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Alcibiades
Verwandlung der Metalle läßt sich Nichts mit Gewißheit entscheiden. Zwar hat dieneuere Chemie darüber abgesprochen, und, indem sie die Metalle unter die ein-fachen Urstoffe seht, die Möglichkeit, daß ein Stoff in den andern, folglich eingeringeres Metall in Gold verwandelt werden könne, geleugnet. Auch mögen diemeisten Erzählungen von wirklich geschehener Umwandlung eines Metalls in Goldauf Betrug oder Selbsttäuschung beruhen, obgleich manche unter Umständen undmit Aufführung von Zeugen begleitet sind, welche sie wahrscheinlich machen. In-deffen da der menschliche Forschungsgeist nicht stille steht; da in der Chemie selbstimmer mehre auffallende Entdeckungen gemacht, die Metalle schon selbst nicht vonallen Chemikern als einfache, sondern als zusammengesetzte Stoffe angenommenwerden; da man mittelst der Galvanischen Batterie selbst das Kali in ein metall-ähnliches Erzeugniß verwandelt hat, so muß man die Möglichkeit, Metall ausandern Substanzen, welche die Stoffe dazu enthalten, hervorzubringen, und einMetall in das andre umzuwandeln oder vielmehr zu veredeln, an seinen Ort ge-stellt sein lassen. Auch darf inan nicht alle Alchymisten als Betrüger ansehen.Viele arbeiteten in wirklicher Überzeugung der Möglichkeit, zu ihrem Zweck zu ge-langen, mit unermüdrter Geduld in der Aufrichtigkeit und Reinheit teü Herzens(die von den echten Alchymisten als vorzügliches Erfoderniß zum Gelingen dieserArbeiten dringend empfohlen wird); allein Theosophen und Schwärmer allerleiArt, sogenannte Magier, unwissende Menschen, die aus Goldbegierde, ohnehinreichende chemische Kenntnisse, sich auf die Alchymie legten, verunstalteten diechemischen Erfahrungen mit ihrem Aberglauben. Viele Betrüger brauchten dieAlchymie zum Deckmantel ihrer Habsucht und betrogen die Schwachen um Geldund Gut. Mancher, auch noch in unsern Tagen, der, ohne gründliche chemischeKenntnisse zu besitzen, von alten alchymistischen Büchern, die er nicht verstand, zulangwierigen Arbeiten, zu Verschwendung großer Geldsummen und Vernachlässi-gung seiner Berufsarbeit verleitet wurde, hat dadurch seinen Ruin herbeigeführt.Bis jetzt ist die Chemie noch nicht dahin gelangt, nach sichern Grundsätzen die Ent-stehung der Metalle in ihren einfachen Stoffen, die Gesetze, nach welchen die Natursie hervorbringt, ihr Wachsthum und ihre Veredlung einzusehen, und diesen Proceßder Natur zu begünstigen oder nachzuahmen; folglich ist bis jetzt jede Arbeit derAlchymisten, das Suchen nach dem Stein der Weisen, ein Herumtappen im Fin-stern, und sie sind von Unwissenheit, Täuschung und Betrug in ein Labyrinth ge-bannt, aus dem sie sich nicht herauszufinden vermögen. Vgl. Wiegleb'S „Histor.krit. Untersuchung der Alchemie" (Weimar 1711). I I.
Alcibiades. Dieser berühmte Grieche war ein Sohn des Klimas undder Dinomache, geb. zu Athen in der 82. Olympiade (gegen 450 v. Chr.). Erverlor seinen Vater in der Schlacht bei Chäronea und ward darauf in dem Hausedes Perikles , seines mütterlichen Großvaters, erzogen. Dieser war zu sehr mitden Angelegenheiten des StaatS beschäftigt, um ihm die Sorgfalt zu widmen,welche die Heftigkeit seines Charakters erfoderte. A. verrieth von Jugend auf, waser einst sein werde. Einst würfelte er mit einigen Altersgenossen auf der Gasse,ein Wagen kommt dazu; er bittet den Fuhrmann zu halten, und da dieser sich wei-gert, wirft er sich vor das Rad und ruft: „Fahre jetzt, wenn du den Muth käst!"^jn allen Studien, in allen Körperübungen versuchte er sich mit Glück, seineSchönheit, seine Geburt, das Ansehen des Perikles , seines Vormundes, verschaff-ten ihm eine Menge von Freunden und Verehrern; nachtheilige Gerüchte überfeineSitten waren die Folge davon. SokrateS schenkte ihm seine Freundschaft undboffce, ihn zum Guten leiten zu können. Auch gewann er unleugbar eine großeGewalt über ihn, und aus allen Zerstreuungen kehrte A. stets zu dem Phi-losophen zurück. Die ersten Waffen trug er bei der Unternehmung auf Pondäa;er wurde hier verwundet; SokrateS , der an seiner Seite focht, vertheidigte ihn