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12. Juli 1806, entworfen, am 19. Juli zuSt.-Cloud vollzogen und durch den franz.Geschäftsträger Bacher zu Regensburg der allgemeinen Reichsverfammlung am 1.August bekanntgeinacht wurde. Sie unterwarfen sich durch diese Acte dem franz.Kaiser als ihrem Prvtectcr, und nannten ihren Verein den Rheinbund. Die;ser entscheidende Lchritt foderke unumgänglich einen zweiten. Napoleon hatte er-klärt: „daß er diesen Fürstenbund als eine natürliche und nothwendige Folge despresburger Friedens betrachte; der Reichstag habe längst aufgehört, einen Willenfii haben; durch Hanovers Vereinigung mit Preußen sei ein Kurfürstenkhum auf-gehoben worden, und ein nordischer König («chweden) habe eine Reichsprovinz sei-nen übrigen Staaten einverleibt; er erkenne also das Bestehen der deutschen Ver-fassung nicht mehr an, dagegen aber die volle unumschränkte Souverainetät einesjeden der Fürsten, deren Staaten das heurige Deutschland ausmachen, und er wollemit ihnen in die nämlichen Verhältnisse treten wie mit den übrigen unabhängigenFürsten Europas". Als Folge dieser Erklärung verzichtete Kaiser Franz , unterm8. Aug., auf die deutsche Kaiserkrone, legte die ReichSregierung nieder und er-klärte seine deutschen Erbstaaten für getrennt von dem deutschen Reichskörper, em-pfahl aber zugleich die Reichsdienerschaft den ehemaligen Ständen des aufgelöstenReichs. Hier beginnt die Geschichte des Rheinischen Bundes ls. d.).
Deutschland von 1806— 15. Noch war das erste Jahr des Bundesnicht verflossen, als feine Contingente, mit Frankreich vereint, an der iLaale»Elbe und Oder gegen Preußen und dann auch gegen Russen an der Weichsel käm-pfen mußten. Nach dem Frieden von Tilsit sah der Bund durch den Beitritt von11 Fürstenhäusern aus dem nördl. Deutschland sich erweitert. Alte Fürstenhäuserwurden verdrängt, und ein franz. Thron ward in Deutschland errichtet. Vier Kö-nige, 5 Großherzoge und 25 Herzoge und andre Fürsten waren nun von demneu gewobenen Bande umschlungen. Der Friede von Wien (am 14. Ocr. 1809)vergrößerte des Bundes Umfang und Macht. Die nordwestlichen Bestandtheileaber, sowie die Hansestädte, Hamburg, Bremen und Lübeck , wurden 1810 mitFrankreich vereinigt. 1812 unternahm Napowon seinen verderblichen Aug nachRußland , und auf seinen Ruf schlössen sich die zahlreichen Contingente der Louve-raine des Rbünbunde« seinem Heer an. Aber die Fürsten und die Völker warenlängst zu der Überzeugung gekommen, daß sie nur Werkzeuge seien, um seinen ehr-geizigen Planen zu dienen, und daß unter sei,>em Joche Recht, Freiheit und Wohl-stand, die man immer schmerzhafter vermißte, nicht mehr zu hoffen seien. Indeßfolgte man dem Gebote der Nothwendigkeit, und 100 000 Deu.sche fanden ihrGrab in den Schneegcfilden von Rußland . Die Russin verfolgten ihre Vortheilebis auf die deutsche Grenze: Preußen verband sich mit ihnen zur Wiederbefreiungvon Europa (zu Kalisch, 28. Febr. 1813,: zugleich schloffen einige Ltände deSNordens sich ihnen an; Lübeck und Hamburg standen, mit den Waffen in derHand, gegen ihre Bedrücker auf; in ganz Deutschland waren alle Gemüther be-wegt von dem getrosten Glauben, daß nun die Zeit der Rettung gekommen sei. Nochzuversichtlicher ward dieserGlaube, als auch Östreich (10. Aug.) dem Bunde gegenNapoleon beikrat. Bald nahmen die Kriegsereignisse, bei dem einstimmige» Sinneder Verbündeten lind bei der edeln Begeisterung, die ihre Völker belebte, einen fürihre Läache höchst günstige» Charakter an; nun warf auch Baiern das Joch ab undvereinigte in Folge des Vertrags zu Ried, vvm8. Oct. 1813, seine Macht mit derder Verbündeten. Zehn Tage später vernichtete die Schlackt von Leipzig die franz.Herrschaft in Deutschland ; durch sie fiel das Gebäude des Rheinbundes >n Trüm-mern. Es traten ain 2.Nov. auch der König von Würtemberg, und nach ihm dieübrigen Souveraine des Südens dein großen Bunde bei. Nach dem Treffen beiHanau (30. Oct.) hakte sich das fliehende franz. Heer über den Rhein zurückgezogen.Alles bekam von nun an in Deutschland eine neue Gestalt. Einige Festungen aus-