Becher Bechstein 733
Visconti, Dcri u. ?l. hcrausgcg. ital. Zeitschrift „II fülle" fdas Caffeehaus^)i» seinem Vaterlanke bekannt. Ein Schlagstuß endigte im Nov. 1793 sein ge-meinnütziges Leben. — Über ihn s. Bergt in der Vorrede zur angeführtenÜbersetzung und Fuhrmann'S „Denkwürdige Personen der alten und neuen Zeit",1. Bd., S. 310. 7'.
B e ch e r (Johann Joachim ), Verfasser der ersten Theorie der Chemie, geb.1635 zu Lpeier, war nach dem frühen Tode seines Vaters genöthigt, durch Un-terricht sich und seine Familie zu erhalten. Sein Eifer und seine großen Anlagenüberwanden alle Hindernisse. Er erwarb sich ausgebreitete Kenntnisse in der Me-dicin, Physik, Chemie und selbst in der Politik und Staatsverwaltung, und warnach und nach Professor in Main;, kasserl. Hofrath in Wien und erster Leibarztdes Kurfürsten von Baiern. Zu Wien , wo er zur Einrichtung einiger Manufac-turen gerathen und den Plan zu einer indischen Handelsgesellschaft entworfenhatte, fiel er in Ungiiade, begab sich von da nach Mainz, München, Würzburg ,Harlem und andern Städten, und endigte 1685 sein unruhiges Leben in London .Er hatte viele Feinde, uud man beschuldigte ihn nicht ganz mir Unrecht der Markt-schreierei; doch ist sein Verdienst um die Chemie bleibend. Er war der Erste, dersie der Phrsik näher brachte und in beiden Wissenschaften die Ursachen aller unor-ganischen Erscheinungen in der Welt suchte. Dies ist der Zweck seiner wichtigen„l'l^zic-, sul>t>-,r!»u-e". Allgleich sing er an, eine Theorie der Chemie zu grün-den; er suchte eine Grundsäure, von der alle andern nur Abarten wären. Auchden Proceß des Derbrennens untersuchte er. Er lehrte, jedes Metall bestehe auseinem gemeinschaftlichen erdigen Stoff, aus einem gleichfalls identischen verbrenn-lüden Princip und aus einer eigenthümlichen mercurialen Substanz. Erhitze nianein Metall, sodaß es seine Gestalt verändere, so entbinde man die mercuriale Sub-stanz, und es bleibe nichts als der Metallkalk. Hierin liegt der erste Keim dervon Lrahl weiter ausgeführten Theorie, die bis auf Lavoisier galt. B.'s zahl-reiche Schriften sind rech jetzt nicht ohne Interesse.
B e ch st e i n (Johann Matthäus), her;ogl. sachsen -meiningischerKammer-und Forstrath und Tireckor der Forstakademie zuDreißigackerbei Meiningen, geb.den 11. Juli 1757 zu Waltershausen , einem Landstädtchen im HcrzoglhumeGotba. Von seinem Vater, einem gebildeten Schmied und leidenschaftlichen Iagd-liebbabcr und Naturforscher, scheint er Sinn und Anlagen für jene Studien ererbtzu haben, m deren Cultur er verdienten Ruhm erwarb. Jagt und Wald warensein Element. Hier beobachtete er die .Natur, und war schon genauer Kenner fastaller ihrer Erscheinungen im Bezirk einiger Stunden seines Wohnorts, als er dasGymnasium in Gokha bezog und hier erst Theorie und Nomenclatur lernte. InJena siudirte er nach dem Willen seines Vaters 1 Jahre lang Theologie, ohne seineLieblingsstudicn aufzugeben, die bei einem Wiedeburg, Succow, Lenz, Batschund den vorhandenen Lammlungen noch mehr Nahrung fanden. Salzmann be-rief ihn 1785 als Lehrer der Naturgeschichte und Mathematik nach Scbnepfenrhal.Zuvor machte er eine pädagogische Reise, lernte in Dessau nicht nur die berühm-ten Jagden und Iagdmethoden, sondern in den stachen Gegenden eine MengeSumpf- und Wasservögel kennen, wozu er zuvor keine Gelegenheit gehabt hatte.Seitdem machte er Forst-, Jagd-und Naturkunde zum Hauptberuf feines Lebens.1788 bewies er als Mitarbeiter an Andrä'S „Gemeinnützigen Lpatziergängen" inOriginalbeschreibungen seine genauen zoologischen Kenntnisse. Darauf erschien seinin diesem Fache classisches Hauptwerk, die gemeinnützige „Naturgesch. Deutsch-lands ", in 4 Bdn., wo er besonders als Meister in der Ornithologie dasteht. Daer bei derselben auf eine Art, wie es vor ihm noch nicht geschehen, Jagd und Fangder Thiere sorgfältig und nach eignen Erfahrungen berücksichtigte, so erwarb sieihm die Bekanntschaft aller denkenden Forstmänner und Jäger Deutschlands , vor-