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Die Feuermeteore : insbesondere die Meteoriten historisch und naturwissenschaftlich betrachtet / von Otto Buchner
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Einleitung.

lehrten, prüfen und untersuchen die des wahren Kenners», bemerktBiot und deutet dabei hin auf das Streben seiner Zeitgenossenund der früheren Gelehrten besonders seines Vaterlandes, eineThatsache wegzuleugnen, die von den frühsten Zeiten an bis zuuns zwar nicht häufig, aber doch immerhin von Zeit zu Zeitund an den verschiedensten Stellen der Erde stattfindet, nämlichdas Herabfallen von Steinen aus der Luft. »Eine vornehm-thuende Zweifelsucht, welche Thatsachen verwirft, ohne sie ergrün-den zu wollen, ist in einzelnen Fällen fast noch verderblicher,als unkritische Leichtgläubigkeit. Beide hindern die Schärfe derUntersuchung», sagt A. v. Humboldt bei Besprechung des Wider-standes, welcher der Anerkennung dieser außerordentlichen undseltsamen Phänomene von Seiten der Gelehrten entgegentrat.

Doch mußte der Damm der Ungläubigkeit, welcher demFortschreiten der Wissenschaft entgegengesetzt wurde, endlichdurchbrochen werden und nun entfaltete sich die forschende undcombinirende geistige Kraft an einem Gegenstände, der ebensowunderbar und interessant, als schwierig zu ergründen ist.Es entwickelte sich eine neue phhsikalische Wissenschaft, derenWiege wir zwar schon im grauen Alterthum finden, die sichaber erst in unserer Zeit zur wahren Wissenschaft heranbildete,ohne daß jedoch behauptet werden kann, dieselbe sei auch nurannähernd zu einem Abschlüsse gekommen.

Die Steinregen hängen, und dies ist ebenfalls eine sehralte Beobachtung, zusammen mit dem Auftreten von Feuer-kugeln, deren Verwandtschaft mit den Sternschnuppenschon aus ihrem ähnlichen Aussehen, noch mehr aber aus ihremoft beobachteten gleichzeitigen Auftreten und ihrem ähnlichenVerhalten hervorgeht. Beide werden unter dem gemeinsamenNamen der Feuermeteore zusammengefaßt, und lange mußtederselbe die Stelle einer wirklichen Erklärung vertreten. Dannwurden Versuche angestellt, ihre Natur zu ergründen, aber solange vergebens, bis die übrigen Wissenschaften, vorzüglichAstronomie und Chemie, so weit entwickelt waren, um auf dieserfesten Grundlage weiterbauen zu können.