Bartholomäusnacht Barton 679
meldet; Chrvsosiomus läßt ihn auch »I Armenien und Kleinasien predige», lind einspäterer Legendenschreiber zu Albania pyla (jetztDerbent in Rußland ) den Kreuzes-tod leide». Die alte Kirche hatte unter seinem Namen ein apokryphisches Evange-lium, von dem aber Nichts aufbehalten ist. 31.
Bartholomäusnacht, s. Dluthochzeit.
Bartolozzi l Francesco), einer der berühmtesten Kupferstecher, geb. 1738zu Floren;, wo er die Zeichnenkunst beiHugfort, Feretti u. ?l. erlernte. In Venedig (wo er besonders in dem Hause des Dichters, Grafen Gozzi, wegen seines Talentsauf der Guitarre wohl gelitten war) bei seinem Lehrer Wagner, iuFlorenz und Mai-land ätzte er eine Menge andächtiger Vorstellungen, ging dann nach London , woer die ansehnlichsten Unterstützungen fand und sich ganz dem Nationalgeschmack hin-gab, sodaß er selbst in der beliebten punktirten Manier arbeitete. Seine Blatterwurden endlich so allgemein gesucht, daß eine vollst. Sammlung derselben bis auf1888 Pf. St. galt. Auch ward ihm die Stelle eines königl. Kupferstechers, so-wie ein Platz in der königl. Akademie der Künste in London zu Theil. 48 I. warer in London , als er, um das Portrait desjRegenten in Kupfer zu stechen, nachLissabon ging, wo er 1807 den Ehristusorden erhielt. Er starb daselbst im April181,7. Er war ein Meister in der Radirnadel und bediente sich des Grabstichelsnur zur Vollendung seiner Blätter. Mit Richtigkeit der Zeichnung verband er einehohe Zartheit der Ausführung. Eins seiner vorzüglichsten Blätter ist der Tod desLordChatam, nach Coypel, wovon schon vor vielen I. ein guter Abdruck mir 158Thlrn. bezahlt wurde; eins der lieblichsten seine I.iulv ->,nl cbil,I. Die Gesammt-zahl seinerWerke, worunter auch Nachahmungen von Handzeichnungen i» radir-ten Blättern, steigt über 2880. Ltein Sohn, der in London lebt und dessen Toch-ter mit dem jünger» VestriS verheirathet ist, zeichnet sich als Maler aus. Der inWien verst. Bankier Van der Nüll soll, nach einem besondern Vertrage mit B-,dessen Werke vollständig besessen haben. Auch der Engländer Mark cOvkeS be-saß B.'S Kupferstiche nebst den ersten Entwürfen und Probedrucken vollständig;sie hatten ihm 5808 Louisd'or gekostet und wurden, sowie die Bibliothek undManuscnptensammlung desselben, 1824 in London öffentlich verkauft.
Barton (Elisabeth), ein unwissendes Landniädchen zuAltington inKent(daherMädchen oder Nonne von Kcnt genannt), wurde zur Zeit desAnfangs derReformation in England von den Papisten und Anhängern der Königin KatharinaalsWerkzeug gebraucht, das cnglischeVolk gegen die von Heinrich VIII. beabsich-tigte Scheidung von dieser ersten Gemahlin und gegen die zu besorgende Trennungder englischen Kirche vom römischen Stuhle, womit der König den Papst bedrohte,einzunehmen. Ihr Irrereden in einer heftige»Nervenkrankheit benutzte der Pfarrerzu Aldington, Richard Master, und ein Kanonicus Bocking von Canterburv, ihrvorzuspiegeln, sie sei eine gottbegeisterle Prophetin und berufen, jene Unterneh-mungen des KönigS zu hindern. Sie eiferte nun in ihren Paroxvsmen gegen dessenEhescheidung und gegen herrschende Sünde» und Ketzereien überhaupt, brachteauch das Marienbild zuAldington, bei dem sie die von ihr selbst prophezeite Ge-nesung fand, zum Vortheil des Pfarrers in großen Ruf. Bocking , schon uner-laubten Umgangs mir ihr verdächtig, beredete sie, Nonne zu werden, und der Bei-fall des Erzbischofs Warham von Eanterbury und des Bischofs Fisher von Rocbestermunterre sie zur Fortsetzung ihrer Offenbarungen auf, wozu sie durch einen Briefvom Himmel berechtigt zu sein glaubte. Durch die Propkezeihung, daß Heinrich,wenn er auf der Scheidung beharre und wieder beirathe, kaum noch einen MonatKönig fein und eines schmählichen Todes sterben werde, regte sie viele Mönche undNonnen zur Empörung gegen den König auf, und ihre von dem Mönche Deeruigaufgesetzten und verbreiteren Offenbarungen brachten das Volk in solche Hlährung,daß Heinrich diej Sache vor dem Parlament anhängig machte. Nachdem Elssubeih