766 Bell Bellamy (Jakob— Georgia Anna)
Sieg davon. Als aber die Perser im nächsten Jahre in Syrien eingedrungen wa-ren, uiii Anriochie» zu überfallen, verlor er eine Lchlacht, zu der ihn wider seinen ,Willen die Ungeduld seiner Lolkaten gezwungen hatte; diese von ihm vorherge-sehene .Niederlage, die einzige, die er auf seiner ganzen militairischen Laufbahn 'eilitt, bewirkte seine Zurückberufung. Auch jetzt war B. die stutze seines Fürsten. -Die Unruhen von 2 Parteien, die sich die Gnmm und die Klauen nannten und jgroße Verheerungen inKonstantinopcl anrichteten, setzten 532 das Leben und die!Herrschaft Iustinian'S in die größte Gefahr, und schon war Hypatius zum Kai-!ser gewählt, als B. mit einer kleinen Zahl treuer Anhänger die Ruhe herstellte, lIustinian schickte ihn mit 15,000 M. nach Afrika , um das Reich des Dandalen- lkönigS Gelimer zu erobern. Nach 2 Siegen nahm B. den König mit seinen ^Schätzen gefangen. Gelimer ward zu Konstaniinopel im Triumph ausgeführt, und jIustinian ließ Münzen mit der Aufschrift: „Ii(1>->-niux ^l,ui-> >-» »>»",
schlagen, die sich bis auf unsere Zeiten erhalten haben. Die Spaltungen in der 'königl. Familie der Ostgochen (s. Gothe») in Italien reizten Iustinian, Italien und Rom unter seine Herrschaft zu bringen. B. schlug den gothischen KönigVitiges, machte ihn (510) in Ravenna zum Gefangenen und führte ihn mit vie-len andern Golhen nach Konstantinopel. Der Krieg gegen die Gothen in Italien dauerte fort; weil aber K. vom Kaiser nicht gehörig mit Geld und Truppen unter-stützt ward, verlangte er (518) seine Zurückberufung. Narses (s. d.) ward seinNachfolger. Lpärerhin zog K. gegen die Bulgaren und schlug sie 559. Als ernach Konstaminopel zurückgekehrt war, wurde er der Theilnahme an einer Ver-schwörung beschuldigt. Allein Iustinian überzeugte sich von seiner Unschuld undsoll ihm seine Güter und Würden wiedergegeben haben, deren man ihn beraubthakte. B. starb 565. Dichter, besonders der treffliche, philosopbisch-politischeRoman von Marmontel, haben die Geschichte B.'s entstellt. Nach diesem ließ derKaiser ihm die Augen ausstechen , und B. mußte auf den Straßen von Konstanti-nopel sein Brot erbetteln; nach Andern ließ ikm Iustinian in ein Gefängniß wer-fen, das man noch gegenwärtig zeigt und den Thurm Belifar'S nennt. Hier soll ereinen Beutel, an einem Stricke befestigt, heruntergelassen und die Vorübergehendenangesprochen haben: „Dato Uelisarin >>l«>Ium, g»tu>> v>'rtu5 eeexit, i,>,i(lü,,le-znessit" („Gebt dem Belisar, den die Tugend erhoben, der Neid unterdrückt hat,einen Obolus"). Kein gleichzeitiger Geschichtschreiber aber weiß Etwas davon.Ein wenig geschätzter Schriftsteller des 12. Jahrh., TtetzeS, hat zuerst diese Fabelerzählt. Zuverlässig ist es, daß die Schwäche gegen seine Gattin Antonina B. zumancher Ungerechtigkeit veranlaßte, und daß er eine knechtische Gefälligkeit gegendie abscheuliche Theokora, die Gemahlin des Iustinian , bewies.
Bell, s. Lancaster's und Bell's ernstem.
Belladonna, Wolfskirsche, Tollkraut, eine Giftpflanze inGestalt eines 1— 6 Fuß hohen Strauches. Lie trägt Beeren, die einer mittel-mäßigen Kirsche gleichen und glänzend schwarz aussehen, wenn sie reif sind.Die Pflanze ist in allen Theilen, von derWurzel bis zum Saamen, gifria. Schondie Ausdünstung derselben ist widrig und betäubend, und reibt man mit den abge-schnittenen Zweigen oder Blättern die Hand, so entsteht Entzündung. DiesesGewächs trifft man fast in allen europäischen Ländern an. Es heißt Belladonnaoder schöne Frau, weil aus seinem Laste Schminken gemacht werden.
B e l l a m v. 1) Jakob, ein Dichter, dessen kreische Gesänge zu den schön-sten gezählt werden, welche die holländische Poeste besitzt. Geb. 1755 zu Dlißin-gen in niedrigem Stande, hatte er schon sehr jung in seiner Vaterstadt den Rufeines behenden VersemacberS. Ein Freund bildete feinen Geschmack und gabseinen: Talent eine veredelte Richtung. Gönner unterstützten ihn, sodaß er inUtrecht Theologie studiren konnte. Von seinen Poesien werden die „Varerlan-