Diktion Diderot 27ft
Diction, Styl, mir welchem sie oft zusammenfallt. Im enger» Sinneberuht die Diction mehr auf dem ?lusdruck der Gedenken und Empsindunge» undder Wahl der Ausdrucke, der Styl im engern Sinn aber auf ihrer logischenund grammatischen Verbindung.
Didak tik, der Theil der Pädagogik oder Erziehungswissenschaft, welchervon den Regeln handelt, nach welchen man durch Unterricht die geistige Kraft desMenschen zur Freiheit und zur möglichsten Vollkommenheit entwickeln soll. Ansie schließt sich die Methodik, welche von der Anwendung und Beschaffenheit desUnterrichts, als Erziehungsmittels, oder dem zweckmäßigsten Verfahre» bei dem-selben, nach Verschiedenheit der Lehrgcgenstände und der Zöglinge handelt. DieFertigkeit in Ausübung dieser Theile der Pädagogik wird oft im weiter» SinneDidaktik, Lehrkunst, genannt.
Didaktische Poesie, s. Lehrgedicht.
Didaskalien, bei den Griechen bald die Aufführungen eines Schau-,spiels selbst, bald schriftliche Aufsäße, worin Nachrichten gegeben wurden von denVerfassern und dem Inhalte der Schauspiele, von Zeit, -Ort und Erfolg der Vor-stellung, ob sie wirklich aufgeführt worden oder nicht, ob sie von Dichtern, denensie zugeschrieben wurden, wirklich seien u. s. w. Viele alte Schriftsteller haben der-gleichen geschrieben, und es scheint, daß sie nicht bloße Thealeranzeigcn, sondernauch dramatische Kritik enthalten haben, Zergliederung des Plans, Entwickelungder Schönheiten und Fehler. (S. Dramaturgie.-
Diderot (D-mys), geb. 1713 zu Langres , in Champagne, und erzogenin der Schule der Jesuiten , die ihn zum Mitgliede ihres Ordens machen wollten,ward von seinem Vater zum Rechtsgelehrten bestimmt und der Leitung eines pariserAnwalts übergeben. Allein der Jüngling beschäftigte sich lieber mit den schönen Wis-senschaften. Selbst der Unwille seines Vaters »nd der Mangel an Unterstützung,der eine Folge davon war, machte ihn nicht irre; er suchte Hülfsguellen in seinenTalenten und fand sie. Er legte sich mit Eifer auf Mathematik, Physik, speeu-lative Philosophie und schöne Wissenschaften, lind machte sich bald unter den schö-nen Geistern der Hauptstadt einen Namen. Den Grund zu seinem Ruhme legteer durch seine „l'en-aiez >>l>ile>m,;>!>>>,»,-5". 1716, eine gegen die christliche Religiongerichtete Flugschrift, die viele Leser fand. Sie brückte ihn auf ein Jahr in denThurm zu VmcenneS, und das Parlament ließ sie durch den Scharfrichter verbren-nen. Der Beifall, welchen diese Sckrift erhielt, ermunterte ihn darin fortzufah-ren; doch wagte er es nicht, eine Fortsetzung herauszugeben. Auch in f. I.itlros»ur Io.<> uvcu^le.-," (London 1749), in welchen er seine Wahrnehmungen an Blind-geborenen mittheilt, sind Angriffe auf die christliche Religion eingewebt. In s.„I.etl,o8 mir le« 5vui,l-i" stellt er die Entstehung unserer sinnlichen Vorstellungendar. Mit Eidous und Toussaint gab er ein „I4'>oi,c>i>m>0<> »niveimg cleeino" (6 Bde., Fol.) heraus. Der Beifall, mir welchem dieses Werk, so man-gelhaft es auch war, aufgenommen wurde, brachte ihn auf den Gedanken, ein ency-klopädisches Lexikon auszuarbeiten. Er entwarf den Plan dazu und vereinigtesich zur Ausführung desselben mit d'Aubenton, Rousseau , Marmontel, Le Blond,Le Monnier, besonders aber mit d'Alembert , der nächst ihm den größten Antheil andieser weitumfassende», Frankreich zur Ehre gereichenden Unternehmung hat. Erselbst unterzog sich der Ausarbeitung aller in die Künste und Handwerke einschlagen-den Artikel, und füllte, als Herausgeber, auch in andern Fälle» manche von seinenGehülfen gelassene Lücke aus. (S. Encyklopädie.) Der Gewinn der LOjäh-rigen Anstrengung, die ihm die mühsame Arbeit kostete, war bei seiner weniggeordneten Haushaltung so unbedeutend, daß er sich genöthigt sah, seine Bibliothekzu veräußern. Die Kaiserin von Rußland kaufte sie für 50.006 Livrcs und ließihm den Gebrauch derselben auf Lebenszeit. D. war selbst in Petersburg , mißfiel