Band 
Dritter Band. D bis E.
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Deutschland von 1648 —1806 265

sie Frankreich angehangen hatten. Doch unerwartet schnell, an den Blattern, starbJoseph, und sein Bruder Karl VI. folgte ihm in der Kaiserwürde. Der bald er,folgte utrechter, und der auf seine Grundlage abgeschlossene Friede zu Rastadt undBaden (1714)machte Karls fortgenährten Entwürfen auf die Vereinigung der spa-nischen Krone mit der deutschen ein Ende. Doch gelang ihm die Errichtung derpragmatischen Sanction, dieses berühmten östreich. Hausgesetzes zur Bestimmungder Erbfolge. Der Friede von Wien beendigte den Krieg wegen der polnischen Kö-nigSwahl (1135) günstig für Sachsen, und der Friede zu Belgrad (1739) dengegen die Türken, worin Ostreich sich zu Abtretungen verstehen mußte. Mit Karls V l.Tode (1740) erlosch der Mannsstamm der habsburgiscken Dynastie, und seineTochter, Maria Theresia , übernahm die Regierung derErbstaaten. AberKurfürstKarl Albrecht von Baiern trat gegen sie mit Ansprüchen auf das östreich. Erbe, und1742 unter dem Namen Karl VII. als deutscher Kaiser auf. DerdarauS entstan-dene achtjährige östreich. Erbfolgekrieg ward nach Karls VII. Tode (1745) durch denFrieden zu Füßen (1745) und durch den aachcner 1748) glücklich für Maria The-resia geendigt, welche unterdessen auch die beiden schlesischen Kriege mikFriedrich II..dem Großen, geführt. Am 15. Sept. 1715 ward ihr Gemahl, Franz I. , zumdeutschen Kaiser gewählt. Der hubertsburger Friede 1703) beendigte den fürDeutschland verderblichen siebenjähr. Krieg. Franz'ö !. großerSohn, Joseph II. ,folgte seinem Vater in der Kaiserwürde (1765). Weine erste» Arbeiten waren eineRevision des Iustizwesenü und des KammergcrichtS; diesem folgten die Aushebungdes Ipsu/tenordimS 1773) in seinen Staaten, nach dem von andern europäischen Mächten schon früher gegebenen Beispiele. Die Aufhebung der überflüssigen Klö-ster, dasToleranzedict vom13.Äct. 1731, die erweiterte Prcßfreiheit gehören un-ter die schönsten Diamanten in Josephs Krone. Die Unruhen in Belgien und dererneuete Türkenkrieg beunruhigten den ekeln Kaiser gegen das Ende seiner Regierungnoch sehr, und er starb (20. Febr. 1790) mit vielen Sorgen im Herzen. Leopold I I. ,Josephs Bruder und bisheriger Großherzog von Toscana, welcher nach geschehenerAbänderung der Wahlcapitulation am 30. Sept. zum Kaiser gewählt wurde, schloßauf Preußens Dazwischentreten mit der Pforte Friede. Wchon im ersten (fahreseiner Regierung rhürmte jenseits des RbeiuS sich das Gewitter auf, das Deutsch-land den Untergang drohte. Die franz. Revolution brach aus. Leopold und Fried-rich Wilhelm ll. von Preußen vereinigten sich zu Pillnitz am 25. Aug. 1791 zurAusrechthaltung des Bestandes und der Verfassung des deutschen Reichs und zurUnterstützung der königl. Rechte in Frankreich . Da starb plötzlich Leopold (am 1.März 1792), und sein Sohn, KaiserFranz U., trat in,seinen Vertrag mit Preu-ßen ein. Nachdem die franz. Nationalversammlung Östreich den Krieg erklärthatte, beschloß auch das deutscheReicb (am 23. Nov. 1792) den Krieg. Bald aberschlössen Preußen und mebre deutsche Fürsten 17 95 besondere Frieden mit der neuenRepublik, und zwischen Östreich und Frankreich wurde am 17. Oct. 1797 derFriede zu Campo-Formio unterzeichnet. Mit dem deutsche » Reicbe wurde derFriedezu Rastadt unterhandelt; aber noch vor der Beendigung dieser Verhandlung brachder Krieg 1799 aufs neue aus. Der Friede von Luneville (9. Febr. 1801) be-stimmte den Rhein zur Grenze Frankreichs und Deutschlands , welches dadurch über1200 Ü>M. Land und fast 4 Mill. Menschen verlor. Östreichs Beherrscher grün-dete (1804) ein erbliches Kaiserthum Östreich, während Frankreichs erster Eonsul,Bonaparte, als Napoleon I. zum Kaiser der Franzosen erklärt wurde. Bald tra-ten Östreich und Rußland vereint wieder gegen den aufstrebenden Nachbar auf, alleinder Friede von Presburg (26. Dee. 1805) endigte diese» Krieg, an welchem dreiStände des deutschen Reichs, Bester», Würtemberg und Baden, als VerbündeteFrankreichs Theil genommen. Im folgenden Jahre sagten 16 deutsche Fürsten sichvom Reichsverbande los, errichteten einen Verein, dessen ConstitutionSacte in Paris ,