Band 
Dritter Band. D bis E.
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277
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Dichotomie Dichtigkeit 271

was Frognall, einer der größten jetzt lebenden Bibliographen. Er tstGeistlicherund Mitglied der Gesellsch. der Alterthümer in London . Als Bibliothekar des Ära-,sen Spencer hat er eine der reichsten, kostbarsten und erlesensten Privatbibliothekenunter sich. Man hat über die Bibliographie und Bibliomanie von ihm mehre wich.tigeWerke, von denen wir die bedeutendste» anführen : „Inckrostuotion tu x,„xv-lecl^o ol i.iro .nick vulu.ible e<Iitiou^> uk llie ^rcolr ,i»d rvuion ol«;^io!>" (3. Aust.,London 1808, 2 Bde.); „Isis Lililioiiioiiiu, s bisilioxr. ruuuiuur" (2. Anst.,Lond. 1811); „Libllogillpsiv, 3 Poem" (Lond. 1812). In seiner Art einzig ist s.„iüblintsiec» 8 peiwerisui>, or 3 cleneriptive aotula^us ot tli» bonle« piiniixl i»tlie 15. ceului v. r>»ck nk m.->»v viOu.iblc kirnt eckitiousiu tsio lil»:,, v okOroi^eckolin lAirl 8pencer" (3 Bde., 1814). Ferner s. „sllbliogiopnlaxl Oeu.,me-ro», or teil «1l>v5 pleadnnt rlincuurse npnn illuniiuuleck »uuiunei iptn andnulstectn enuneete«! vvilli c.irlv euxr-iviiur. l, ,>upri>>>Iiv su>I l,rl>Iiogi3plir"(Lond. 1817, 3 Bde.). Es ist mit einer Ästenge der trefflichsten Holzschnitte undKupferstiche geziert, und eins der vollendetsten Meisterwerke der Buchdruckerkunst.Endlich hat er s. Reise durch Frankreich und das südliche Deutschland (1818) infolg.Werke beschrieben: „4. l>lbli»ng'.ii>fil>:3l. .intuprui.>» «„,1 piciurun>p>>> i>>uiin l'r.inue.-Mil tlrrnniuv" (Lond. 1821, 3 Bde., mit vielen Kpfrn. li. Holzscbn.).Es ist mit gleicher typographischer und artistischer Pracht ausgestattet, aber derinnere Gehalt desselben kommt seiner äußern Ausschmückung nicht bei. Der Vers.hat ohne Auswahl, häufig auch ohne Gescbmack zusammengerafft, ist bei Dem,was nicht mit der Bibliographie zusammenhängt, meist nur Cvpist, und selbst s.bibliographischen Mittheilungen sind weder immer neu noch ganz zuverlässig. DerBibliothekar Liguet Hai D.'s Reise durch die Normantie a. d. Engl. übers. und dievielen Irrthümer dieses Bibliomanen berichtigt. (Dgl. die Anzeige im „Hermes",XI.) Größere Ausbeute gibt sein neucstesWerk: „V,-«>,-< .Iltlxnplwxx-", welcheseinenNachtrag zu s. „Dililitttix-r!, 8p<-,x'>-r!-,,x>" und ein Verz. derSpencer'schenGemäldesammlung enthält. Seine 1797 herausgeg. Gedichte sind selten gewor-den, weil er sich alle Mühe gegeben hat, die Exemplare zu vernichten.

D i ch 0 t 0 m i e , s. Eintheilung.

Dichten heißt, durch Bilder vorstellen und Bilder verknüpfen, und wirddem Denken im engern Sinne, als dem Vorstellen durch Begriffe, entgegengesetzt.Im vorzüglichsten ^inne, in welchem es zum Zwecke der Kunst angewendet wird,heißt es, Ideen in entsprechenden Bildern fassen, oder in einem harmvnischeu Gan-zen sinnlicher Anschauungen versinnlicben. Hierdurch ist das Dichten auch von dembloßen Erdichten, d. i. Ausdenken, Ersinnen solcher Gegenstände, die nicht in derWirklichkeit gegründet sind, verschieden. Das Vermögen zu dichten un obigenSinne beruht hauptsächlich auf der durch Vernunft, als dem Vermöge» der Ideen,angeregten Phantasie. Im engsten Sinne heißt dichten, jene ideale»Bildungen derPhantasie (Dichtungen) in der Sprache vollendet darstellen, und die Kunstdieser Darstellung insbesondere Dichtkunst; ein Erzeugniß dieser Art ein Ge-dicht; besondere Classen derselbe» Dichtungsarten. (S. Poesie.)

Dichtigkeit (Densität). Die Erfahrung lehrt, daß die kleinsten Be-standtheile (man denke sie sich als körperliche Punkte) der verschiedenen Körper baldmehr, bald weniger eng vereinigt sind. Dies nennt man die verschiedene Dichtig-keit der Körper. Ganz dicht würde ein Körper genannt werke» können, dessen Zu-sammenfügung gar keine Awischenräume darböte; dergleichen Körper gibt eö aber,wie man sich durch Versuche überzeugt hat, in der uns bekannten Natur nicht. DerBegriff ist also ein relativer, und um die Dichtigkeit eines Körpers zu bestimmen,muß man ihn mit einem andern vergleichen, und diesen dabei zur Einheit annehmen.Da die Erfahrung lehrt, daß Regenwasser, oder auch destillirtes, von allen fremdenBeimischungen befreites Wasser, bei gleichem Wärmegrad eine stets gleiche Dich-