Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Abruzzen

und Terra di Lavoro grenzt, 628,660 Einw. auf 236 OM. hat und inAbruzzo ulteriore I u. II, den nordwestlichen, und Abruzzo citcriore, den südöst-lichen Theil, zerfallt. Der Apennin durchzieht init seinem höchsten Kamme (deinGran Sasso ) dieses Bergland und erschwert, da es besonders in dem lltterioresehr hoch ist und dort steile Abhänge hat, die Verbindung im Innern außerordent-lich. Die in den Abruzzen entspringenden Flüsse, der Tronto, Tronrino u. s. w.,strömen meist in senkrechter Richtung dem adriatischen Meere zu und haben, diePescara und den Sangro ausgenommen, den Charakter von Waldbächen. Sieschwellen oft von Regengüssen, besonders im Frühjahre, plötzlich an und zerstörendann die Brücken. Das Klima der Abruzzen ist rauh, Schnee bedeckt die (Kipfelder Berge vom October bis April, dichte Wälder krönen die Höhen, nur die Thälersind fruchtbar, gebe» jedoch, da die Einwohner mehr Hirten als Landbebauersind, nur den sparsamsten Bedarf von Getreide her. Mandel-, Nuß-- undandre Obstbäume gedeihen überall, Ölbäume in den tiefern Gegenden naheam Meere. Die schönsten Heerden von allen Gattungen Vieh weiden auf denHöhen und in den Thälern und sind der einzige Gegenstand der Ausfuhr. Diebedeutendsten Städte sind Aguila, Pescara (bcidc? Festungen), Ebnen (das alteTcate) und S ulmona. Die größte Wichtigkeit der Abruzzen besteht in ihrer milktairischen Lage. Als ein strategisches Bollwerk 15 gcogr. Meilen weit in den Kir-chenstaat vorspringend, werden sie besonders dadurch bedeutend, daß in ihnen nureine, jedoch für eine Armee äußerst beschwerliche Heerstraße in das Königreich,und gar keine ähnliche über das Gebirge weg vom Ufer des mittelländischen Meeresnach dem des adriatischen führt. Das Königreich Neapel kann daher, gut ver-theidigt, nur auf 2 Straßen, nämlich aus der, die längs des mittelländ. Meeresund der pontinischen Sümpfe von Rom über Terracina und Eapua nach Neapel ,oder auf der, die längs des adriatischen Meeres von Ancona über Atu, Pescarau. s. w. ms Innere führt, ernstlich angegriffen werden. Aus letzterer Straße bil-det jeder der vielen parallelen Flüsse eine vortreffliche Stellung, wo der rechteFlügel stets vom Meer, der linke vom nahen Gebirge gedeckt wird, und die Flankedes Angreifenden vom Gebirge aus bedroht ist; diese Stellungen zu erzwingen,würde bei einem tapfern Gegner viel Blut kosten. Auf der andern S träfe dage-gen über Terracina vorzudringen, ohne die 'Abruzzen im Besitz zu habe», ist nochgefährlicher, denn schon von Rom aus würde die Imke Flanke, sobald da? Heerbei Terracina angekommen wäre, auf dem Rücke» des Angreifenden von demGebirge aus bedroht sein. Ginge der Angreifende endlich auf beiden Straüen zu-gleich vor, so würde ihm die.Verbindung, ehe er Pescara , von wo aus eine guteStreck,e über das Gebirge nach Sulmona und Teano führt, erreicht hätte, gänz-lich fehlen, er jede der obigen Schwierigkeiten cimeln antreffen und zugleich Ge-fahr laufen, theilweise geschlagen zu werden. Der Besitz der Abruzzen ist daherzum Angriff Neapels unumgänglich nothwendig; ihn zu erzwingen aber sehrschwierig. Wie schon gesagt, ist von den au? dem Kirchenstaate in diese Pro-vinz führenden Straßen nur die von Rieki über Eivita ducale nach Aguila undSulmona lausende für Geschütz, und nur noch 2 andre sind für gcschloße Truppenbrauchbar, jedoch auch sehr beschwerlich; alle andre Wege sind Saumpfade, woMann hinter Mann geben und die Eavalerie die Pferde führen nnck. Die Straßevon Rieti ist also die einzige, wo ein Hauptangriff unternommen werden kann;auf ihr erleichtern aber der starke Paß von Antrodocco und zahlreich' gute Stel-lungen die Vertheidigung. Außerdem machen die dickten Wälder mir tiefenSchluchten einen Krieg »ach Art der Guerillas oder der Tiroler im Rücken desFeindes möglich, und hätten die Neapolitaner kriegerischen Geist, so wurdendie Abruzzen bei jedem Angriff'große Oprer kosten. Wenn aber einem VolkeMuth und Kraft fehlt, wenn die Soldaten, in feiger Erschlaffung versunken.