Arckino
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'Aretm (Georg, Freih. v.)
natSfchrift für bairische Staats- und Geschäftsmänner" (1818 und 1819); „Bäu-rische LandtagSzeitling" (20 Hefte, anfangs als Hofzeitung verschrien, bis ibre Rich-tung gegen dir Minister nickt mehr zu verkennen war). Seine 1809 erschieneneSchrift: „Die Plane Napoleons und seiner Gegner in Deutschland ", worin er diedurch Ausländer bewirkten Veränderungen DaiernS aufcine diesen nacktheilige Weifebeleuchte» wollte, erregte einen langen und heftigen Streit zwischen den GelehrtenMünchens , nach dessen Beendigung A. auf höchste Veranlassung seine bisherigenÄmter niederlegte und 1811 als erster Appcllationsgerichtsdirector nach Neuburg ging; 1813 ward er Dicepräsident. Seine Flugschrift: „Sachsen und Preußen" (zuGunsten Sachsens ), machte außerordentliches Aufsehen und zog ihm vielen Verdrußzu. -Leine Zeitschrift „Allemannia" (1815 fg.) enthielt leidenschaftliche Ausfälle aufNorddeutschland. 1819 wurde er in die Deputirtenkammer beim bairischen Land-tag erwählt, und er war in derselben eins der wirksamsten Mitglieder, obgleich manihn anfangs verkannte, weil er sich dem Herrn von Hornthal, der durch Ultra-opposition der guten Sache schadete, entgegensetzte. Indem'. I. wurde er Mitgliedper Gesellschaft für ältere deutsche GeschichtSkunde. Er starb den 24. Dec. 1821zu München als Präsident des AppellationSgerichtS im Regelkreise.
Aretin (Georg,Freih. v.), ein Bruder des Vorigen, ist geb. zu Ingolftadt1711, studiere zu Hftdelberg und ward 1793 Administrator des Donaumoos-gerichtS, wo er die Tultur eines 17 Ltunden im Umfang betragenden Sumpfesthätig beförderte. 1796 wurde er zum Hofkammerratb, 1799 zum LandeSdirectionS-director in Amberg und 1806 zum Ltraßen- und Wasserbauinspektor in Tirol er-nannt, wo er in einer zweckmäßig abgefaßten Druckschrift das Volk über die bestenDorbeugungSrnittel gegen die Verheerungen durch Bergfälle belehrte. Als 1809die Insurrection in Tirol ausbrach, war er Generalcommissair des EisackkreiseszuBrsren und wurde als östr. Gefangener nach Fünfkirchen in Ungarn abgeführt.1810 erhielt er vom König von Baieim zur Belohnung seiner Verdienste einLehn-gnt und ein ansehnliches Iahrgeld. Er lebt jetzt aussteinen Gütern den Wissenschaf-ten, Künsten und der Landwirthschaft. Unter seinen vielen Schriften, die größten-theils ei» praktisches und vaterländisches Interesse haben, nennen nur den „GeniusVon Baiern" (4 Hefte, 1801 — 4); „Bester» nach den Bestimmungen des FriedensvonEampo-Formio" (1801,4.); „Gedanken eines östr. Patrioten über die Politikseines Vaterlandes" (1806); „Zeitbedürfnisse, mit besonderer Rücksicht aufBaiern " (Regensb. 1817 — 20, I Ddchn.), und den beachtungSwerthen „Ver-such eines DesensionssvstemS von Baiern" (Regcnsb. 1820, 4.).
Aretino (Pietro), einer der berühmtesten italienischen Schriftsteller des16. Jahrh., verdankte den größten Theil seines Ruhms der Ausgelassenheit seinerFeder. Geb. zu Arezzo 1492, der natürliche Lohn eines Edelmanns , dessen Na-men er nicht fuhren dussle (denn der Name Aretino zeigt nur seinen Geburtsort an),ward er aus einem Buchbinderlehrling ein Schriftsteller, der sich dieGunst der Königeerwarb. Man nannte ihn die Geißel derselben, aber er trieb die Schmeichelei beiihnen bis zur Verworfenheit; er selbst hatte übermäßige Bewunderer, trotz der Bos-heit und Heftigkeitseiner Satyren . Ebenso sehr vonPraklerei und Stolz wie vonGalle erfüllt, ertrug er Begegnungen, die man sich nur gegen Verworfene erlaubendarf; einerseits ein so zügelloser Schriftsteller, daß man mit seinem Namen dieSchamlosigkeit und Lchlüpfrigkeit bezeichnete, schrieb er auch viele Werke der An-dacht und Erbauung, und gab letzter» den Vorzug, wenn es sein Vortheil erfo-derte. Sein Ruhm erwarb ihm den Beinamen des Göttlichen, und er war an-spruchsvoll genug, ihn selbst, wie einen Titel, seinem Namen beizufügen. So ließer auf sich Denkmünzen prägen, u. a. mir der Inschrift: „1)i, »5 lft-ti usArci>„»>?,Iftage-ilum ftiiiicPliiii", und machte damit mehren Fürsten Geschenke. Wegeneines Sonetts gegen den Ablaß aus Arezzo verjagt, ging er nach Perugia und von