LS4 Bacciocchi
>mb gab ihm dagegen Unterricht im Colorik. Einige Jahre nachher besuchte FraBarcolomeo Michel Angela und Rafael in Rom , und hatte die seltene Besehet-,denheit, ihren großen Talenten durch das Bekenntniß, daß er ihnen nachstehe, zuhuldigen. Als er nach Florenz zurückgekehrt war, führte er mehre geistliche Ge-mälde aus, unter denen auch der heil. Marcus und der heil. -Lrehasuan waren, 2Gemälde, welche die Bewunderung aller Kenner verdienen. SeinSrvl ist strengund erhaben, aber dabei sehr anmmhig in jugendlichen Figuren; sein Colorit hatKraft und Glanz; er nähert sich darin dein Titian und Giorgione , und in demVerreiben und Verschmelzen der Farben weicht er kaum den besten lombardischenColoristen. Besonders aber ist er ein Meister >>» Faltenwurf, den Keiner.vor ihmmit so viel Wahrheit, Fülle und Leichtigkeit auszuführen verstand. Er starb 1517.Seine Schüler waren Eecchino del Frate, Benederro Ciamfanini, Gabriel Rustucciund Fra Paolo von Pistoja, der seine Zeichnungen erbte. Seine vortrefflichen Bil-der sind in der grofherzoql. Galerie zuFlorenzund imPalastPittidaselbst befindlich.
Bacciocchi (Felix Pascal), Erfurst von Lucca und Piombino , Gemahlvon Elisa Bonaparte, der Lchwester Napoleons , geb. den 18. Mai 1762 inCor-sica von einer edeln, aber armen Familie, kam als Cadet in Militairdienste, undwar Ofsicier, als Bonaparte das Heer von Italien befehligte. Er heirathere nundessen Schwester, wodurch er Oberster des 26. leichten Infanterieregiments und,ohne sich, sei es aus Mangel an Fähigkeiten oder an Gelegenheit, hervorgethan zuhaben, nach und nach Präsident des WahlcollegiumS der Ardennen und 1801 Se-nator wurde. 1805 erhielt er durch das seiner Gemahlin zugetheilte FürstenthumLucca und Piombino den Fürstentitel. Nach den Revolutionen von 1814 u. 1815folgte er seiner GattinIn die Verbannung und lebte seitdem mit ihr und s. Sohneunter Aufsicht der östreich. Regierung zu Trieft. — Lt.Gemahlin, Maria AnnaElisa Bonaparte, geb. zu Ajaccio den 8. Jan. 1777 und in der königl. ade-ligen Erziehungsanstalt zu St.-Evr erzogen, hatte während der Revolution mit ih-rer Mutter zu Marseille gelebt. 1797 vermählte sie sich nach dem Wunsche ihrerMutter, jedoch ohne die Zustimmung ihres Bruders, des damaligen Obergenerals,mit dem Capitain Bacciocchi. Hieraus kam sie um 1799 nach Paris und wohntedaselbst bei ihrem Bruder Lucian, der in ihr den Sinn für Poesie und Kunst er-weckte. iLie versammeln' um sich die gebildetsten Männer der Hauptstadt, unterdenen der Chevalier de BoufsierS, Laharpe, der Vicomte Chateaubriand und derMarquis de FonraneS sich befanden. Gegen jedes ausgezeichnete Talent großmü-thig, verpflichtete sie sich besonders die beiden Lehrern. Fomanes wurde vorzüglichauf ihre Empfehlung von Napoleon erhoben. Im Gefühl ihrer geistigen Vorzügehielt sie ihren Gemahl in einer sehr untergeordneten Stellung, ^je regierte eigent-lich die Furstenthumer Lucca und Piombino, und als Großherzogin von Toscana gefiel sie sich in der Rolle einer Konigin. Wenn diese „SemiramiS von Lucca",wie ein witziger Schriftsteller sie nannte, die Truppen musterte, versah ihr Gemahldie Stelle eines Adjutanten. Übrigens stiftete sie manches Gute, obwol die Beam-ten, welche ihr Vertrauen besaßen, sie mit mebr Eifer hätten unterstützen sollen.1811 zog sie sich nach Bologna zurück, mußte aber im folgenden I. ihren Aufent-halt in Östreich nehmen. Anfangs lebte sie bei ihrer Schwester Caroline, dann mitihrer Familie, unter Aufsicht der Regierung, zu Triest , wo sie sich Gräfin Compig-nano nannte. Hier starb Elisa Bacciocchi am Nervenfieber, den 7. Aug. 1820,auf ihrem Landgute, Villa Vicentina, unweit Triest . Sie wurde in ihremPalaste,in der von ihr gebauten Capelle und Gruft, beigesetzt. Auch in Triest war ihr Le-ben durch Milde und Wohlthätigkeit ausgezeichnet. Ungeachtet sie gewünscht hatte,dar ihre Kinder: Napoleona Elba, geb. den 3. Juni 1806, und ein Sohn, unterdie Vormundschaft ihres Bruders Hieronyrnus kommen sollten, so ist dennoch ihrGemahl der gesetzliche Vormund derselben geblieben.