158 Albalonga Albani (Familie)
A. wurde deßwegen vom Hofe auf sein Schloß Uzeda verwiesen. Hier lebte er2 Jahre, als die Unternehmungen des Don Antonio, Priors von Craro, dersich zum König von Portugal harte krönen lassen, Philipp II. zwangen, zudemManne seine Zuflucht zu nehmen, auf dessen Talente und Treue er ein großes Ver-trauen setzte. A. führte ein Heer nach Portugal , gewann 2 Schlachten in 3Wochen, vertrieb den Don Antonio und unterwarf 1581 ganz Portugal seinemSouverain. Er bemächtigte sich der Schätze der Hauptstadt und erlaubte sei-nen Soldaten, die Vorstädte und ihre Umgebungen mit der gewohnten Raub-sucht und Grausamkeit zu plündern. Philipp, darüber unwillig, wollte das Be-tragen seines Generals untersuchen lassen, den man überdies beschuldigte, daherdie Reichthümer der Überwundenen zu seinem Vortheile angewandt habe. Alleineine trotzige Antwort des Herzogs und die Furcht einer Empörung desselben verhin-derten es. Der Herzog starb den 21. Jan. 1582 in einem Alter von 74 I. A.hatte eine stolze Haltung, ein edles Ansehen und einen starken Körper; er schliefwenig, arbeitete und schrieb viel. Man behauptet von ihm, daß er wahrendKÜjähriger Kriegsdienste gegen verschiedene Feinde nie eine Schlacht verlor und nieüberfallen wurde. Allein Übcrmuth, Härte und Grausamkeit hesseckten seinenRuhm.
Albalonga, eine ansehnliche Stadt in Latium , der Sage nach erbautvon AscaniuS, des Äneas Sohne, nach dessen Tode von Äneas SrlviuS, demzweiten Sohne des Äneas, beherrscht, und als Vaterland des RomuluS und Re-inus die Stammmutter Roms, unter dessen Oberherrschaft es durch den Siegder Römer im Kampfe der 3 Horatier und der 3 Euriatier kam. Noch erinnertan Albalonga der schöne Albanerseemir dem Emissär und das Taste! Gan-dolfo. (S. Albano.)
A l b a n i (Francesco), ein berühmter Maler, geb. zu Bologna 1578, be-suchte die Schule des Niederländers Dionys Talvart, der in Bologna einen großenRuf hatte, und gehörte bald zu den ausgezeichnetsten Schülern desselben. NehenDomenichino, mit dem ihn Neigung für die Kunst und Freundschaft eng verban-den, arbeitete er hier mehre Jahre, und in der Art der Farbengebung bemerktman zwischen Beiden einige Ähnlichkeit. Aber in der Eigenthümlichkeit der Er-findung übertrifft er seinen Freund sowie alle seine Nebenbuhler aus der schuleTalvart'S. MengS erhebt ihn in Ansehung des Studiums weiblicher Gestaltenüber alle Maler: ein Urtheil, dem wir jedoch nicht unbedingt beistimmen können.Die Tomposiiionen, welche man am häufigsten von ihm sieht, sind die schlafendeVenus, Diana im Bade, Danae auf dem Lager, Galaihea auf dem Meere,Europa auf dem Stiere. Meisterhaft ist auf allen seinen Gemälden die eigen-thümliche Farbe des Laubes und der Bäume, die Lauterkeit der Quellen und Ge-wässer, die Klarheit der Luft; nur wiederholt er sich darin zu oft. BiblischeGegenstände hat er weniger für seinen Pinsel gewählt. Die von ihm in dieserGattung vorhandenen Gemälde zeichnen sich vornehmlich durch die Schönheit derEngelsköpfe aus. Im Allgemeinen gelangen ihm Bilder von geringerm Umfangam vollkommensten. Er hatte in Rom und Bologna eine zahlreiche Schule.Die Schüler Guido'S, mit dem er wetteiferte, warfen ihm Weichlichkeit undKraftlosigkeit des Styls vor lind behaupteten, daß er männlichen Gestalten keinenBldel zu geben versiehe. Darum vermied er aber auch alle Darstellungen, welcheFeuer und Begeisterung erfodern; und nicht mit Unrecht hat man ihn den Ana-kreon der Maler genannt. Diese Beschränkung seiner Leistungen schadete ihmnach und nach und war Ursache, daß er seinen Ruhm überlebt hakte, als er 1660,82 Jahr alt, starb. Er hat mehre Schriften hinterlassen, die uns Malvasiaaufbehalten hat.
A l b a n i, eine reiche nnb berühmte Familie Roms, die auüAlbanien, wo-