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Argenson
kennen zu lernen und bei sich zu sehen. D'A. antwortete, daß er mit 5 Fuß und7 Zoll bei Friedrich Wilhelm I. in Gefahr sei. Nach dem Tode dieses Königs ludihn Friedrich aufs neue ein. D'A. erschien in Potsdam , erhielt den Kammerherrn:schlussel und die Stelle eines DirectorS der schönen Wissenschaften bei der Akademie,und ward der tägliche Gesellschafter des Königs, der ihn seines offenen EkaraktcrSwegen liebte, aber auch seine hypochondrischen Launen zum Gegenstände seinerNeckereien machte. Fast ein sechziger, verliebte er sich in die Lchauspieleri» CochoiSund heirathete sie ohneVorwissen Friedrichs, der ihm diesen Lcbritt nie ganz vergab.Als er nach dem siebenjährigen Kriege zum zweiten Male seit s. Aufenthalte in Preu-ßen nach Frankreich reiste, um s. Familie zu besuchen, fand er unterwegs eine erdich-tete Verordnung des Bischofs von Aix verbreitet, worin er persönlich bezeichnet undals ein Gotteslästerer in den Bann gethan war. Diese Schrift beunruhigte ihn an-fangs sehr, bis er an der Unterschrift, in welcher der König statt Erzbischof aus Ver-sehen Bischof gesetzt hatte, dieO.uelle entdeckte. Nach s.Ruckkchr mußte er mehr alsje von der satyrischen Laune des Königs erdulden. Er erhielt späterhin wieder Erlaub-niß zu einer Reise in die Provence, wo er den 11.Jan. 1771 starb. Friedrich l>. ließihm in der Minoritcnkirche zu Air ein Denkmal errichten. -Leine zahlreichen Schrif-ten, die Früchte einer Haltungslosen Freidenkerei , hatten einst ein gewisses Ansehen,werden aber jetzt, obgleich auf mannigfache Weise lehrreich, nicht mehr geachtet,weil es ihnen an Gediegenheit, Geschmack, Kritik und redlicher Absicht fehlt.
Argenson (Doper, Marquis d'), geb. zuParis 1771, Sohn desGeneral-lieut. A., aus einer der ausgezeichnetsten Familien im Staatsdienste. Sein Alter-vater war Polizeilieutenant, sein Großvater lange Kriegsminister, der GroßonkelMinister der auswärtigen Angelegenheiten, war Voltaire'S Freund, Philosoph undPolitiker. Letzteres beweisen s. „tloii-mlöiMlnii-, zu, >c ^o»veiiicm,mt", welchenRousseau im „sAmtiüt ruai-il" Beifall schenkte. Ludwigs XV. Höflinge nann-ten ihn .V,^e»5»n lu böls. Er schrieb auch in 2 Bdn. „> oiziiü ,1'uil miulzwe".Dessen Sohn (Marquis de Paulmi) war Gouverneur des Arsenals, nachher Bot-schafter in Venedig und Polen . Er hinterließ die Nibliotlit-^ue <1e Hzcusl von150,000 Bdn., die der Graf Arwis nach seinem Ableben kaufte. Der Marquisgab in 80 Bdn. „>I,la»Ac« cvt,altes <l'»»e zzwmic blbUntbegue" heraus, wo-durch er eine persönliche genaue Kenntniß des Bücherschatzes bewahrte. Der jetzigeDepurirce der zweiten Kammer studirte in Strasburg in der Periode der Fluchn desMonarchen nach VarenneS , und trat sogleich in Militairdienste seines Vaterlandesals Lafayetteö Adjutant. Als dieser Frankreich verließ, ging d'A. auf seine Gitter,heirarhece die Witwe des Prinzen Victor de Broglio, Mutter des Pairs de Broglio,und beschäftigte sich mit der Erziehung seiner Kinder, mir der Landwirkbschaft inPoitou, wo er Freund der Armen und Muster des landwirtlsschaftliche» BerriebeSfür feine LandSleure war, und mit seinen Eiscnhämmern im Oberelsaß. Als Vor-stand des WahlcollegiumS des Depart. Vienne 1803 sandte er keine Glückwün-scbungsteputation an den Kaiser. 1804 wurde er wieder erwählt, und zwar zumMitgliede der Deputation an den Kaiser. Dies veranlaßte seine Ernennung zumPräsecten des Depart. ,lcs -leux Xelües. wo er sich als Vertheidiger der ver-fassungsmäßigen Verwaltung zeigte und s. Abschied nahm, als ihn das Ministeriumnicht unterstützte. Nach der Thronbesteigung Ludwigs X V >11. ernannte ihn die-ser zum Präfecten der Rhonemündungen. Er schlug die Ltelle aus, weil Frank-reich noch keine Verfassung habe. Berufen durch Wabl 1815 in die Repräsen-tantenkammer, unterzeichnete er im Juli 1815 den Protest, als die fremdenTruppen in Paris den Versammlungssaal der Repräsentantenkammer schlössen.Zm Wahlcollegium de Violine leistete er seinen Eid mit Vorbehalt des unver-äußerlichen Rechts der Völker, ihre Verfassungen wieder zu ändern. 1815 prote-stirte er wider die Einführung der Prevotalgerichte und verwarfdie vom MinisteriumConocrsativiis-Lericvii. Bi>. 1. 26