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Bewegung der Erde ^
suche über die Umdrehung der Erde anstellen, weil die Körper auf der bewegtenErde gerade so sielen, wie auf der ruhenden. Galilei 'starb 1842. In demselbenJahre ward Newton geboren. Dieser zeigte 1679, daß Galilei's Meinung irriggewesen, und daß man allerdings Versuche über die Umdrehung der Erde machenkönne, die Kugeln würden aber nicht nach Westen abweichen, sondern östlich vomLothpunkte fallen, aber nur wenig, bei einer Höhe von 300 Fuß etwa nur einenhalben Zoll. Die Ursache sei folgende: Weil die Spitze des Thurms weiter von derErdaxe entfernt sei als der Fuß, so sei dort der Schwung größer. Indem dieKugel falle, verliere sie diesen größern Schwung nicht und eile deßwegen demLorhpunkte vor, der im Fußboden des Thurms sei, weil dieser eine kleinere Ge-schwindigkeit nach Osten habe. Diesen von Newton gegebenen Wink verfolgteHooke ; er stellte Versuche über die Umdrehung der Erde bei 160 Fuß Fallhöhe anund behauptete auch, daß sie gelungen. Die Akademie ernannte den 14. Jan.1660 eine Commission, vor der er diese Versuche wiederholen sollte. Wahrschein-lich sind sie nicht befriedigend ausgefallen, da ihrer keine Erwähnung in den„l'lnlc>5.tianr-wiion-," geschieht, und sie wurden völlig vergessen. Erst nach 112 I.wagte es ein junger Geomerer in Bologna , Guglielmini, diese von den Astrono-men für unendlich schwierig gehaltenen Versuche wieder aufzunehmen und aufdeni dortigen Thurme >i,-gii ,1?inelli bei einer Fallhöhe von 240 Fuß zu wiederho-len. Nachdem er alle Schwierigkeiten überwunden, gelang es ihm, 16 Kugelnfallen zu lassen, welche auch merklich gegen Osten abwichen. Allein Guglielmini be-ging den Fehler, daß er nicht jedes Mal das Loth aufhing, so oft er 3 oder 4 Ver-suche in einer Nacht angestellt. Erst nachdem alle vollendet, hing er das Loth auf,und da dieses erst nach 6 Monaten zu völligem Stillstände kam, weil stürmischesWetter eingetreten, so hatte sich unterdeß der Thurm etwas gekrümmt, sein Loth-punkt war verrückt, und seine Versuche waren verloren. Dieses war 1792. 1804stellte Benzenberg diese Versuche im Michaelisthurme in Hamburg an. Er ließ30 Kugeln fallen bei einer Fallhöhe von 235 Fuß, die Kugeln wichen im Mittel4 Linien nach Osten ab. Allein sie wiche» zugleich 1i Linie nach Suden ab, wel-ches wahrscheinlich von einem kleinen Luftzüge im Thurme herrührte. Er wieder-holte diese Versuche 1805 in einem Kohlenschacht zu Schlebusch in der GrafschaftMark , bei einer Fallhöhe von 260 Fuß; hier fielen die Kugeln im Mittel um 5Linien nach Osten, gerade sowie es die Lehre von der Bewegung der Erde für diePolhöhe von 51 Grad angibt,— und übrigens weder nach Sude» noch nach Nor-den. Aus diesen Versuchen hat Laplace mit Hülfe der Wahrscheinlichkeitsrech-nung berechnet, man könne 8000 gegen 1 wetten, daß die Erde sich um ihreAchse drehe. Diese Versuche geben einen so entscheidenden Beweis, daß selbstTpcho und Riccioli das kopernicanische Svstem wurden angenommen haben, wennsie gesehen, daß die fallenden Körper nicht senkrecht fallen, sondern immer etwasnach Osten hinfliegen. Durch die Entdeckung des Fernrohrs, mittelst dessen dieApendrehung Jupiters bald beobachtet wurde, noch mehr aber durch Newton'S, Entdeckung von oer allgemeinen Schwere und von der Natur der himmlischen Be-wegungen wurde die Lehre von der Bewegung der Erde die siegende, und in neuernZeiten hat kein Mann von Bedeutung sie mehr bezweifelt, wiewol der franz. Gene-ral Allix (s. d.) die Bewegung der Weltkörper von einem andern als dem New-kon'sehen Gravikarionsgesehe abhängig zu mache» versucht hat, ohne damit son-derlichen Eingang zu finden. Die abgeplattete Gestalt der Erde (s, Abplattung)und die Abnahme der Schwere gegenden Äquator hin, welche aus Richer'S und vie-ler Andern Pendeluersiichen in den Äquatorialgegenden (s. Pendel) folgte, gebenaußerdem für die Apendrehung der Erde ebenso einleuchtende Beweise ab, als dieAbirrung des Lichts (s. d.) für die Bewegung der Erde in ihrer Bahn um dieSonne; und so hat denn der Verstand des Menschen hier den vollständigsten Sieg