Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Abbt

Abdera

wie man sie jetzt noch in der Mathematik gebraucht. Die gigl-w sind wieder drei-fach, je nachdem die Abkürzungen Kolben, Wörter oder ganze Gedanken betreffen.Die beiden letzten Arten der «ipl.ie nennt man auch d>nti,e'I'ir»»i,in.'ie von demFreigelassenen des Cicero, TulliuS Tiro. Indessen soll schon EnniuS 1100 sol-cher Zeichen erfunden haben, zu denen Tiro die Präpositionen fügte. Andre ver-mehrten sie noch, unk Lucius AnnaeuS Seneca konnte ihrer 5000 sammeln und ord-nen. Aber auch EnniuS war keineswegs ihr erster Erfinder. Jede Sprache undVchrifr hat mehr oder minder allgemein angenommene und bekannte Abkürzungen,deren Erklärung man in verschiedenen Werken findet. Indessen ist dabei noch Vie-les unerörtert und unsicher, und der Inhalt mancher alten Schriften, Denk-mäler und Urkunden bleibt deßhalb nicht selten schwankend und mehrdeutig. Dieältesten und gewöhnlichsten Abkürzungen betreffen Vornamen, Titel und Formeln,z. B. ^1. MarcuS, .1i<I. Ädilis , Hins. Consul, <2c>5-. ConsuleS ». s. w.

Abbt (Thomas), ein philosophischer Schriftsteller, geb. den25. Nov. 1738zu Ulm , entwickelte früh seine vortrefflichen Anlagen und seinen Geschmack für dieWissenschaften. 1756 bezogen die Universität Halle, wo er sich aufPhilofophieund Mathematik legte, der Rheologie entsagend, der er sich anfänglich gewidmethakte. 1760 ward er als außerordentl. Pros. der Philos. aus die Universität nachFrankfurt a. d. O. berufen. Hier schrieb er mitten im Getümmel des Kriegsseine AbhandlungVorn Tode fürs Vaterland". Das Jahr darauf, nach-dem er einen Ruf als Professor der Mathematik nach Rütteln angenommen hatte,verlebte er 6 Monate in Berlin, wo er mit den beiden Eulsr, mit Mendels-sohn und Nicolai in Verbindung trat und thätiger Theilnehmer an den Lttera-turbriefen wurde. Das öde Rinteln machte ihn dem akademischen Leben abgeneigt,und er fing an die Rechte zu studiren, um einst ein bürgerliches Amt bekleiden zukönnen. 1763 bereiste er das südliche Deutschland, die Schweiz und einen Theilvon Frankreich, kam zu Ende des Jahres nach Rinteln zurück und gab bald nach-her sein WerkVom Verdienst" heraus, wodurch er seinen Ruhm am meisten be-gründete. Man findet in demselben erhabene Gedanken, feine Bemerkungen undeine treffliche praktische Philosophie. Dieser Schrift verdankte A. 1765 denPosten eines Hof-, RcgierungS- und ConsistorialrathS zu Bückeburg bei dem re-gierenden Grafen Wilhelm v. Schaumburg-Lippe , der ihm mit besonderer Freund-schaft zugethan war. Allein er genoß dieser Auszeichnung nur kurze Zeit, dennsckon den 3. Nov. 1766 starb er in der Blüthe seiner Jahre. Der würdige Fürstließ seinen Freund in seiner eignen Capelle prachtvoll beerdigen und verfaßtedie Inschrift seines Grabmals. A.'S Schriften sind reich an Scharfsinn,Einbildungskraft und Geist, und gewiß würde er einer unserer vorzüglichstenSchriftsteller geworden sein, wenn er die reifern Jahre des männlichen Alters er-reicht hätte. Aber auch so verdient er zu Denen gerechnet zu werden, die ün Les-sing'schcn Zeitalter zu der bessern Gestaltung der deutschen Literatur kräftig mit-gewirkt haben. Sein Ausdruck zeichnet sich durch Anmuth und kraftvolle Kürzeaus, ohne jedoch immer von Zwang und Dunkelheit frei zu sein. Seine vermisch-ten Werke sind nach seinem Tode in 6 Bänden von Nicolai herausgegeben worden(Berlin 1768 81, 2. Au,!. 1790).

Abdeichen, 1) durch einen Deich (Damm) einschließen, absondern;2) wenn eine Gemeinde (Deichacht), die zu Erhaltung gewisser Dcicke verbindlichwar, sich mit Bewilligung der Obrigkeit aus dieser Verbindlichkeit zieht, dagegenaber auch ihre fernere Wasserfichei heil durch eigne Deiche zu erreichen sucht.

Abbe r a, eine Stadt auf der thrazifchen Küste, als deren Erbauer Herculesgenannt wird. Sie rühmte sich, das Vaterland des Democritus und desPro tago-ras zu sein; indeß galt sie doch im Alterthum für der Sitz den Albernheit und Abge-schmacktheit, wie solches Wieland in seinenAbderiten " sehr ergötzlich ausgesichr t hat.