Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
819
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Bemadotte

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Bemburg

insel, auf 3 Seiten von der Aar umfiossen. Die Strafen sind meistentheils gerade,breit und gut gepflastert, und die Häuser zum Theil mit Arcaden versehen. Merk-würdig sind: das gothische große Münster , die Heiligegeistkirche, die akademischenGebäude, die Insel oder das schön gebaute Krankenhaus :c., die Akademie undmehre wissenschaftliche Vereine. Insbesondere hat sich die ökonomische Gesellschaftgroße Verdienste um die Verbesserung der Landwirthschaft und die Kenntniß derSchweiz in naturhistor. Hinsicht erworben. Die Schweizerische geschichtforschendeGesellschaft, unter dem Vorsitze des Berner Schultheiß von Mülinen, hat mehredie Vorzeit BernS betreff. Chroniken, als die von Iustinger (bis 1421) 1319, dievon Schachtlan 1820, und die von Anshelm (bis 1526) 1825 herausgegeben.Die 1802 gest. Galerie der vaterländischen Naturgeschichte enthält die Säugethiere,Bögest, Schmetterlinge, Insekten, Kräuter der iLchweiz. Die öffentliche Biblio-thek besitzt sowol an gedruckten Büchern als Handschriften große Lchätze. Außer-dem haben mehre Privatpersonen Kunstsammlungen, die den Fremden meistensoffenstehen. Gewerbfleiß und Handel sind lebhaft; die Fabriken liefern Wollen-tuch, gedruckte Leinwand, Seidcnzcuch, Strümpfe :c. Wenige Städte haben schö-nere und besser unterhaltene Spahiergänge, z. B. einer der beliebtesten ist die mitgroßen Kosten aufgefahrene und mit 4 Baumreiben besetzte Platteforme, woraufdas Münster steht. Die nach der Aar zu gehende Seite erhebt sich 108 Fuß überdiesen Fluß, welcher hier einen schönen Fall bildet, der dem des Rheins bei Laufenzwar nicht an Höhe, wol aber an Breite gleich kommt.

Bernadotte, s. Karl XIV. Johann .

Bernard (Pierre Joseph), eines Bildhauers Sohn, geb. zu Grenoble 1710, gest. zu Choisy bei Paris 1775, studirte bei den Jesuiten zu Lyon , danndiente er zu Paris bei einem Notar als Schreiber. Hier ward er dem Marquis dePezay durch einige Gedichte bekannt, folgte diesem 1734 in den ital. Feldzug, wardvon dem Marschall v. Coigny als «Lecretair in Dienst genommen und von Lud-wig XI. zum Schatzmeister der Dragoner und später zu seinem Bibliothekar inChoisy ernannt. 1771 vorlor er durch einen Schlagfluß Gedächtniß und Ideenver-bindung und blieb in diesem Zustande bis an seinen Tod. Unter den Dichtern derFreude und des Lebensgenusses, deren die Franzosen so viele besitzen, wird B. mitAchtung genannt. 1737 brachte er die OperKasior und Pollup" aufdie Bühne,ein Meisterstück lyrischer Dramatik. Rameau's Musik trug noch mehr zu ihrem all-gemeinen Bestalle bei. Früher gearbeitet, allein erst 1762 herausgegeben, ist seinGedicht:Phrosine und Melidor", in 4 Gesängen, welches ebenfalls großes Loberhielt. Nach seinem Tode, allein seinen Freunden früher mitgetheilt, erschien:I.'uit rlH>ei", zum Theil nach Dvid. Dieses Gedicht lehrt mehr die Kunst zugenießen als zu lieben; denn der Derf. geht nur auf das den Sinn Ergötzende,wozu er öfters die Einbildungskraft, niemals das Herz in Anspruch nimmt. Vol-taire harB. Io Aknlil genannt. B.'s Werke erschienen gesammelt zu Paris 1796.

Bernardin de St.-Pierre, s. St.-Pierre.

Bern bürg (Anhalt-) (16 llM., 7 St., 1 Mfi., 50 D., 38,400 E.),ist eins von den 3 anhaltischcn Herzogihümern, welches 1665 an Joachim Ernstsfünften Sohn, Ludwig, dessen Nachkommen es jetzt besitzen, kam, nach Aus-sterben der zerbster Linie 1793 aber, deren Länder die übrigen 3 Linien 1797unter sich theilten, noch einen Zuwachs erhielt. (S. Anhalt.) Die Einkünfteschätzt man auf450,000Gldn. DasBundescontingent ist370M. Derjetzrregie-rende Fürst, AlepiuS Friedrich Christian , geb. d. 12. Juni 1767, succed. d. 9. April1796, verm. 1794 mit Maria Friederike, T. des Kurf. v. Hessen-Kassel, geb.1768, von ihr geschieden im Aug. 1817, residirt zu Ballenstedt , nahm nach s.Beitritt zum Rheinbünde d. 30. April 1807 den Herzogstitel an. Das reg. Hausist reformirt. 1820 vereinigten sich Reform, und Luther, in eine evanael.-christl.

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