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Alexander l. (Kaiser von Rußland )
mächtig« Unternehmen des Fürsten Alexander Ppsilanti'S (s. d.) öffentlich,nahm j.doch die Ldache der Menschheit und des Christenthums bei der Pforte inSchuh. (S. S t r o g a n o ff.) In dem Geiste desselben Bundes hat er, völligmit dem wiener Cabinet einverstanden, aus Liebe zum Frieden und aus Ach-tung für das allgemein in Europa angenommene Staatensystem, die günstigsteGelegenheit, aus dem gerechtesten Grunde das barbarische Reich der Türken inEuropa zu zerstören ünd die Länder am Bosporus und das classische Hellas derchristlich-europäischen Cultur und der gesetzlichen Ordnung zurückzugeben, zureignen Vergrößerung nicht benutzt. Wie sehr übrigens A. die freisinnige Rich-tung des Zeitalters erkannte und achtete, hat er in Wien, Aachen und War-schau bei mehren Gelegenheiten bewiesen. Sein Briefan den Vicekönig von Polen ,den Fürsten Zajonczeck (Aachen , Oct. 1818), ist ein schönes Denkmal dieserGesinnung. In demselben Geiste sagte er den 5. März 1819 zu einer Deputa-tion des lieständischen Adels, welche ihn um Bestätigung der neuen, zum Vortheildes lieständischen Bauernstandes entworfenen Verfassung bat, die denkwürdigenWorte: „Sie haben im Geiste unsers Jahrhunderts gehandelt, in welchem nurliberale Gesinnungen das Glück der Völker begründen können". — Charakteri-stisch war seine vor mehren Jahren an die Frau von Lätaöl gerichtete Bemerkung:„Die Leibeigenschaft wird Ihr Auge hier zu Lande beleidigen. Das ist nichtmeine Schuld. Ich habe das Besspiel gegeben. Aber ich kann nicht Gewaltbrauchen; ich muß die Rechte Andrer achten, als ob es eine Constüution gäbe,die unglücklicherweise nicht vorhanden ist". — Frau von Staöl erwidertedarauf, was die Geschickte einst wiederholen wird: „8i,e, votre carueteioesl uns aoiittitutivii". Mit derselben Gesinnung hatte er schon beim Antritt«seiner Regierung die geheime Staatspolizei und Büchcrcensur aufgehoben, letzterejedoch später wieder eingeführt, übrigens den 7. April 1801 erklärt: „Ich er-kenne keine Gewalt für rechtmäßig, die nicht aus den Gesetzen stießt". In die-sem Geiste hatte er die Jesuiten (den 1. Jan. 1816) aus Petersburg und Mos-kau , zuletzt (am 25. Mär; 1820) aus dem ganzen Reiche, weil sie sich in Re-gierungsangelegenheiten zu mischen wagten und den Frieden im Innern der Fa-milien störten, entfernt; er hatte das Proselytenmachen verboten, den Ducho-borzen (1817) freie Religionsübung zugesichert und die Bildung der Juden be-fördert. In demselben Geiste entfaltete A. fortwährend die innere Kraftund die äußere Macht seines ungeheuern Reichs. Die Erwerbung Grusiniens,Bialystocks, Finnlands, Warschaus, Schirwans und Bessarabiens hat die Reichs-grenzen fast überall undurchdringlich gemacht und die Volksmenge dts Reichs von36 Mill. bis auf mebr als -13 Mill. — meistens Europäer — vermehrt. Dasschnelle Aufblühen Moskaus aus seiner Asche, die wacksende Cultur in Sibirien und der Krim , die um 800.000 Menschen vermehrte Volkszahl in den Gouver-nements TobolSk, Tomsk und Irkuhk, und ähnliche Zeichen der zunehmendenWohlfahrt des Reichs haben A.'S Regierung verewigt. Ob der Riesenplan,die Grundsäulen der russischen Staatsmacht, den Bauern - und den Kriegerstand,auf das innigste zu verschmelzen, sich in der Erfahrung bewähren wird, muß dieZeit entscheiden. (S. Mi lita i rcolonien Rußland S .) Überhaupt erwartetVieles von Dem, was A. eingerichtet hak, von der Zukunft seine Beuäkigungund Entwickelung. So hat er durch die Verordnung vom 28. Dec. 1818 allenBauern im Reiche das Reckt ertheilt, Fabriken und Manufacturen zu errichten :ein Recht, das bisher nur dein Adel und den Kaufleuten der ersten und zweitenGilde zustand. Eine zweckmäßigere Einrichtung des ReichkschuldenwesenS und derAmortisationscasse gestattete die Erleichterung von Abgaben; daher hob der ttkasvom 1. Jan. 1819 die am I I. Febr. 1812 eingeführte Kriegslleuer von dem Er-trage des Grundeigenthums wieder auf, aber mehr zu thun hinderte die koübare