62 Darstellung
sich die Bundestagsgesandten Freiherr von Aretin (seitdem verstorben) und Baronvon Wangenheim (seitdem außer Thätigkeit) am meisten auszeichneten, ohneRe-sultate zu erlangen, weit hinter dem zu erstrebenden Ziele zurückgeblieben ist, sowurde dock in einer Hinsicht Etwas gewonnen. Es hat sich nämlich unter mehrendeutschen Regierungen ein Genieingeist zu Ergreifung regressiver Maßregeln gegendas feindselige Ausland entwickelt, der nach und nach zu Erreichung des Zielesführen kann. Frankreich verstärkte ihn zu seinem eignen Nachtheile, indem es imApril 1822 durch sehr erhöhete Auflagen auf den Eingang des gemästeten Schlacht-viehes den lehren Rest von Deutschlands Produktenhandel zu vernichte» suchte. Esschien wie in der Vorzeit darauf zu rechnen, daß in Süddeukschland keine gemein-schaftlichen Maßregeln zu Stande kommen können; sonst würde es schwerlich, um3 bis 4 Mill. Fr. an der Einfuhr des Viehes zu gewinnen, eine Ausfuhr von 30bis 40 Mill. für seine Weine und Fabricate auf das Spiel gesetzt haben. — Baden,Würtemberg und Baiern , welche am meisten durch die erhöhte Auflage auf dasVieh verlieren, ergriffen ungewöhnlich schnell starke Retorsionsmaßregeln; dochnach verschiedenen Ansichten, indem erstes das Prchibitiv-, beide letztere aber daserbehte Zollsvstcm annahmen. Diesem traten auch noch einige kleinere zu demVereine gehörige Staaten bei. Zndirect ist also dieser, obwol nicht ganz gleich-artige, gemeinschaftliche Schritt gegen Frankreich dem Darmstädter Congreffe zudanken, ungeachtet sich auch hier wieder zeigt, wie schweres hält, eine gänzlicheÜbereinstimmung in der Wahl der Mittel auch nur unter 5 — 6 der Vereinsiaakenzu Stande zu.bringen. Indeß hat dieser erste Versuch Baiern und Würtemberg,sowie die mitteldeutschen Staaten von dem Bedürfnisse überzeugt, sich mittelsteiner gänzlichen Verschmelzung ihrer Maßregeln ihre gemeinschaftliche Be-drängnis, zu erleichtern. Vielleicht gelingt es ihnen, in Verbindung mir der Schweiz einen geschlossenen Handelsstaat zu bilden und entweder nach Englands Princip so-wol den vortheilhaften Ankauf der rohen Stoffe als den Absatz der Fabrikate in demVereingebiete zu sichern, oder wenigstens nach Östreichs und Preußens altem Bei-spiele den letzter» Zweck in seinem ganzen Umfange zu verfolgen. — Im Febr. 1823wurden die Conferenzen der zum HandelScongreffe in Darmstadt bevollmächtigtenCommissarien der deutschen Regierungen zu Frankfurt a. M. gehalten; auch zuArnstadk traten die bei dem beabsichtigten Vereine betheiligten Staaten zusammen,um einen gemeinschaftlichen Beschluß zu fassen. Endlich gab auch Kurhessen dieTheilnahme an dem darmstädter Congreffe auf und ordnete sogar gegen dasGroß-herzogthum Hessen , dessen Regierung eine dem Verkehr mit allen Nachbarstaatenallerdings lästige Verbrauchssteuer 1825 bei sich eingeführt, jedoch dabei zumAbschluß eines allgemeinen Zollvereins bereit zu sein erklärt hatte, statt zu einemsolchen Vereine die Hand zu biete», Retorsionszölle (25. Dce. 1825) an, wodurchdie großberzogl. hessische Regierung ebenfalls bewogen wurde, d. 1. Mai 1826ähnliche Retorsionsmaßregeln gegen Kurhessen zu ergreifen. Dagegen hatten diesämmtlichen großherzogl. und kerzogl. sächs., fürstl. reußischcn und schwarzburgi-schen Häuser zuÄrn statt schon 1823 einen solchen Verein unter sich zu Standegebracht, und Kurhessen zum Beitritt eingeladen. Jener hessische Zollkrieg aberbewog wahrscheinlich das Gi oßherzogthum Hessen, init Preußen in einen Zollver-band zu treten, worauf in Kassel 1828 der mitteldeutsche Zollverein (s. d.) zuStande kam.
Darstellung, überhaupt die Handlung, durch welche man etwasInneres (Gedachtes) mittheilt und zu einem Gegenstände der äußern An-schauung macht, oder für Andre zur Erscheinung bringt. Wenn aber vonästhetischer Darstellung die Rede ist, so ist sie diejenige Behandlung einesästhetischen Stoffes, wodurch er eine durch sich selbst gefallende Form fürdie Anschauung erhält. Dieser Stoff ist immer eine ästhetische Idee, die