Buch 
Die Feuermeteore : insbesondere die Meteoriten historisch und naturwissenschaftlich betrachtet / von Otto Buchner
Entstehung
Seite
111
JPEG-Download
 

Tellurisches Eisen.

11t

also wesentlich ein Gemenge von Nickeleisen und Schreibersit mitetwas Zinn und Kupfer.

Ein weiterer Unterschied mancher Meteoreisen von unseremtellurischen ist die von Wöhler gefundene Eigenschaft jener,nicht immer aus neutraler Kupfervitriollösung metallisches Kupferauszuscheiden; einige thun dies erst bei Berührung mit gewöhn-lichem Eisen. Von dem Nickelgehalt des Meteoreisens ist nicht ab-hängig, ob das Kupfer reducirt wird, auch nicht von der Eigenschaftdes Mcteoreisens, Widmannstätten'sche Figuren zu geben.Wöhler unterscheidet demnach actives Meteoreisen, welchesaus neutraler Kupfcrvitriollösung das Kupfer auf sich niederschlägt,von dem passiven, wohin die meisten Meteoreisenmassengehören.

Allerdings muß hier die Frage aufgeworfen werden, ob dennüberhaupt auf der Erde gediegenes, dieser ursprünglichangehöriges Eisen gefunden werde, wie es gediegenes Gold,Silber, Quecksilber, Kupfer rc. auf Erden gibt. Diese Fragewurde lange Zeit von den Chemikern verneint; das Eisen, hießes, hat eine zu große Verwandtschaft besonders zum Sauerstoff,als daß gediegenes Eisen bei dem allmäligen Proceß der Erdbil-dung hätte zurückbleiben können. Es mußte jedenfalls mit Sauer-stoff verbunden sein, und die chemischen Vorgänge bei seiner et-waigen Reduction auf den Lagerstätten sind schwer zu begreifen.Wie sollte es aber dann den chemischen Einflüssen der Luft unddes Wassers widerstehen können? Doch häuften sich von Seitender Mineralogen die Angaben über gefundenes tellurisches Eisenderart, daß jetzt, obgleich manche Beobachtungen Mangel- undfehlerhaft sind, nicht mehr an der wirklichen Existenz gediegenen tel-lurischen Eisens gezweifelt werden kann. Die bedeutendste Massewurde 'früher isolirt auf der Halde der Grube »EisernerJohannes" bei Großkamsdorf gefunden; sie wurde fürEisenstein gehalten, war aber so schwer, daß die Fuhrleute sienicht laden wollten. Jetzt ist nicht mehr zu entscheiden, ob dieMasse im Eisensteinflötz der Grube gebrochen wurde, jedenfallsfand sich seitdem nie wieder derartiges Eisen dort. Nach Haus-