318 Apertur Apis
und liefern das für das heiße Klima Italiens so unentbehrliche Eis. In den A. gibtes wenig große Thäler, wenig -Leen und Flüsse, desto mehr Sümpfe am Fuße ih-rer Verberge. — Die innere Eonstruction der Kette zeigt eine große Einförmigkeit,indem die herrschende GebirgSart, ein dichter weißer Kalkstein, sich in den verschie-denste» Gegenden auf dieselbe Weise darstellt. Abweichend ist der nördliche mit denAlpe» zusammenhängende Theil, sowie auch der südlichste; beide zeigen eine man-nigfaltige Abwechselung älterer GebirgSarte». Auch die Verberge und Dorhügel derA. zeigen Mannigfaltigkeit im Innern. Urgebirgsarten fehlen in dem mittlernTheile der Kette gänzlich; in dem obern sind sie wenigstens nicht häufig, in den»südlichen erscheint jedoch Granit, Gneis und Glimmerschiefer in bedeutender Ver-breitung. Ausgebreitet und reich a» verschiedenartigen Gliedern ist dagegen dieUbergangSformation, und man findet Grauwacke, Thonschiefer, Kalkstein (z. B.den carrai ischen Marmor) und Gabbro. Ebenso weit Verbreiter ist der unter demNamen Apenninen kalk bekannte dichte Flötzkalkstein, welcher wahrscheinlichder Jura-Kalkformation angehört. Reich sind die Apenninen ferner an den jüng-sten Gebilden und an dem sogenannten vulkanischen Tuff, welcher seine Bil-dung einer Fortschlamniluig vulkanischer Materien durch Wasser und einem Absäßedaraus verdankt. Eigentliche vulkanische und sogenannte Trappgebilde sindd^r Hauptkettc der Apenninen fremd; diese beschränken sich auf den südöstlichenTheil Italiens, und nur der Vesuv , die erloschenen Vulkane von Nemi und Albano,sowie der Lavastrom von Borghetto, nähern sich den Grenzen der Kette.
A p e r t u r jur. , Eröffnung. 1) Aurückfall eines Lehns an den Lehnsherrn,wenn der Stamm des Vasallen erlischt, oder das Lehn durchFclonie verwirkt wird.2) OffiiuiigSrecht (ju, upe>t»n>e), das durch Vertrag erlangte Recht, daß derEigenthümer eines Schlosses solches dem Berechtigte» zu jeder Zeit öffne» muß.
Aphorismen, abgerissene Sätze; in der Wissenschaft kurze Sähe, inwelchen der Hauptinhalt einer Wissenschaft vorgetragen wird. Bekannt sind Hip-pokrates'S Aphorismen; daher der Ausdruck: aphoristische Schreibart, d. i.die Schreibart in kurzen, abgebrochenen Sätzen, wobei ein innerer logischer Zu-sammenhang in hohem Grade stattfinden kann. Die aphoristische Schreibart wirdbesonders dem ausführlichen, fortlaufenden Vortrage entgegengesetzt. Fälschlich hatman die aphoristische Schreibart den Vortrag in Paragraphen genannt, da die Pa-ragraphenbezeichnung und Abtheilung hierbei ganz zufällig ist, und auch ei» ausführ-licher, grammatisch fortlaufender Vortrag unter Paragraphen gestellt sein kaun.
A phrodite, die Liebesgöttin bei den Griechen, gleichbedeutend mit Aphro-geneia, d. i. aus dem Schaum des Meeres entsprungen (die Schaumgeborne). —Aphrodisia, ein der Venus geweihtes Fest, das an mehren Drtcn Griechen-lands, am feierlichste» auf der Insel Evpern, begangen wurde.
ApiciuS (M. GabiuS), ein Feinschmecker zu den Zeiten des AugusiuSund Tiberius. ° Er führte die leckerhaftcste Tafel in Rom , beurkundete sein Geniefür die Kochkunst durch Erfindung »euer Speisen, und nahni endlich, da er seingroßes Vermögen erschöpft hatte, Gift, um nicht, wie er fürchtete, Hungerssterben zu müssen. Auserdem werden noch 2 ApiciuS als römische Schlemmergenannt. Aber das Kochbuch: „Ne .ii w ,-,nsuin,nit>", welches unter A.'S Na-men vorkommt, rührt von keinem dieser Drei her, sondern von einem Cölius,welcher sich den sprüchwörklichen Beinamen ApiciuS gegeben hat (neueste AuSg.von Bei »holt, Anspach 1.806).
Apis, ein von den Ägyptern, vornehmlich zu McmphiS, göttlich verehrterLtier. Nach dem Volksglauben wurde eine Kuh durch einen Lichtstrahl vomHimmel, besonders vom Monde, mit ihm befruchtet. Er mußte schwarz sei» undein weißes Dreieck auf der Stirn, auf der rechten Seite eine» weißen halbmondför-migen Fleck und unter der Zunge eine Art von Knoten haben, der einem Käfer