Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dalberg (Karl Theodor Anton Maria)

bürg und Bischof zu Worms und Konstanz , Mitgl. dos stanz. Nationalinstikuts,geb. d. 8. Febr. 1741 zu HernSheim bei Worms auf dem Skammhause des Dal-bcrg'schen Geschlechts, manheimer Linie. Sein Vater war kurfurstl. mainzi-scher Geh.-Rath, Statthalter von Worms und Burggraf zu Friedberg . Ererhielt eine treffliche Erziehung und widmete sich in reifern Zähren dem geist-lichen Stande, hielt sich abwechselnd theils in Worms auf, theils zu Alan-heim und Mainz , und machte verschiedene Reifen. Bald wurde er Capitular-herr bei dem Erzstiste Mainz und Domherr in den Hochstiftern Würzburg undWorms . 1772 ernannte ihn der Kurfürst zum wirkl. Geh.-Rath und Statt-halter zu Erfurt . Er unterzog sich wahrend seines vieljährigen Aufenthaltsdaselbst allen Geschäften mit musterhaftem Fleiße, seltener Ordnungsliebe undPünktlichkeit, und zeigte durch seine hellen Ansichten und tiefen Blicke in dasWesen jedes Geschäfts, daß er ganz zur Leitung wichtiger Geschäfte gemachtsei. Dabei beseelte ihn eine unbestechliche Gerechtigkeitsliebe und ein uner-schütterlicher Muth in Behauptung Dessen, was er für recht und gut er-kannt hatte. Wissenschaft und Kunst waren diejenigen Gegenstände, de-nen er seine ganze Neigung widmete. Er unterstützte Gelehrte und Künst-ler, zog sie in seine Nähe, suchte jedem aufblühenden Talente seine Ent-wickelung zu erleichtern, und hielt zu dem Ende in seinem Hause Ver-sammlungen, an denen jeder Gebildete Antheil nehmen konnte. Die Aka-demie nützlicher Wissenschaften zu Erfurt , deren Präsident er wurde, erhieltdurch ihn neues Leben; er arbeitete selbst viele gelehrte Abhandlungen undscharfsinnige Werke aus und wußte durch Theilnahme an der Wirksamkeitder Künstler und Gelehrten sich ihr Zutrauen und ihre Verehrung zu erwer-ben. 1787 wurde er Coadjutor des ErzstiftS und Kurfurstenthums Mainz ,sowie des Hochstifts Worms , und 1788 Coadjutor von Konstanz und Erz-bischof von TarsuS. 1800 gelangte er zur Regierung des Hochstifts Kon-stanz, und 1802 wurde er nach dem Tode des Kurfürsten von Mainz Kurftnstund Erzkanzler des deutschen Reichs. Durch die neue politische GestaltungDeutschlands 1803 kam er in den Besitz von Regensburg, Aschaffenburg undWetzlar . Seit 1806 ward er des heil. Stuhls zu Regensburz Erzbischof undPrimas, Fürstprimas des rheinischen Bundes, souverainer Fürst und Herrvon Regensburz, Aschaffenburg, Frankfurt a. M. und Wetzlar. Z» Regens-burg errichtete er dem berühmten Kepler das erste Denkmal. 1810 trat erdas Fürstenthum Regensburg an Baiern ab, und erhielt dagegen einen bc-träcbtlichen Theil der Fürstenthümer Fulda und Hanau , und wart Großherzog.1813 verzichtete er freiwillig auf alle seine Besitzungen als Landesherr undzog sich in den Stand eines Privatmanns zurück; nur seine geistlichen Ge-rechtsame als Erzbischof behielt er sich vor. Er wählte zu seinem Aufenthalteseine ehemalige Residenzstadt Regensburg . Besonders ließ dieser höchst wohl-thätige Fürst die Unterstützung der Armen, für die er eine noch blühende An-stalt stiftete, und die Verbesserung der e^ehulanstalten sich angelegen sein. AlsGroßherzog von Frankfurt befand er sich in schwierigen Verhältnissen; denndurch den neuen Regenten verlor der kleine Ltkaat seine Selbständigkeit undehemalige Verfassung. Dies schon machte, daß man ihm nicht überall mitLiebe entgegen kam. Indessen verdankt ihm Frankfurt die schonen Anlagenum die Stadt. Das Fürstenthum Aschaffenburg, auch Wetzlar , besitzen blei-bende Erinnerungen an D. Vorzüglich ließ er sich das Personal des ehe-maligen ReichskammergerichtS empfohlen sein. Als Erzbischof verrichtete D.an Festtagen den Gottesdienst in der Hauptkirche zu Regensburg , seines ho-hen Alters ungeachtet, persönlich, sowie er jedes andre Geschäft seines Am-tes mit strenger Gewissenhaftigkeit versah, und seinen Untergebenen stets als