Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
164
JPEG-Download
 

164 Albert (Cosunir) AlbcrtuSlhoIer

das, er den ihm gegebenen Beinamen in seinem Zeitalter mit Recht verdient habe.Sie beschäftigen sich vernehmlich mir Erklärung des Aristoteles, wobei er auch dieAraber benutzte. Um ik» näher kennen zu lernen, verweisen wir aufBuhle's „Lehr-buch der Geschichte der Philosophie" und vornehmlich auf Tiedemann'S „beschichteder specnlarivenPhilosophie". —Albernsten hießen im 13. Jahrh, die Scho-lastiker, welche seinen Meinungen anhingen.

Albert (Casimir), königl. Prinz von Polen und Sachsen , Herzog zu Te-schen, gewöhnlich Herzog von Sachsen-Te scheu genannt, der Sohn des K.Llugust III. von Polen und scheint des.st. von wachsen, geb. zu Vloritzburg beiDresden den 11. Juli 1733, starb zu Wien den 10. Febr. 1322. ?Rir seiner Ge-mahlin, der Erzherz. Marie Christine , Tochter des röm.araisersFranz I., die Hber-statthalterin indenöstia Niederlanden war, verwaltete er genteinschaftlich diese Pro-vinz. Der Aufruhr der Brabanter 1739 nöthigte ihn Brüssel zu verlassen. Ei' be-gab sich nach Wien , kehrte jedoch bald, nach der Unterdrückung des Aufstandes durchein östr. Heer, auf seinen Statthalterposte» zurück. In dem Kriege mit Frankreich 1792 conunandirte er das Belagerungsheer vor Lille (21. Sept. bis 1ü. Het. -,mußte aber die Belagerung aufheben, und bald darauf, als er und Beaulien beiP'mappes den 6. Nov. geschlagen worden waren, ganz Belgien räumen, woDu-mourie; steh behauptete. In dem folgenden Feldzuge verließ er seines hohen Alterswegen die Armee und hat seitdem kein Conunando übernommen, sondern sich fort-während am wiener Hofe aufgehalten. Maria Theresia gab ikm bei seiner Ver-mählung mit der Erzherz., ihrer Tochter, 1766, das Fürstenkbrm Teschen imöstr. Schlesien . Seiner Gemahlin, die den 21. Juni 1793 kinderlos starb, bat erein von Canova verfertigtes, prächtiges Denkmal errichtet. Von seinen aniehnli-chen Einkünften machte er den ruhmvollsten Gebrauch. Ihm verdanke die wienerVorstadt Mana Hilf eine prächtige Wasserleitung.- Sein Palast in Wien einhielteine berühmte Kupferstichsammlung, nebst vielen Hriginalzei.hmmgen von Rafael,Michel Angelo, Guido und Dandrk, sowie westliche Gemälde von Fiiger, Angel.Kaufmann, Methan, Hacker, die Madonna von Carlo Dolei, von Berghem diepissende Kuh u. a. m. Sein Erbe war der Erzherzog Karl. 20.

A l b e r t u S t h a l e r. Man hat halbe, Viertel -nnd Achrel-AlbertuStha-ler. Zuerst ließen solche 1593 die Statthalter der südlichen Niederlande , ErzherzogAlbrecht von Östreich und'seine Gemahlin, die spanische Prinzessin Isabelle, prägen.Wie die Piaster jetzt aus Spanien nach den Lraaren Europas gehe», welchen-Spanien im Handelsumsatz Geld zugeben muß, so waren damals die südlichen Nie-derlande die Abnehmer der Lülberbarren der Lpanier und bezahlten dafür die Staats-anleihen, Zinsen, Subsidien und die zahlreiche spanische Armee, welche hier ihreHauptstellung hatte, um Belgien gegen Frankreich und die Holländer zu verthei-digen und die Habsburgische Secundogenirur in Deutschland zu unterstützen, unddas Zahlungsmittel waren die AlberruSthaler im Werth von I Thlr. 7-f GroschenConv.-Geld, im Gehalt von 13 Loth 3 Grän, deren 8; auf die rauhe, und9ä aufdie feine Mark gingen. Später gingen solche stark nach Rußland, Polen und derTürkei : Staaten , aus denen noch jetzt die civilisirten Völker viele rohe Prod uctebeziehen, wofür sie im großen Waarennmsatz Geld zugeben müssen, und ihnen amnützlichsten in einer einmal bekannten Münze zahlen. Daher prägten auch andreeuropäische Ldtaaren, die dahin große Zahlungen zuschicken halten, Albertus-thaler,zuerst Braunschweig 1747, dann die Kaiserin Maria Theresia , mit dem Andr eas-kreuz 1752, der Herzog von Holstein, Großfürst Perer von Rußland 1753, Kö-nig Friedrich II. von Preußen 1767, und sein Nachfolger, König Friedrich Wil-helm II., 1797. Die nun erloschenen Herzoge von Kurland prägten solche von1752 — 30 als Landesmünze, und noch vor kurzem rechneten Kurland und Tief-land im Handel nach Albertusrhalern zu 90 Groschen ä 18 Pfennigen.