Dictatur
278 Dichtkunst
tigkeit behalt, so nimmt man dieses gewöhnlich zur Einheit an und geht bei derDergleichung von folgenden Grundsätzen aus: 1) Körper, die gleichen Raum ein-nehmen, verhalten sich m ihrer Dichtigkeit wie ihre Massen, für welche man dasGewicht der Körper setzt, weil man kein andres Mittel hat, die Quantität der ineinem bestimmten Raume enthaltenen Materie zu finden. 2) Haben die Körpergleiche Massen, so verhalten sich ihre Tüchtigkeiten umgekehrt wie die Räume, diesie einnehmen. — Man denke sich jetzt einen Körper, der, bei einem Gewichte von4 Pf. einen Raum von nur 2, und einen andern Körper, der bei einem Gewichtevon nur 2 Pf. gleichwol einen Raum von4 Kubikfuß einnimmt, so wird, wie mandurch bloßes Nachdenken findet, die Dichtigkeit des erstern vier Mal größer als diedes letzter» sein, ein Resultat, welches man allgemein so ausdrückt: die Tüchtig-keiten zweier Körper verhallen sich wie die Quotienten der Gewichte dieser Körper,durch die Räume, die sie einnehme» (hier also --- 4: ; — 2 : 4 -----1: ^)- Nochmuß des Unterschiedes gedacht werden, den die awmistische und dynamische Na-turlehre in ihrer Ansicht von der Dichtigkeit macht. Nach dem atomistischenSystem -s. Atome) ist ein Körper dichter als der andre, wenn er, bei gleichemRauminhalte, mehr Atome und weniger leere Zwischenräume enthält; nach demdynamischen (s. Dynamik) heißt Dichtigkeit dagegen der Grad der Erfüllungeines bestimmten Raumes durch ursprüngliche Grundkräfte. Scharfsinnige Ideenüber diese verschiedene Ansicht trägt namentlich vor Kastner in seiner „Einlei-tung in die neuere Chemie" (Halle 1814).
Dichtkunst, s. Poesie.
Dictator, die höchste obrigkeitliche Person in dem republikanischen Rom ,die nur in außerordentliche» und dringenden Fällen, welche die größte Kraft der voll-ziehenden Gewalt erfoderten, ernannt wurde. Die Macht des Dictators war fastganz unumschränkt, sowol in der -Ltaatsverwaliung als bei dem Heere, und kei-ner Appellation unterworfen. Sie nahm gleich nach seiner Wahl ihren Anfang,dauerte aber nur 6 Monate. Gewöhnlich legten die Dictatoren ihr Amt, nachBeendigung ihres Geschäfts, noch vor diesem Zeitpunkte nieder. Nur wenigeBeispiele finden sich von einem länger» Zeiträume, wie z. D. bei Sulla, Cäsar .Alle obrigkeitlichen Aniler, die an den eigentlichen EtaatSgeschäften Theil hatten,hörten mir derWahl eines Dictators sogleich auf, die der Dolkstribunen allein aus-genommen. Die Consuln fuhren zwar in ihren Amtsverrichtungen fort, warenaber den Befehlen des Dictators unterworfen, und in seiner Gegenwart ohne einZeichen von Macht; dagegen hatte dieser sowol inner- als außerhalb der Stadt24 Lictorcn mit Faseeü und Beilen zu seiner Begleitung. Er hatte Gewalt überLeben und Tod, war jedoch darin beschränkt, daß er die öffentlichen Gelder nichtwillkürlich verwenden, nicht Italien verlassen und in der Stadt kein Pferd besteigendurfte. Auch konnte er nach Niedcrlegung senies AmtS zur Rechenschaft gezogenwerden. Die Wahl des Dictators wurde nicht, wie bei andern Magistraten, durchdie Stimmen des Volks entschieden, sondern einer der Consuln ernannte ihn aufBefehl des Senats aus Willkür. Der Dictator ernannte darauf wieder nach freierWillkür einen Befehlshaber der Reiterei. Außer bei dringenden Gefahren, wurdenin der Folge noch zu gewissen feierlichen Geschäften Dictatoren ernannt, z. B. umdie Comitien zur Wahl neuer Consuln anzustellen, um Feiertage anzuordnenu. dgl. m. In einer abgeleiteten spätern Bedeutung wird daher Dictator tadelndein Mensch genannt, der auf seinen bloßen Machkspruch Glauben, Beistimmungoder Gehorsam verlangt, daher dictatorisch, gebieterisch, machthaberisch; eindictatori scher Ausspruch, ein Machtspruch ohne Grund und Beweis.
Dictatur, 1) Amt und Würde des Dictators; 2) die Art. wie Etwasgesetzmäßig zur Kunde des deutschen Reichstags gebracht und ein Stück der Reichs-acken oder ein Gegenstand der Berathschlagung wurde. (^.Deutsches Reich .)