Band 
Erster Band. A bis Bl.
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923
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Bleichert Bleiweiß 923

Färbestoff, der theils dem Flachs eigenthümlich, theils fremdartig ist, und durchdas Spinnen sowol als durch das Weben hineingebracht werden, auszuziehen,bediente man sich bisher allgemein einer Auflösung von Pottasche oder der söge;nannten Lauge. Da diese indeß die Stärke der Fäden merklich schwächt, so wärezu wünschen, daß das von Lees angegebene Verfahren allgemein angewandt würde.Er sucht nämlich die färbenden Stoffe auf mechanische Art von den Flachsfasern zutrennen, und bleicht alsdann denFlachs, noch ehe er gesponnen wird, durch öfteresWaschen in warmem Wasser. Um das Bleichen an der Sonne, das gewöhn-lich einen ganzen Sommer hinnimmt, abzukürzen, schlug Berthollet zuerst 1788die übergejäuerte Kochsalzsäure vor. Bekanntlich hat diese so wenig ätzende Kraft,daß man sie in bedeutender Menge innerlich nehmen kann. Nach Berthollet ver-vollkommnete Watt besonders die Methode; doch fand man, daß allerdings dieLeinwand leidet, wenn man dieSäure zu stark anwendet. Jetzt braucht man inEngland jene Säure mit der Hälfte Kalk, in Wasser aufgelöst. Die von diesemSalz zum Bleicyen erfoderliche Menge ist nach dem verschiedenen Zustande derLeinwand sehr verschieden. Gewöhnlich rechnet man den 12. oder den 20. Theildes Gewichtes der Leinwand darauf. Nachdem die zu bleichende Leinwand ge-kocht oder gebeucht worden, bringt man sie in die Auflösung jene« Salzes, zieht siedarin hin und her und läßt sie alsdann an der Sonne trocknen. Nach mehrmaligerWiederholung dieses Verfahrens wäscht man sie rein aus und gewinnt auf solcheWeise an Zeit und Kosten ungemein. Auch Schwefelsaure hat man zu dein glei-chen Zwecke benutzt. Nach Hume muß man sie mit 80 oder 80 Mal so viel Was-ser verdünnen, sodaß diese Flüssigkeit nur anderthalb Procent ihres Gewichts anwirklicher Schwefelsäure enthält. Hierin muß die Leinwand 8—12 Stundenlang stehen und hernack in reinem Wasser ausgewaschen werden. Auch Baum-wolle wird aufähnliche Art gebleicht, nachdem sie vorher in verdünnter Kalkauflö-sung gebeucht worden.

Bleichert, s. Rheinweine.

Bleistift, ein in Holz gefaßtes längliches Stück Reiß - oder Wasserblei,das zum Zeichnen gebraucht wird. Das beste Reißblei wird in England, zu Bor-rowdale in der Grafschaft Eumberland, gebrochen, aber die Gruben werden, undzwar, wie man behauptet, um die Waare im Preise zu erhalten, nur alle 5 — 8Jahre ein Mal geöffnet. Nach Simond soll die Ausbeute von 1809 an 90,000Pf. Ln. betragen habe», jedoch hat die Ausbeute derGruben zuBorrowdale inneuern Zeiten bedeutend abgenommen, weshalb man in England auch auf andreGruben die Aufmerksamkeit richtet. DieBereitung der Bleistifte geschieht, indemman das Reißblei in kleine Stücken sägt und >n die hölzernen Formen legt. ZnDeutschland haben Baiern und Ostreich Reißblei. Die feinern Sorten der seiteiniger Zeit in Wien verfertigten und in den Handel gekommenen Bleistifte gebenden besten englischen sehr wenig nach und sind ungleich wohlfeiler. Noch eineandre, sehr schlechte Art von Bleistiften, die man zum Unterschiede von jenen umechte nennen könnte, werden aus dem Abfalle des Reißbleis verfertigt. Kennerlassen sich zwar damit nicht betrügen, aber auch für den Nichtkenner gibt es einsicheres Unterscheidungsniiktel: die unechten nämlich brennen, wenn man sie anSLicht hält, mit bläulicher Flamme, weil sie mikSchwesel gemengt sind, die echtenaber brennen gar nicht,

Bleiweiß ist ein mit Kohlensäure gesättigtes Bleiopyduk, welches fabrik-mäßig bereitet wird; es entsteht, wenn das Blei von der in Dünste verwandeltenEssigsäure zerfressen und halb aufgelöst worden ist. Um es im Großen zu gewin-nen, werden etwa 3 Fuß lange, 6 Zoll breite und 1 Linie dicke Bleiplatten zu-sammengerollt, sodaß zwischen den Windungen ein halber oder ganzer Zoll Raumbleibt. Hierauf setzt man sie gerade aufrecht in irdene Gefäße, in welchen unten