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Deutsche Sprache
sinnlicher Gegenstände, in Leren Gebiet sich der Sohn des Waldes nicht verstieg.Bei Leu, mir den Skandinaviern häusig verwechselten, Gorhen, Lie sich, von denHunnen vertrieben, zu beiden Seiten der untern Donau ausgebreitet batteir, undnamentlich bei denen, die von ihrem Wohnsitz in Messen, der heurigen Walachei,Mösogokhen hießen, zeigt sich, wahrscheinlich wegen des Verkehrs mit den be-nachbarten Griechen, die erste Spur von Schrift und Literatur, um die Mitte des4. Jahrh. UlsilaS (s. d.), ein vornebmer Goihe, auf dessen Veranlassung seineLandsleute die christliche Religion annahmen, suchte gegen 360 die Schreibkunsteinzuführen, und übersetzte, da er Bischof geworden war, die Bibel. Der größteTheil der 4 Evangelisten und ein Stück des Briefs an die Römer sind davon aufuns gekommen, und wir sinken in jener Sprache eine Art von Oberdeutsch, mit nie-derdeutschen und fremden, vielleicht thraciscben Wörtern gemischt, in den meistengrammatischen Formen von den deutschen Mundarten überhaupt nicht wesentlichverschieden. Eine der sonderbarsten grammatischen Eigenheiten der Sprache desUlsilaS ist der dem Griechischen ähnliche Dualis. Wie die Sprache sich vom Ober-deutschen zum Niederdeutschen neigt, vernarben schon die Zahlwörter ains, Nvai,tl>> n,.-i u. s. w. Auch findet man mehre angelsächsische, noch im Englischen vorhan-dene Wörter, das Oberdeutsche aber, als die eigentliche Grundlage, blickt überallhervor. Die Morgenröthe der eigentlichen Literatur, und somit auch derSprachbil-dung, bricht jedoch erst im 8. Jahrh., mit der Zeit Karls desGroßen, an.Was bis auf diese Zeit spärlich von Schrittst, Ilerci erschien (s. Kochs „Compend.der deutschen Lit. -Gesch.", I, 18 — 20 , waren meist sklavische Übersetzungen ausdem Küchenlatein, die nicht nur die lateinischen Eonstrucrioncn, sondern sogar dieBeugung der Wörter nachformten. Die herrschende Mundart war die ober-deutsche , aber nach der rohen Aussprache des Volks geschrieben. Doch fallen auchin diese Zeit die Lieder, durch welche die Sprache schon»eine poetische Bildung er-hielt. Mit Karl beginnt der sogenannte frön kische Zeitraum (von 768—1137),in welchem des Guten viel geleistet wurde, da Karl nickt bloß durch Eroberungenund Staatskunst, sondern auch durch Das, was er für Bildung that, den Namendes Großen verdiente. Er legte den Monaten und Winden deutsche Namen bei,fing selbst eine deutsche Sprachlehre an, und that alles Mögliche, um Sprache,Poesie und Wssenschaft zu befördern. Indeß waren die Fortschritte nur langsamund zeigten sich erst unter seinen Nachfolgern bedeutender. Mit Recht sagtFulda , daß bei der treuherzigen Bemühung, die Aussprache in ihrer übervollen,rauhen Wahrheit auszudrucken, gleichwol immer das unveränderliche Wesen derdeutschen Sprache hell und klar hervorleuchte. Zur Probe mag Einiges hier ste-hen: Kescrix, Geschreib; Keschrifti, Schrift; Scap, Scaf, Schaf; crkipit,ergibt; chaldan, halten; UnchuSchida, Unkeusckheit; aikan, eigen; piscauuohe,beschauen; scuunto, schauend; Fiur, Feuer. Als Probe einerDeclination: Sin-gularis : Weg, Weges, Wege und Wega, Weg; Pluralis: Nein. Wega, Gen,Wego, Dat. Wegum und Wegen, Acc. Wega. Ebenso wechseln die Conjuga-tionen; das Präteritum mit demHülfszeitworte haben ist noch gänzlich unbekannt.Nur ollmäligen Fortschritt machte die Bildung der Sprache auch unter den sächsi-schen Königen (912—1024), unter denen Notker Labeo u. A. blühten. Da aberunter allen Dichtern und Schriftstellern dieser Zeit kein so hervorstechender Kopfwar, daß er für die Übrigen gesetzgebend geworden wäre, so kam es zu keiner Ein-heit, und man beinerkt an ihnen Mangel an Gleichförmigkeit in Ansehung derBeu-gungen und Endungen der Wörter, wie noch jetzt bei uns. Ebenso ging es unter denfränkische» Kaisern (1024—>1136), in welcher Zeit Willeram, und mehr noch dasLobgedichk eines Ungenannten auf den 1075 verstorbenen Erzbischof zu Köln , Anno,sich auszeichnen. Besonders dies letzte Gedicht verkündigt in Poesie und Sprachedie Nähe eines schönern Zeitalters, welches unter den schwäbischen Kaisern aus dem
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