Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
731
JPEG-Download
 

Beaune

731

Beaumont und Flctcher

mögen und Ehrgeiz waren die Haupttriebfedern, die ihn in Bewegung setzten.Sein zur Intrigue geneigter Geist trieb ihn daher zu den gewagtesten Unterneh-mungen, und er gefiel sich am »nisten in den verwickelrsten. Dies ließ ihn auchbisweilen zweideutig erscheinen, indem die Grenzen, wo Witz und Bosheit, List undTücke ineinanderlaufen, sehr fei», und die Abwege von dem einen zum andernoft unmerklich find. Daß er als Dichter allein im Jntriguenstuck glänzte, istaus dem Angeführten leicht erklärlich.

Beaumont (Francis) und John Fletcher , 2 Schauspieldichtcr, vondenen Jener 1585 geboren war, zu Cambridge studirte und 1625 starb, Dieser1516 zu London geboren war und ebendaselbst 1635 an der Pest starb. Von glei-cher Neigung beseelt, widmeten Beide sich gemeinschaftlich der Dichtkunst, und daihre Schauspiele, gegen 50, ohne Absonderung unter ihren beiden Namen erschie-ne» sind (Lond. 1679, und neuerdings 1812, in 14Bdn.), so ist es jetzt unmöglichanzugeben, was von dem Einen, und was von dem Andern herrührt. Da jedochFletcher, der mit anhaltendem Eifer fortfuhr, für die Bühne zu arbeiten, Jenenum 10 Jahre überlebte, so können wir annehmen, daß vielleicht die Hälfte derStücke von diesem allein ist. Nach dem Zeugnisse einiger Zeitgenossen war Flet-cher das erfindende Genie, B. dagegen, obwohl der jüngere, der ordnende und ge-staltende Verstand. Shakspeare diente ihnen zum Muster; sie lassen wie er pathe-tische und niedrig-komische Scenen mit einander abwechseln, aber die Absicht, ihrVorbild zu überbieten, bringt zuweilen Mißtöne hervor, wie es ihnen denn bei denausgezeichnetsten Talenten nur an Mäßigung und Besonnenheit gefehlt zu habenscheint, um das Vollkommenste in ihrer Gattung zu leisten. Der Wunsch, demPublicum, welches in jener Periode roher Kraft leichter Ausschweifungen alsSchlaffheit vergab, zu genügen, führte sie von der reinen künstlerisch,.!! Ansicht ab;aber die genaue Kenntniß dieses Publicums und der Mittel, ihm zu gefallen, läßtsie mit Zuversicht auf dem gewagtesten,Wege gehen, und dadurch ersetzen sie zumTheil, was an innerer Harmonie und Übereinstimmung ihnen abgeht. Am bestengelingen ihnen kölnische und possenhafte Scenen, minder die tragischen, die nicht ge-nug die Tiefen der menschlichen Natur ansprechen. Ihre Zeitgenossen zogen sie selbstdem -Lhakspeare vor, mit der Behauptung, daß durch sie erst die engl. Bühne denhöchsten Gipfel erreicht habe. Die unparteiische, nicht mehr vom Rausche des Au-genblicks ergriffene Nachwelt hat dieses Urtheil verworfen und Shakspeare die Palmezuerkannt. Man erzäblt von ihnen, daß sieSchenken und Wirthshäuser gern besuch-ten, um dort die menschlichen Charaktere zu studircn, und daß sie einstmals, als siean einem solchen Ort über den Schluß eines Stücks gestritten, wobei der Eine aufder Ermordung des Königs, der Andre auf dem Gegentheile bestand, Beide verhaf-tet worden seien, weil man sie für Leute angesehen, die das Leben des Königs bedroh-ten. Das auf unsre Buhne mit Beifall gebrachte Lustspiel „Stille Wasser sind tiefJist eine freie Bearbeitung ihres „llulo v, Uö uml nile". K. L. Kannegießerhat eine Auswahl ihrer Schauspiele in einer deutschen Übersetzung geliefert.

B e a u m o n l (Madame Le Prince de), geb. zu Rouen 1711 und gest. zuAnnecy in Savoyen 1780, lebte theils in Frankreich , theils in England, wo sieihre Talente dem Unterrichte der Jugend widmete. Ein einfacher und leichter L)kyl,eine gefällige Moral, gut gewählte historische Züge, eine glückliche Einbildungs-kraft machen ihre Schriften angenehm, wiewol Manches darin zu weit ausgespon-nen ist, auch die theologischen Ansichten keinen Werth mehr haben. Sie hat vielgeschrieben, Romane und Kinderschriften. Ihr cke5 enlans" war sonst

das Hulfsbuch aller Gouvernanten und franz. Pensionen.

Beaune, offene Stadt im chemal. Burgund , mit einem Schlosse, jetzt derHauptort eines Bezirks von 9 CantonS im Depart. der Cote d'or, liegt in einer an-genehmen Gegend unweit der Saone, am rechten User des Bourgcoise. Der Handel