Band 
Erster Band. A bis Bl.
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769
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Bellini (Familie) Belloy 169

Jetzt ist das Ganze eine Ruine, die aber der schönen Aussicht auf Paris wegenoft besucht wirk.

Bellini (Jakob), nebst seinen beiden ihn übertreffenden Söhnen, Gen-tile und Giovanni, berühmte Maler, durch welche die venerianische Schulezu einer neuen Epoche der Kunst fortschritt. Von Jakob ist Nichts mehr vorhan-den; Mehres von Gentile (;. B. Lt.-MarkuS). Gentile wurde 1479 nach Kon-stankinopel an Mohammed >>., der einen geschickten Maler verlangte, gesandt; ersoll daselbst die Basreliefs der Theodosianischen Ehrensäule copirt haben und zuVenedig 1501 gestorben sein. Der Bedeutendste war Giovanni B., geb. um1424 zu Venedig und gest. um 1512. Er studirte die Natur, ohne sich nochüber sie zu erheben, und war ein guter Zeichner. Auch verbreitete er die Ölma-lerei und lieferte viele treffliche Bilder (von denen eins, der segnende Heiland, inder dresdner Galerie befindlich ist). Noch berühmter ist er durch die grollen Schü-ler geworden, die er zog, nämlich Tikia» und Giorgione , weßhaib ihn Einigeden Stifter der venetianischen Lchule nennen.

Bellmann (Karl Michael), der originellste schwedische Dichter, geb.zu Stockholm 1741, wuchs auf in stiller Häuslichkeit. Die ersten Proben seinesDichterkalentS waren fromme Lieder und andächtige HerzenSergicfuingen. spä-ter zog das lockere Leben junger Wüstlinge in Stockbolm seine Aufmerksamkeit soan, daß er ihre lustigen Abenteuer zum Gegenstand scherzhafter Gesänge wählte.Diese machten des Dichters Namen durch ganz Schweden bekannt. -LeibstGustav II!. würdigte ihn seiner Gunst und setzte ihn durch ein beguemes Amtin den Stand, bis an seinen Tod, 1795, in sorgenfreier Unabhängigkeit derDichtkunst zu leben. Die Ergebnisse derselben sind echtrolkSthümliche Lieder,meist orgische Scenen, scharf und tief aus der Natur und dem Leben der Wüst-linge aufgegriffen, sowie es sich - besonders damals) unter dem Einflüsse desschwedischen Himmels eigenthümlich gestaltete. Leibst in den geringsten Ein-zelheiten treu und wahr, und doch mit großer poetischer Kraft und nie verletzterSchicklichkeit bei den Darstellungen, herrscht in B.'S Dichtungen ein elegischerGrundton vor, der ihrem Charakter eine tiefere Bedeutung gibt. Sie konntenihrer Eigenthümlichkeit wegen wol nicht mit Glück ms Deutsche übergetragenwerden, was Rühs versuchte.

Bellona, Schwester, nach Einigen Gemahlin des Mars, den sie aufdas Schlachtfeld begleitete; daher man in ihr die Göttin des Krieges verehrte.Auf den alten Denkmäler» ist sie schwer von der Minerva zu unterscheiden. B.(auch die Wagenlenkerin des Mars, dessen Rosse ste mit blutiger Geißel antreibt)ist eine von der Minerva ganz verschiedene Göttin; denn in ihr erkennt man nurdie Mordlust, Grausamkeit und alles Scheußliche des Krieges; daher wird sieauch mir fliegenden blutigen Haaren, in der einen Hand die Geißel. Waffen inder andern, abgebildet; dagegen Minerva's Weisheit und Mäßigung selbst imGetümmel der Waffen noch sichtbar ist.

Belloy (Pierre Laurent Buyrette de), der erste franz. Dramatiker, wel-cher mit Erfolg, statt der griechischen und römischen oder ausländischen Helden,vaterländische auf die franz. Bühne brachte, geb. 1727 zu Lt.-Flour inAuvergne.Er kam als Kind nach Paris . Hier verlor er seinen Vater; seine Ltütze warein Oheim, ein berühmter Parlamenisadvocat, der ihm denselben Beruf an-wies. Er trieb dieses Geschäft mit Widerwillen, und zeigte viel Talent fürdie dramatische Kunst. Sein Oheim kämpfte diesem Geschmacke entgegen undveranlaßte ihn dadurch, sich heimlich zu entfernen. Er erschien nun an mehrennordischen Höfen als Schauspieler unrerdem Namen Dormont de Bellov. LeinCharakter erwarb ihm überall Liebe und Achtung. Mehre Jahre verlebte er zuPetersburg , wo die Kaiserin Elisabeth ihm viel Gute erwies. 1758 ging er nachCvnversations-Lexicou. Bd. l. 49