Fenstern, neben denen dazu gehörigen Observantien ein vollkommenes Gebäu auffzuführen, gezeuget / erstlich durch Carlo Philippo Dieussart Romano Architectum, auss obgemeldten Authoribus zusammen getragen und in Truck gegeben; weilen aber der Exemplarien sehr wenig getrucket worden ... dass ich mir belieben lassen ... diese Kupffer ... nachdem ich solche an mich erkaufft, auff meinen eigenen Kosten zu verlegen und in Truck zu geben ... Leonardus Dintzenhoffer ...
Entstehung
Seite
18
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Handelt von Kalck.

C A P U T VII.

G werden vielerley Stein- vermischet / wann solches Loch voll ist / so wird derbräche zum Kalck dienlich ge- Kalck mit Sand überworffen / und mit selbigen be-funden/ der eineweiffer als der decket/ damit die Sonne die Feuchtigkeit nicht außzie-ander/ etzliche weiß wieKreyde/ hen kan / selbiger Kalck kan etzliche Jahr über so ste-wie auffdieRlviervonLonden/ hen/ und je länger er stchet / je besser selbiger zurandere wiederumb wie Felß / Arbeit sich anschicket / wann er aber soll verarbeitetdergestalt/ daß selbiges mit Ge- werden / muß er mit Spaden wie Leimen außgrsto-walt muß von einander gebracht chen/ und durchgeschlagen werden.

werden.

JnHoliand wird selbigerntchtvon Steinen / son- Es ist noch eine andere streck von Kalck/hat aber

dern von weiffen runden Muffeln / oder Schalen / so eine andere immer zu verarbeiten / selbiger wird an-am Ufer deß Meers gesamlet werden / gebrandt / ders nicht gebraucht / als zu Mauren so im Wasserwelcher Muffel Kalck genennet wird, Es sind etzki- kommen / zu Cistcrnen und dergleichen / dieser wirdche ^ucbor« die ttacuiren , daß selbiger der beste sey / Tarra, genennet / und wird im Wasser so hart/ daßweil Er von der Materie, so mit dem Wasser eine ge- er von einander anders nicht / als mit Gewalt / kanmeinfchafft hat/ gebrandt wird. gebracht werden/ in der Lufft aber taug er gar nicht.

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Der eine erfordert im löschen mehr Wäger dennder ander / und iemehr Wasser er an sich nimbt / jefester selbiger Kalck ist / steiget auch vielmehr dennder ander.

Es ist auch Kalck/ der/ in dem er gelöschet wird/alsofort verarbeitet werden muß / diese Art haben dieAlten Ciroenc geheissen / weil selbiger innerhalb L4.Stunden seinen Band bekommen / diese Art habensie gebraucht / wenn Mauren von Stück oder Feld-steinen seynd auffgezogen worden / als die Maurenumb die Statt Turin© , und Ncapolis.

Es ist auch ein kleiner Praxis im löschen deß Kalcks/die rechte Handhabung ist diese: Es wird ein Trogauff der Erden mit Bretter/ nach der HmncitätdeßKalcks so gelöschet soll werden/ gemacht / in selbigenwird der Stein-Kalck eingeleget / nachgehende durchRöhren darauff Wasser gepompet oder getragen/ derKalck aber wird allezeit gcrühret/ biß die Stücke garvon einander / und so dünne wie ein gemeiner BreywerdenBey diesem Trog / wird ein grosses Lochpro quancicace deß Kalcks in die Erde gemacht / undwann selbiger gnugsam umbgerühret/ so wird im ge-meldeten Trog ein Loch/ wieeine Schleuse gemacht/wann selbige nun auffgezogen wird/ so fället der dün-ne gelöschte Kalck / in dem in der Erden gemachtenLoch/ und wird beym einfallen Sand darauff geworf-fen/ welcher sich mit dem Kalck alsdann gar bequem

In Holland ist selbiger am meisten / bey ihrenSchleüsen/ cisternen und Graben im Gebrauch/ihre Bearbeitung ist gantz anders wie die vorigen/denn derselbe wird erstlich gebrqstdt/ trucken gemah-len/ nachgehends/ wann er soll verarbeitet werden/wird er mit Wasser gemischt / und r. Tage lang/ dannund wann geschlagen / jemeyr selbiger geschlagenwird / je fester er wird / cswird auch nicht mehrzuge-richtet/ als in zwey oder drey Tagen kan verarbeitetwerden / dann wann er getrocknet / so sind seine Kräss"te auch fort.

Es findet sich noch eine Art Kalck/ welche auß derErden wie Leimen gegraben / nachgehends eben so einwenig durchgearbeitet / und dann in Formen wieMauer-Steine gestrichen wird / wann selbige trockensind / werden sie wie andere Mauer-Steine im Ofenauffgesetzet/ und gebrandt / folgends gelöscht / abernichtwie der Stein-Kalck/ sondern trocken/ undauch

im trocken conlervirsc.

Dieses ist zwar zum Mauren gut / es muß aberohne dem Sande/sozumKalckgehöret/Leimmitein-eingeschlagen werden / welcher ihm alsdann sein Cor-pus und Fettigkeit giebet/ im Wasser dienet dieser garnicht / ist zum kunäamencsnzimltch beständig / obender Erde aber hat er einen guten Band / und wirdzimlich hart und fest / dem Stein-Kalck aber nichtgleich.

CAPUT VIII.