Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
583
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Averno

Avignon 583 '

Averno (Aver»»«), ein See im Königreich Neapel , zwischen dem altenCumä und Puteoli; er ist cirkelrund, an einigen Stellen 180 Fuß tief und vonmäßig hohen Hügeln umgeben, die mit mächtigen Waldungen bedeckt waren, so-daß schauriges Dunkel den Lee umlagerte und die angehäuften Ausdünstungen des-selben die Lust verpesteten. Diese Wälder stehen nicht mehr, doch sind die Umge-bungen des SeeS noch immer ungesund. Zn alten Zeiten harte ein wildes Volk sichhierher geflüchtet, das nur bei Nacht sich hcrvorwagte. Die dadurch in Furcht ge-setzten Nachbarn gaben durch ihre Erzählungen Anlaß zn der Fabel von den Cimme-riern, die in ewiger Finsterniß lebten. Es entstand der Glaube, daß man hier Todteaus der Unterwelt hervorruft. Homer versetzt daher an diesen See den Eingang indie Unterwelt und die Ecene von der Erscheinung des Ulysses in derselben. Dir-gil folgt ihm darin. Nachher hatten auch in den Höhlen an diesem See gewisse Prie-ster ihre Wohnung genommen, welche Geister beschwuren und nur zur Nachtzeitihr Gewerbe triebe». Daher ward der Wald zum Haine der Hekate.

AverroeS (verstümmeltauüUl», oder l!>„ liuUul , der berühmteste Phi-losoph der Araber und des Moses MaimonideS Lehrer, geb. zu Corkova in Spa-nien . Sem Vater, Oberrichtcr daselbst, unterrichtete ihn indem mohammedanischenGesetze und gab ihm den Tophail in der Theologie und Philosophie nun Lehrer.Sein Talent und seine Kenntnissemachten ihn zum Nachfolger seines Vaters; derKönig von Marocco berief ihn als Kadi in die Provinz Mauritanien. Aber Neiderbeschuldigten ihn der Abweichung von den Glaubenslehren , er wurde seiner Aniterentsetzt und nach Spanien verbannt. Er ging wieder nach Cortova, wo er bei sei-nem Schüler MaimonideS Unterstützung fand, wurde aber auch da verfolgt und flohnach Fez. Hier wurde er von dem ÄlaubenSgerichte zum Widerruf und öffentlicherBuße verdammt. Darauf kehrte er in sein Vaterland zurück; der Khalis Alman-sor setzte ihn später wieder in seine Wurden ein. Er starb nach einem chängen Leben1211 oder 1225 zu Marocco . A> hielt den Aristoteles für den größten Philo-sophen und erläuterte dessen Schriften mir nur theüweiser Abweichung von seinenAnsichten. Indessen wirkten auch alcxandrinische Ansichten bei ihm ei». Gegendie arabischen Orthodoxen, besonders gegen den Algazal, trat er als rationalisti-scher Vertheidiger der Philosophie auf. Man nennt ikn unter den Arabern vor-zugsweise den Ausleger (desAristoteles) und hielt sich sehr an seine aus dem Syri-schen gearbeitete Übersetzung des Aristoteles . Auch hat er eine Art mediciinschesSystem geschrieben.

Avers, s. Münzkunde .

A vieenna, s. Arabische Literatur .

Avig n o n, Hauptst. des Deport. Vauclnse im südöstlicben Frank-eich , ander Rhone , enge und winkelig gebaut, hat eine Menge von Kirchen und geistlichenGebäuden, worunter sich die Franciscanerkirche auszeichnet, mebre wissenschaft-liche Anstalten, wohinter ein Athenäum und eine mediemische Bibliothek, 2800H. und 2-l,000 Einw., ansehnliche Seidenmanufacture», Seidenfärbereien undandre Fabriken. Die Gegend ist reizend , angenehm und äußerst fruchtbar an Korn,Wein, Oliven, GraineS d'Avignon (eine gelbe Farbe), Kerines, Sumack undden herrlichsten Südfrüchten. Hier verlebte Petrarca mehre Jahre, hier sah er seineLaura, der er seine schönsten Verse widmete, und deren Grabmal in derFrancisca-ncrkirche befindlich ist. Die O.nelle liegt 5 Stunden von A. — A. mit seinemGebiete war >m Mnrelalter eine Grafschaft, welche die Päpste, die bereits dieGrafschaft Venaissin 1213 vom König Philipp dem Kühnen zum Geschenke erhal-ten hatten, von Johanna, Konigin von Sicilicn undGräsin von Provence , 1348für 80,000 Floren ankauften. Beide Länder regierte der Papst durch einen Vicc-legaten und besaß sie bis 1180, wo »ach mehren stürmischen Auftritten die-Lkädtmit lhreni Gebiete sich an die ftanz. Republik anschloß und 1191 förmlich mit ihr