Handelt von Kalck.
C A P U T VII.
G werden vielerley Stein- vermischet / wann solches Loch voll ist / so wird derbräche zum Kalck dienlich ge- Kalck mit Sand überworffen / und mit selbigen be-funden/ der eineweiffer als der decket/ damit die Sonne die Feuchtigkeit nicht außzie-ander/ etzliche weiß wieKreyde/ hen kan / selbiger Kalck kan etzliche Jahr über so ste-wie auffdieRlviervonLonden/ hen/ und je länger er stchet / je besser selbiger zurandere wiederumb wie Felß / Arbeit sich anschicket / wann er aber soll verarbeitetdergestalt/ daß selbiges mit Ge- werden / muß er mit Spaden wie Leimen außgrsto-walt muß von einander gebracht chen/ und durchgeschlagen werden.
werden.
JnHoliand wird selbigerntchtvon Steinen / son- Es ist noch eine andere streck von Kalck/hat aber
dern von weiffen runden Muffeln / oder Schalen / so eine andere immer zu verarbeiten / selbiger wird an-am Ufer deß Meers gesamlet werden / gebrandt / ders nicht gebraucht / als zu Mauren so im Wasserwelcher Muffel Kalck genennet wird, Es sind etzki- kommen / zu Cistcrnen und dergleichen / dieser wirdche ^ucbor« die ttacuiren , daß selbiger der beste sey / Tarra, genennet / und wird im Wasser so hart/ daßweil Er von der Materie, so mit dem Wasser eine ge- er von einander anders nicht / als mit Gewalt / kanmeinfchafft hat/ gebrandt wird. gebracht werden/ in der Lufft aber taug er gar nicht.
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Der eine erfordert im löschen mehr Wäger dennder ander / und iemehr Wasser er an sich nimbt / jefester selbiger Kalck ist / steiget auch vielmehr dennder ander.
Es ist auch Kalck/ der/ in dem er gelöschet wird/alsofort verarbeitet werden muß / diese Art haben dieAlten Ciroenc geheissen / weil selbiger innerhalb L4.Stunden seinen Band bekommen / diese Art habensie gebraucht / wenn Mauren von Stück oder Feld-steinen seynd auffgezogen worden / als die Maurenumb die Statt Turin© , und Ncapolis.
Es ist auch ein kleiner Praxis im löschen deß Kalcks/die rechte Handhabung ist diese: Es wird ein Trogauff der Erden mit Bretter/ nach der HmncitätdeßKalcks so gelöschet soll werden/ gemacht / in selbigenwird der Stein-Kalck eingeleget / nachgehende durchRöhren darauff Wasser gepompet oder getragen/ derKalck aber wird allezeit gcrühret/ biß die Stücke garvon einander / und so dünne wie ein gemeiner BreywerdenBey diesem Trog / wird ein grosses Lochpro quancicace deß Kalcks in die Erde gemacht / undwann selbiger gnugsam umbgerühret/ so wird im ge-meldeten Trog ein Loch/ wieeine Schleuse gemacht/wann selbige nun auffgezogen wird/ so fället der dün-ne gelöschte Kalck / in dem in der Erden gemachtenLoch/ und wird beym einfallen Sand darauff geworf-fen/ welcher sich mit dem Kalck alsdann gar bequem
In Holland ist selbiger am meisten / bey ihrenSchleüsen/ cisternen und Graben im Gebrauch/ihre Bearbeitung ist gantz anders wie die vorigen/denn derselbe wird erstlich gebrqstdt/ trucken gemah-len/ nachgehends/ wann er soll verarbeitet werden/wird er mit Wasser gemischt / und r. Tage lang/ dannund wann geschlagen / jemeyr selbiger geschlagenwird / je fester er wird / cswird auch nicht mehrzuge-richtet/ als in zwey oder drey Tagen kan verarbeitetwerden / dann wann er getrocknet / so sind seine Kräss"te auch fort.
Es findet sich noch eine Art Kalck/ welche auß derErden wie Leimen gegraben / nachgehends eben so einwenig durchgearbeitet / und dann in Formen wieMauer-Steine gestrichen wird / wann selbige trockensind / werden sie wie andere Mauer-Steine im Ofenauffgesetzet/ und gebrandt / folgends gelöscht / abernichtwie der Stein-Kalck/ sondern trocken/ undauch
im trocken conlervirsc.
Dieses ist zwar zum Mauren gut / es muß aberohne dem Sande/sozumKalckgehöret/Leimmitein-eingeschlagen werden / welcher ihm alsdann sein Cor-pus und Fettigkeit giebet/ im Wasser dienet dieser garnicht / ist zum kunäamencsnzimltch beständig / obender Erde aber hat er einen guten Band / und wirdzimlich hart und fest / dem Stein-Kalck aber nichtgleich.
CAPUT VIII.