Archäologie 38i)
Talg, Kronleinsaat, Pelzwerk, Häuten, Schiffsbauholz, Wach-, Eisen, grobemLinnen, Schweinsborsten, chinesischen und japanisch»',! Waaren, Caviar, Hainsen -c. Über 20» Schiffe fremder Flaggen laufen dort jährlich ein: 1823 lie-fen 230 aus. Ein großes Hinderniß des Handels ist die Sandbank uor dem sonstsichern Hasen, die nur l2-s Friß Wasser hat. Die Festung Nowo-Dwiesk schütztdie Einfahrt des Hafens. Jetzt ist dort ein Werft für Kriegsschiffe, welche die rus-sische Regierung nirgends in ihren Staaten wohlfeiler erbaut, und ein trefflichesNiedcrlagehaus für verzollte fremde Waaren. Im April bricht sich das E>S in derMündung der Dwina, an deren User im 65. Grad N.Br. die Vegetation des Ge-treides und Obstes zugleich gänzlich aufhört. 11 Werste von der Stadt liegt dasSchiffswerft mit 3 Docken. In Archangel residirt ein Civil- und Milüairgouver-neur, und ein Erzbischof. Die AdmiralitätSgebäude und Casernen der Matrosenliegen auf der Insel.SolombalSk, welche der Fluß Kuschenida bildet. 1816 warder Werth der eingeführten zollbaren Guter 1,138,000 Rubel, und der ausgeführ-ten 8,600,000 Rubel. Für den Schleichhandel der Einfuhr sind dort die kurzenNächte der kürzeste Tag dauert 3 Stunden 12 Minuten) ein natürliches Hin-derniß, während der kurzen Seefahrtsmonate. Von hier gehen jährlich viele Expe-ditionen auf Fischfang und Jagd nach Spitzbergen und Nowaja-Semlja zu Was-ser, zu Schlitten im Winter bi« zur Lenamündung und vielleicht weiter.
A r ch ä o l o g i e, in weiterer Bedeutung ÄlterthumSkunde überhaupt, wel-che den Zustand und die Verfassungen der Völker der alten Welt kennen lehrt, ent-weder im Allgemeinen oder im Besondern (hebräische, jüdische, griechische, römi-sche, deutsche, gallische Archäologie u. s. w.). In engerer Bedeutung: die Wis-senschaft von den Antiken oder Kunstdenkmalen des Alterthums, als Wer-ken schöner Kunst, und dann sagt man zuweilen Archäologie der Kunst, bisweilenjedoch auch Archäologie schlechthin, weil man gewohnt ist, bei dem bloßen Namender Archäologie, im Gegensatz der Antiquitäten, an die Kunst zu denke», wie beidem Antiquar an den Literator, so bei dem Archäologen an den Kunstsorscher.Diese Kunstarchäolozie kann ebenfalls eine allgemeine sein, z.B. Stieglitz '- „Archäo-logie der Baukunst", oder eine besondere einer oder mehrer einzelnen Nationen.Seltsam kann es scheinen, daß man gewöhnlich nur an einige Nationen des Alter-thums denkt, wenn man von Archäologie der Kunst überhaupt spricht, an dieAgppker nämlich, Griechen, EtruSker und Romer, sodaß Archäologie in engster,jedoch gewöhnlichster, Bedeutung erklärt werden muß als die Kunde von den Anti-ken der Agvpter, Griechen, EtruSker und Römer. Der Grund hiervon (wenn manihn nickt in einer Einseitigkeit derPhilologen aufsuchen will) ist, weil man in demStudium der Antike nach etwas Hoherm als bloßer Kunde derselben, nach einerÄsthetik der Kunst des Alterthums strebte, die man nur bei einer Narion auffindenkonnte, deren Kunstwerke als Muster für alle Zeiten da stehen. Eine solche Nationwar die griechische, deren Kunstwerke man auch bei der Archäologie, insofern dieseStudium der Antike als des Classisch -Schönen in bildender Kunst des Alterthums,vorzüglich Plastik >m engern S mne sein soll, vorzüglich im Arge har. Nur darumbeschränkte man sich nicht allein auf sie, weil die vorhin nnrgenannten Völker denGriechen entweder vorgearbeitet, oder Einfluß aus sie gehabt, oder mit ihnen ge-wetteifert haben, oder auf ihrer Bahn fortgewandelt sind. Und weil man, dieKunstgcschickle jenerNationen zusammenfassend, gleichsam die Naturgeschichte derKunst durch alle Zeiträume, vom Beginnen bis zum Gipfel der Vollendung hinauf,und wieder zur Entartung herab, erhielt, so nahm man die Archäologie in jenerBeschränkung um so lieber, und mir großer»! schein des Recht-, als ein abge-schlossenes Ganzes. Die Kunstwerke, welche hier in Betrachtung gezogen werden,sind die Überreste 1) der Baukunst, 2) der Bildhauerei, 3) der Toreunk, r) derZeichnen- und Malerkunss wohin auch die Mosaik gehört, 5) der Bildgrabere, und