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Ägypten (Geschichte)
arbeiteten, deren Zahl aber nach und nach, obgleich über 7000 Arbeiter an an.steckenden Krankheiten starben, bis auf 290,000 vermehrt wurde, von denenjeder etwa 6 Gr. Tagelohn erhielt. So kam der Canal schon am 13. «ept. zuStande. Er beginnt unterhalb L>aonö am Nil und endigt bei der PompejuSsäule;er ist 41,706 Klafter lang, 13 breit und 3 tief. Dies ist der Anfang zu der Aus;führung des Plans, den unmittelbaren Handel von Ale.randrien mit Arabien undIndien wiederherzustellen. Seit kurzem hat er eine Telegraphenlinie, und zuBulak bei Kahira eine Druckerei'), eine Militairschule und eine höhere Lehran-statt errichtet, vorzüglich um Drogmans und Beamte zu bilden. Französische undItalien . Officiere sind dabei als Lehrer angestellt. Auch sandte er 1826 mehre jungeÄgypter nach Frankreich , um europäische Ausbildung zu erlangen. — UnterMohammed'S Regierung finden alle europäische Reisende, welche ihrEntdeckungS-eifer jetzt zahlreicher als je zu jenen Gräbern und Denkmalen einer untergegange-nen Civilisation hinzieht, Echutz und Unterstützung; doch ist eü noch immer nichtmöglich, alle Hindernisse zu beseitigen, welche der Argwohn, der Fremdenhaß unddie Habsucht der Beduinen - ScheikhS dem Europäer in den Weg legen. Ohne diefrühern Reisen des Briten Brcwne, der Deutschen Hörne mann und Burck-hardt (s. d.!, von denen die beiden Erstem keine Spur von dem Tempel des Jupi-ter Ammon gefunden haben, zu erwähnen, nennen wir nur einige der neuesten.Unter diesen ist die Reise des Italieners Belzoni (s. d. 1819 die merkwürdigste.Der Italiener Ritter Frediani s. d.l machte eine pomphafte Beschreibung derRuinen des Tempels des Jupiter Ammon, in seinem Briefe aus Schiwah vom30. März 1820, bekannt; allein der preußische Architekt Gau s. d.) aus Köln widersprach den Angaben Frediani'S; so auch der vormalige franz. Generaleonsulin Ägypten, Drovetti. Dieselben Ruinen will der Franzose Cailliaud un-tersucht und ausgemessen haben. Auch entdeckte er die alten Smaragdgrubenam Berge Zabarah und fand sie ganz in dem Zustande, in welchem die Ingenieursder Prolcmäer sie verlassen haben, mit allem Geräthe, woraus sich das Verfahrender Alken beim Bergbau einigermaßen erkennen ließ. 1820 begleitete Cailliaud den Sohn des VicekönigS auf dem oben erwähnten Zuge nach Dongolah. Cail-liaud'S Reise in die OasiS von Theben und in die östlich und westlich daran stoßen-den Wüsten gab Iomard heraus. Die Reise des britischen ArtilleriecapitainsHenry Light nach Agvpten, Nubien und dem heiligen Lande übers., Jena 1820)darf neben der von Burckhardt kaum erwäbnt werden; doch ist sie, was den Paschavon Agvpten, Jerusalem und die Drusen betrifft, nicht ohne Interesse. Wichti-ger ist die Imonakliche Reise des Obristlieutenants Fih-Clarence (des Adjnt. desGeneralgouverneurs in Ostindien, MarguiS Hastings) von Bombay durch Indien und Agvpten nach London 1818. Noch verdient die Reisebeschreibung zweier Bri-ten: Waddington und Hanburp, welche den Heereszug des Pascha von Ägvptennach Nubien 1820 begleitet haben, Erwähnung. Sie wollen Dongolah undTar?-hegga genauer untersucht und das alte Saba (?), später Merogenannt, entdeckthaben. Des britischen Consuls Satt in Agvpten gesammelte Nachrichten werdenjetzt zum Druck geordnet. 1824 unternahm ein engl. Seecapit., N. F. Gordon,eine Reise den Nil aufwärts, um die Quiellen des Behr-el-Abiad zu entdecken.Er starb aber zu Billel-Medinet (eine Tagereise von Sennaar). Seit 1828 bereistChampollion d. I. das Wunderland. — Auch Deutsche haben den Orient undAgvpten wissenschaftlich durchforscht. So Seehen (s. d.), dessen Tagebuch wahr-scheinlich bald erscheint; Sieber (s. d.), dessen Reilewerk Kreta (Leipz. 1817),Kairo und Jerusalem (Prag 1823) beschreibt; und Rüppell aus Franks. a.M.(E. Afrika .) Im Aug. 1820 unternahm der preuß. Generalmajor Menü von
*) Aus dieser Druckerei sind schon niedre Werke hervorgegangen, u. a. ein „v,Honnrio lt»Ii,no et srsbo", ttolscoo, stell» sismp. resle (1822, 2 Thle.).