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hohenstaufischcn Hause aufblühte und den schwäbischen Zeitraum der Minne-,singer umfaßt. Merkwürdig ist die Veränderung, welche jetzt in der Sprache er-folgte, indem die fränkische Mundart, die bis daher geherrscht hatte, von der aleman-nischen oder schwäbischen verdrängt wurde. Das neue schwäbische Deutsch nahmdie unvollkommene Bildung des fränkischen leicht in sich aus und vervollkommnetesie nach den neuen Bedürfnissen des aufgeregten poetischen Geistes. Einige übriggebliebene poetische Denkmäler dieser Zeit machen anschaulich, wie das Fränkischenicht auf einmal, sondern nur unvermerkt nach und nach schwäbischer wurde. Diebreiten Doppellaute der schwäbischen Mundart wurde» vergütet durch eine naiveAnmuth, die dieser Mundart vorzüglich eigen scheint. Eine Menge schallenderSelbstlauten in ihr verrathen ein für Wohlklang empfängliches Ohr. Zudem hatsie eine Menge kleiner Füllwörter, Partikeln, Vorwörter, Ellipsen, bildet ohneMühe Ableitungen und Verkleinerungswörter, und setzt mit glücklicher Kühnheitverschiedene Wörter in Eins zusammen. Die Schwierigkeit bei dem Lesen der-selben entsteht aus der Menge Wörter, die untergegangen, oder solcher, die eineandre Bedeutung erhalten haben, und endlich aus der veränderten Beugung,Ableitung, Stellung, Zusammensetzung. Nach und nach verlor die schwäbischeMundart ihr Ansehen in Deutschland, und beinahe alle deutsche Mundarten tra-ten in gleiche Rechte. Die Zunft der Meistersinger begünstigte diese freie Bil-dung der Sprache nicht wenig. Den Werth von Hans Eachs'S gemnchvollenDarstellungen keineswegs verkennend, muß man aber doch sagen, daß die Spra-che auch von ihnen keinen wesentlichen Gewinn zog, denn weder ihr Reichthumnoch ihr Nachdruck wurden befördert; höchstens gewann durch diese ^ängei schuledie Sprache an regelmäßiger, gleichförmiger Bildung. Doch auch dies sollte ver-loren gehen; denn da den Laien verboten ward, die Bibel zu lesen, da man, umzu predigen und Processe zu führen, seine Kraft einer fremden todten Sprache wid-mete, verwilderte mehr und mehr die bildsame Muttersprache. Diese Verwilde-rung hemmte mitMacht Luther , indem er, wie Noß sagt, voll des begeisterndenEntschlusses, daß sein Volk das Wort der Wahrheit lauter in göttlicher Einfaltund Würde vernehmen solle, die neu verdeutschte Bibel in jeder Ausgabe, die Psal-men wol sieben Mal, von 1518 — 45, sorgfältig besserte und aus dem Gemei-nern zum Ediern, aus zufälliger Anreihung zu geordneten Schwüngen der Beredt-samkeit erhob. Allgemein wurde von jetzt an die deutsche Sprache zur Gesetz-,Geschäfts- und später auch zur wissenschaftlichen Sprache erhoben. Zhm, demStammvater des neuern Sprachbaue?, folgten nach Zwischcnräumen der Vernach-lässigung die fortbildenden Väter: zuerst der männliche Opitz, der den Musen desAlterthums und der Frenide reinern Gesang ablernte; dann Haller'S Lehrer, derfeurige Lohenstein, der in seinem „ArminiuS und Thusnelda " einen bewunderns-würdigen Reichthum treffenderWorte und Wendungen ausbreitete, und endlich dergesellige Hagedorn, der die in Ttudirstuben etwas ersteifte Spräche für die zarternTöne der Frohherzigkeit und der Lebensweisheit zu schmeidigen verstand. Seit Endedes 17, Jahrh, wurde durch Einfluß der stanz. Sprache und Herrschaft die deutsche verdorben. Die Sprachmengerei stieg auf den höchsten Gipfel in der ersten Halstedes 18. Jahrh., und die stanz. Sprache wurde herrschend. (Vgl. „Frankreichs Sprach - und GcisteSkyrannei über Europa seit dem rastädter Frieden, dargestelltvon Radloff", München 1814.) Der neue Purismus, den Gottsched und seinewässerige Schule übten (der frühere wurde von mehren, zum Flor der deutschenSprache gestifteten, Orden geübt), zeigte mindestens von gutem Willen für einenicht unnökhige Sache. Hätte man freilich nur Erzeugnisse der Gottsched'fthenSchule vor sich gehabt, so ließe sich die Verachtung, dieFriedrich II. der deutschenSprache in einer stanz. Schrift („I)e In iiltei.-itiire.-Genuinste", Berlin 1780,übersetzt von Dohm, ebendas. 1780; beantwortet und widerlegt vom Abt Jeru-