Band 
Erster Band. A bis Bl.
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947
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Blutschande Bluttaufe 941

Bruder den Bruder u. s. w. Sie wird oft Jahre lang gesucht und gegenseitig fort-gesetzt, und verwickelt nicht selten ganze Stamme in die langwierigsten Fehden,deren Aussöhnung meist höchst schwierig ist.

Blutschande haben die posiriven Gesetzgebungen aus dem Religion?-.system aufgenommen. Das Naturrecht kennt sie nicht; desgleichen zählt der tkc.,,»üß>»> sie nicht unter den fleischlichen Verbrechen mir auf, von dem triftigenGrundsätze ausgehend, daßVerpömnig dieser Art von Verbreche» zu Nichts als zuderen Verheimlichung fuhrt, und daß die Strafe der öffentliche» Meinung genügt.Das natürliche SittlichkeitSgefühl hat von jeher bei allen Nationen die Ehe undden Beischlaf zwischen Descendenten und Ascendenten verboten, nicht so zwischenGeschwister», welche bei den Persern, Athenern, Ägyptern:c. sich heirathen durf-ten. Eine sittliche Bildung dehnte die verbotenen Verwandtschaftsgrade aus, undmoralischer und religiöser Pedantismus überdehnte sie, sogar bis auf die geistigeVerwandtschaft der Gevattern. Doch bewilligse man für Geld Freisprechungen(Dispensationeii). Er ist zu hoffen, das; man die Blutschande (Incest) nur aufAltern, Kinder und Geschwister beschränken wird.

B lutS freundsch a ft (>m Naturrechte) wird durch das Verhältniß be-gründet, in welchem eine Person gegen die andre aus dein Grunde einer vorherge-gangene» Zeugung sieh besiiidet. Da der zeugende Theil Etwas von seinem thierischenWesen anwendet, um daraus die animalische Substanz des andern, des Gefugte», zubilden, so entsteht daraus der allgemeine Grundsatz: je großer die Übereinstim-mung des thierischen Wesens.einer Person »nr dem der andern, aus dem Grundeeiner vorhergegangenen Zeugung, ist, desto größer ,st der Grad der Blutssreuiid-schaft unter ihnen. Daher ist zwischen einer zeugende» ; nd der von ihr durch dieZeugung abstammenden Person »ach der Natur ein aivßerer Grad der Bims-freundschaft, als zwischen Denen, welche von einer Person, als ihrem gemein-schaftliche» Stammvater, herkommen. Daher ist die Venvandtschast oder derGrad der BliitSfreundschaft unter solchen Personen, die mit einander in einer gera-den Linie stehen, größer, als der Grad der Blutsverwandtschaft unter solchen Per-sonen, die durch verschiedene Seitenlinien mit einander verbunden sind. Die Per-sonen in gerader Linie sind gleichkam lauter Entwickelungen des nämlichen Keimes,der in dem Stannnvaier besindlich war. Jede Seitenlinie aber izt Entwickelungeines eignen oder besondern Keims, der von dem Keime des AiiKrn unterschiedenist und nur darin mit demselben übereinkommt, daß er mir jenem zugleich imStammvater vorbanden war. Wenn man also nach der Verwandtschaft zweierPersonen aus 2 Seitenlinien einer Familie fragt, so ist dies in der Tkac eineganz andre Verwandtschaft als die, welche sich zwischen 2 Personen aus einergeraden Linie befindet. Muhin können auch die Zeugungen aus emer Linie nichtansdie andre Seitenlinie forrgezählt werden, wenn man die Grade der Verwandt-schaft zwischen 2 Personen aus 2 Seitenlinien richtig bestimmen will. Dieeinzige naturgemäße Regel ist in dem Falle die, das; man die Zeugungen von; ge-meinschaftlichen Stamme in jeder Seitenlinie bis auf die Perlon zahlt, nach derenVerwandtschaft man fragt, und den Abstand jeder dieser Personen von dein ge-meinschaftlichen Stamme in der Zahl der letzten Zeugung aus jeder Linie ausdrückt.Wenn man aber die Verwandtschaft zweier Personen in einer geraden Linie denGraden nach bezeichnen will, so zählt man die Zeugunaen von der einen zur andern.

Blurraufe wurde zuersivon Tertullian derMärtoreirod genannt, den er,und nach ihm andre christliche Lehrer, als eine zweite, zur Vergebung der Sünde»noch kräftigere Taufe betrachten lehrten und den Gläubigen dringend empfahlen.(Vgl. Märtyrer.)

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