Aganippe Agathofles IIS
ten Griechenheeres ward und allein 160 Schiffe bemannte. In der Bucht Aulisin Böonen versammelte sich das Heer. Nachdem Diana lange die Abfahrt derFlotte durch eine Windstille gehindert hatte (verg. Iphigeniaj, kamen endlichdie Griechen vor Troja an. Während der langwierigen Belagerung der Stadt,sowie in den mir abwechselndem Glück geführten Gefechten und in der Ralhsvei-sammlung erscheint A. stet? seines Ranges über die andern Fürsten würdig. Erkämpft mit den Tapfersten und gibt sich jeder Gefahr preis; in den Berath-schlagungen spricht er mit Einsicht und Würde und behauptet unter allen Umstän-den sein königliches Ansehen. Sein Streit mit Achilles ist unter Achi lles erzähltworden. Als er »ach lOjährigcr Belagerung und endlich erfolgtet' Einnahme vonTroja glücklich in seine Heimath zurückgekehrt war, fand er daselbst durch Verrathden Tod. Ägisth, des Thycstes Sohn, dem er bei seiner Abreise die Ermordungdes AtreuS verziehen und Gemahlin und Kinder anvertraut hatte, überfiel ihn ge-,meinschaftlich mit Klytämnestra über der Mahlzeit und erschlug sowol ihn alsdie ihm zu Theil gewordene Tochter des Priamus, Kaffandra, nebst ihren Kin-dern. So erzählt Homer ; nach Andern ermordete ihn Klvtämnestra im Bade,nachdem sie ihn in ein trügerisches Hemde verwickelt hakte. Als Ursache des Mon-des wird von Einigen ihr ehebrecherisches Einverständniß mit Ägisth, von Andernihre durch die Kaffandra gereizte Eifersucht angegeben.
Aganippe, eine Duelle, welche nach der Erzählung der griechischen Dich:ter, ebensowie die Hippokrene, auf dem Gipfel des Helikon vom Fußtritte desPegasus entsprungen war, und die Eigenschaft hatte, daß, wer aus ihr trank,zum Dichter begeistert wurde. (Vgl. Helikon.)
Agapen, s. Liebesmahle.
Agar (JeanAntoine Michel), Graf von Mosburg, geb. im Depart.du Lot, war Advocat und Professor zu Cahors . Er begleitete s. LandsmannMurat nach Toscana, welches er vor der Abtretung an den König von Etruricnorganisiere, und arbeitete bei den Verhandlungen der Eonsulta in Lyon und Mai-land . Murat machte ihn zu seinem Principalminister ün Großherzogthum Berg.wo er sich durch verständige Maßregeln unter schwierige» Verhältnissen allgemeineAchtung erwarb, und schenkte ihm 180', als er ihn mit einer seiner Nichten ver-ehelichte, die Grafschaft Mosburg, aus bergischen Domainen bestehend. Die preuß.Regierung hatte dieselbe anfangs segucstrirt, räumte ihm jedoch solche 18 r 6 wiederein. Während Murak's Regierung in Neapel wurde er dort Fnianzminister undentwarf die von Murat octroirw Verfassung, welche am nämlichen Tage publieirtwurde, als Murat aus Neapel fliehen mußte. A. lebt jetzt in Paris .
Agarhodämon (griech.), ein guter Geist, dem der Kakodämon, böseGeist, entgegengesetzt ist.
AgathokleS , einer der kühnsten Abenteurer des Alterthums. Die Ge-schichte desselben ist vorzüglich aus Diodor von Sicilien, B. 19 und 20. vonBruchstücken des 21. B., und aus Justin B. 22 und 23 zu schöpfen. Beidebenutzten verschiedene Quellen und weichen daher, besonders in seiner Iugendge-schichte, sehr von einander ab. A. war der Sohn des Karkinos, der, auS.Rhe-güim vertrieben, sich zu Thermä in Sicilien aufhielt. Wegen eines bedenklichenDrakelspruchs wurde er als Kind ausgesetzt, durch die Mutter aber heimlich erzo-gen. Den 1jährigen Knaben nahm der reuige Vater wieder an und ließ ihn zuSyrakuS , wo er jetzt, durch Timolcon unter die Bürger aufgenommen, lebte,das Töpferhandwerk lernen. Durch einen vornehmen Ldvrakusaner, DamaS, denihm seine Schönheit geneigt machte, wurde er aus der Dunkelheit hervorgezogenund bald an die Spize eines Heers gegen Agrigent gestellt. Durch die Ehe mit desDamas's Witwe wurde er einer der reichsten Männer von SyrakuS . Unter derHerrschaft des Sosistratus mußte er nach Tarenr fliehen, kehrte aber nach dessen