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werden (1139—93); zwar nicht durch ihn, den schwachen, kurzsichtigen Mon.archen, aber durch Aufnahme der Wissenschaften, durch Stiftung mehrer Univeisinne», durch die Entdeckung Amerikas erhielt ganz Europa, und mn ihm Deutsch ,land , frische Kräfte und neue Antriebe zur Thätigkeit. In desto größer», Wider:spruche standen damit das noch immer waltende Faustrecht und die Willkür derGroßen, die sich unter Anderm in dem mächtigen Bunde der schwäbischen Städteaussprach, wenn auch der Drang der Umstände ihn rechtferliacn »lochte. Mehrals je that es Noth, daß ein Fürst von Muth, Kraft und Einsichten Deutschlands Thron bestieg. Dieser war Friedrichs Sohn, Maximilian I. (1 >93—1519,.Den vorherrschenden dringenden Wunsch aller Stände, besonders der arg bedruck-ten Städte, Vernichtung des Faustrechts, erfüllte er 1495 durch die Errichtung desewigen Landfriedens. Zugleich ward ein Kammergericht bestellt und eine Kammer:gerichtSorknung bekanntgemacht, ein Reichsregünent und ein Reichshofrath einge-setzt, und Deutschland erst (1509) in 6, dann in 19 Kreise (s. DeutschesReich ) getheilt. Den Glanz der Krone vermehrte Maximilian, indem er zuerstden Titel als römischer Kaiser annahm, ja er hatte sogar den Gedanken, den päpst-lichen Stuhl zu besteigen; nur der Cardinäle schnelle Wahl nach Julius II . Todeverhinderte ihn daran. Das Iustizwese» erhielt bestimmtere Formen und einenneuen Gang durch die Hofgerichte und Kreistage; eine Polizeiverordnung wardeingeführt und das Postwesen (1516) eingerichtet. Bei dem Kriegswesen win dendie Truppen in Fäbnlein und Regimenter eingetheilt, höhere milikairische Würdenangeordnet und das Geschütz vervollkommnet. Der Anfang der Reformation(1511 , auf der kurz vorher (1592) gestiftete» Universität Wiktenberg, beschließtdie Reihe der für Deutschland so unendlich folgereichen Ereignisse unter Maximi-lians Regierung. Seinem Nachfolger Karl V. (Marinnlians Enkel und Königvon Spanien ) wurde eine, als künftiges Reicksgrundgesetz entworfene Wahlcapitulation vorgelegt, die er beschwöre» mußte; doch der ihm angeborene despotischeCharakter verletzte sie bald bei jede,» Schritte, den er rbat. l). Martin Luche« 'sReformationo-werk machte reißende Fortschritte; der Bauernkrieg unter ThomasMünzer'S Anführung verbreitete Unheil; des Landgrafen Philipp von Hessen unddes Kurfürsten von Sachsen Bündniß zum Besten der Reformation beförderte dasGelingen derselben; die feierliche Prokestalion der Anhänger der neuen Lebre er-folgte 1529, und nach dem Bunde der evangelischen Fürsten , geschlossen zuSchnialkalden (1539), brach der schmalkaldische Krieg (1516, aus. Die wikien.bcrgische Capitulation entschied über da? Schicksal des unglücklichen Kurfürsten Jo-hann Friedrich von Sachsen : die ernestmisch-sächsische Linie verlor die Kurwürde,das Interim (15t8) gestattete den Protestanten nur den Kelch im Abendmahle unddie Priesterehe, bis endlich im Vertrage zu Passau (an, 31. Juli 1552) Karl V, ,durch des Kurfürsten Moritz Verein mit Frankreich und den Glieder» des schinal-kaldischen Bundes gezwungen, den Protestanten völlige Gewissensfreiheit und bür-gerliche Gleichheit mit den Katholiken zusicherte, und auf die Grundlage diescsVer-rrags der gänzliche Religionsfriede (1555) zu Augsburg abgeschlossen wurde. InHinsicht aus Deutschlands innere Verfassung ernannre Karl schon auf seinem erstenReichstage in Worms das Reichsregünent und erneuerte die Gesetze wegen desLandfriedens und KammergerichtS; auch wurde hier die Reichsmatrikel bekannt-gemacht, welche das Contingent zur Reichsarmec bestimmn', das in der Folge bisauf das Drei- und Fünffache erhöht wurde. Karl legte endlich, der Last desThro-nes müde, die Regierung nieder (1556- und starb 1558 m einem spanischen Kloster. Mit Ferdinands l. (Karls Bruder) Thronbesteigung ward die Wahl-eapitulation durchgesehen, der Religionsfriede ihr einverleibt, das tridentinischeCon-eilium (1515 eröffnet) beschlossen, und damit zugleich eine ewige Kluft zwischenden Katholiken und Prpiestanten befestigt, welche die augsburgifche Consessien als