Band 
Dritter Band. D bis E.
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Declination

Decoration

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muff. Nach der Verschiedenheit der Poesie isi die poetische Deklamation wiederverschieden, nämlich epische oder erzählende, dramatische oder darstellende, und ly-rische (die eigentliche Deklamation). An die poetische grenzt die oratorische, diejedocd von ihr durch den Zweck des prosaischen Vertrags sehr verschieden ist. Nachder jedesmaligen Tonart muff sich nun auch stets das eben so sorgfältig zu wählendeTempo auf das strengste richten, indem auf der richtigen Bestimmung desselben undder Taktveränderung außerordentlich Vieles in der Deklamation beruht. Hiermitsteht in Verbindung die Kenntniß der poetischen Rhythmen (oder der Metrik).Eine Hauptsache aber ist die zu der verhältnismäßigen Auf-und Abstufung erfoder-liche Intension der Stimme, wodurch die todten Wörter erst zulebendigen Wortenerhoben, vermittelst welcher die im Innern verborgenen Empfindungen und Ideenanschaulich gemacht werden und lebhafte Theilnahme erwecken. Dieses nennt manAccent, der so mannigfaltig ist, daß die Lehre von den Accenten und die Bestim-mung ihres richtigen Gebrauchs der schwierigste Abschnitt in der Deklamation ist,und b,sonders wissenschaftliche Ausbildung erfodert. (s. Accent.) Außer den Ac-centen kommen noch andre Biegungen der Stimme bei einem vollkommenen münd-lichen Vortrage in Betracht, namentlich Tonfälle und damit genau verbundenePausen, deren Lehre wieder einen bedeutenden Abschnitt in der Deklamation aus-macht, dessen Ausübung sehr schwierig ist. Der zu häufige und willkürliche Ge-brauch der Mittel, welche dem Deklamator zu Gebote stehen, namentlich der Ac-cente, wird daher, weil er seine Zwecke vereitelt, oft im tadelnden Sinne declami-ren genannt, oder man redet von einem „zu viel declamiren". Sonach wird denneben die Kunst, vermittelst des richtigen Gebrauchs der Accente und der übrigenModifikationen der Redestimme, das Mannigfaltige der rhythmisch fortschreitendenErzeugnisse der Eprache bei der Darstellung zu einem regelmäßigen und schönenGanzen zu vereinigen, unter der Lehre der Deklamation (Declamatorik), welcheauf besondern wissenschaftlichen Grundßitzen und Regeln beruht, begriffen. Mitihr verbindet sich der Unterricht in der Gestikulation. Denn es ist dem belebtenMenschen unmöglich, gänzlich ohne Bewegung des Körpers zu sprechen, obgleichdie Deklamation, je reiner ihre Wirkung sein soll, und je mehr sie sich in ihrer eignenGröße zeigen will, desto mehr der Mimik zu entbehren sucht.

Declination, jede Neigung, Abweichung, Veränderung, z. B. derEndsylben eines Nennworts in der Grammatik; in der Naturlehre die Abweichungder Magnetnadel (s. d.) bald gegen Osten, bald gegen Westen. Das Instru-ment, auf welchem man die Abweichung der Magnetnadel bemerken kann (Abwei-chungscompaß), heißt Declinator oder Declinalorium. Declination inder Astronomie, s. Abweichung.

Decoration, überhaupt jede Ausschmückung, Anordnung und Verzierrung irgend eines Gegenstandes, ;. B. eines Zimmers, welche den Zweck bat, ihm einegefälligere Form zu geben (daher man von einer Decorationskunst oder Verzierungs-kunst überhaupt, deren Grundsatz Zweckmäßigkeit oder geschmackvolle und sinn-reiche Übereinstimmung der Verzierung mit der Bestimmung und dem Charakterdes zu verzierenden Gegenstandes ist, und von einem Decorat eur, d. h. einemKünstler, welcher Ideen zu Verzierungen, z. B. eines Saales oder Gebäudes beifestlichen Gelegenheiten, erfindet und ausführt, in einem allgemeinen Sinne spricht).Hu engerer Bedeutung braucht man Dekoration von der Theatermalerei undBühnenkunst und versieht darunter diejenigen Malereien, welche dazu dienen, denOrt, an welchem gewisse Scenen vorfallen, angemessen zu vergegenwärtigen.Hierzu gehören die Coulissen, der Grund (oder die Gardine, richtiger Courtine oderCortine), welcher am Ende der Bühne die'Aussicht schließt, Vor-und Ansätze unddie Soffiten, welche die Decke bilden. Der Dekorationsmaler muß vorzüg-lich die linearische und Luftperspektive verstehen, um die örtliche Täuschung hervor-

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