Dianenbauin
Diastimeter 275
tiers in der Dauphin,-. Sehr jung an den Großsineschal der 3>ormandie, Louisde Brezö, vermählt, wardsieim31. IahreWitwe.und einigeZeit nachher die Ge-liebte des jungen Herzogs von Orleans, und als dieser Thronfolger geworden war,entzündete sich der bitterste Haß zwischen ihr und der Herzogin von Etampes , derGeliebten Franz l., welche über die bejakrke Nebenbuhlerin bitter spottete. D.rächte sich an ihr durch Verweisung, sobald Heinrich II. 1547 König gewordenwar, in dessen Namen sie unbeschränkt herrschte. Bis zu seinem Tode (1559)übte sie durch Geist und Anmuth eine so unerschütterliche Gewalt über ihn aus,daß abergläubige Zeitgenossen ihr Zauberkräfte zuschreiben. Sie zog sich sodannauf ihr Schloß Anet zurück, wo sie eine wohlthätige Anstalt für 12 arme Wit-wen stiftete und 1586 starb. Denkmünzen mit ihrem Bilde, das den Gott derLiebe mir Füßen tritt, haben die Umschrift: Omuluni viotoicm viel, Besiegerindes Allbesiegers.
Dianenbauin oder Silberbaum ist aus der salpetersauren Silber-,auflösimg, durch Quecksilber gefälltes und in prismatischen Nadeln, welche baum-förmig gruppirt sind, krystallifirtes Silber. Um diese dem Auge gefällige Krystal-lisation zu erzeugen, löst man einen Theil reinen Silben! in Salpetersäure auf,verdünnt die gesättigte Auflösung mit 20 bis 30 Theilen Wasser und legt dareinein Amalgam aus8TH. Quecksilber und 1 Th. Blakisilber, worauf sich nach eini-gen Tagen die Kristallisation bildet. Hängt man in jene Auflösung Quecksilber infeine Leinwand gewickelt, vermittelst eines seidenen Fadens, so kann man die ent-standene Vegetation aus der Flüssigkeit ziehen und sie unter der Glasglocke aufbe-wahren. Auch bilden sich schöne Silbervegetationen beim Abtreiben des Quecksilbersin Amalgamirwerken. Seit Erfindung der Volta'scben Säule ist es gelungen, denDianenbauin auch durch Einwirkung derselben auf Verbindung von Metallen mitSäuren darzustellen; leitete man den elektrischen Strom z. B. durch salpetersaurcSSilber, so sehten sich die Silbernadeln auf eine ganz ähnliche Weise an den Drahtder Säule an. S. Biot's „Experimental-Physik ", deutsch durch Fechner, 2. Bd.
Diaposon hieß bei den Alten die Octave, sowie Diapante dieO. uinte (s. d.)
Diastiineter, ein von dem Physiker und Mathematiker 14. Rommers-hausen in Aken erfundenes Meßinstrument, mittelst dessen jede Entfernung voneinem Punkte aus bestimmt werden soll. Der Diastimeter hat die Gestalt einesFernrohrs ohne Gläser, jedoch sind an der Stelle des ObjectivglaseS 4 Pferdehaarein verschiedenen Abständen parallel ausgespannt. Sieht man nun in der Entfernungeinen Gegenstand, dessen Größe bekannt ist, z. B. einen Menschen, eine aufgestellteStange u. dgl., so versucht man, zwischen welchen der Fäden dies Object scheinbarpaßt, und kann nun, da man 2 ähnliche ineinanderliegende Dreiecke (das im Fern-rohr durch den Abstand des Auges von den beiden Haaren und dem Abstände dieserunter sich, und das größere durch die Entfernungen des Objects vom Auge und durchdas Object selbst gebildet) erhält, von denen man das eine (im Fernrohr) in allen sei-nen Theilen, von dem andern aber eine Seite (die Größe des Objects) kennt, auch dieGröße der zweiten Seite des größer» Dreiecks die Entfernung des Objects vomAuge- leicht find.n. Theoretisch ist dies wahr, praktisch dürfte es sich aber nicht stetsals genau richtig bewähren, indem die Größe des Menschen, die meistens zu.» Ob-ject genommen wird, so sehr differirt, und bei der Kleinheit der einen und dcr bedeu-tenden Größe der andern Seite schon die geringste Abweichung dererstern eine großeDifferenz geben muß. Zu eigentlichen Messungen, wie der Erfinder will, durfte da-her der Diastimeter sich wol nicht, dagegen aber zum flüchtigen Eroguiren und uwungefähren Bestimmung einer Entfernung für Militaii-S im Felde, z. B. für die Ar-tillerie, zur Erkennung des Abstandcs einer anrückenden feindlichen Abtheilunggut eignen. 32.
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