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Dido
aber der-Kaiserin durch ein zweideutiges Quatrain, worauf er bald abreiste. Wäh-rend er mit der Encyklopädie beschäftigt war, und viele Unannehmlichkeiten, dieden Druck derselben oft Jahrelang hemmten, zu erfahren halte, gab er Werke an-drer Art heraus, als den sinnreichen, aber schlüpfrigen Roman: Injonx in-
tli,?Lrei>>", und die beiden rührenden Lustspiele: „l^o lils nutorel" und „l.e>xnc <le suniilü". Sie sind u. d. T.: „Ilx-ätre (le Uidernl", oft gedruckt,und niit einem Aufsatz über dramatische Kunst begleitet, der viele scharfsinnige Be-merkungen enthält. D. starb den 31. Juli 1784. Über seinen Charakter ist mannicht einig. Seine Freunde schildern ihn als einen offenen, uneigennützigen, bie-dern Mann; dagegen ihm seine Feinde Hinterlist und Eigennutz zur Last legen.Gegen das Ende seines Lebens gab er manche Blöße durch den Streit, in den ersich mit Rousseau , von welchem er sich gelästert glaubte, einließ. Wie ungegrün-det dieser Verdacht war, zeigt der zweite Theil der „Onl>>^i»nr", in welchem erauf das Ehrenvollste erwähnt wird. Aus seinem Nachlasse sind nach s. Tode einigevortreffliche Werke erschienen. Dahin gehört sein „lc-i,?-,! .<mr !,-> peinlure", vonCramer ins Deutsche überseht; ferner ein schon 1772 geschriebener Dithyramb:„ ilxlicatioii ü'un roi üe Ir> keve", welcher äußerst demokratische Gesinnungenverräth; und endlich die beiden lebendigen Schilderungen: r,'>>xch,»c" (Pa-
ris 1796), und „.bx-c,»e>> !e üit.-ili.-ite et 5,IN in.-ntrc" (ebendaselbst). Von demletzten Romane besaß der Prinz Heinrich von Preußen eine Abschrift und überschicktesie zum Druck nach Frankreich; in Deutschland hatte man bereits vorher eine Über-setzung. Von D. wurde zuerst gesagt, was man nachher oft wiederholt hat:daß er schöne Seiten, aber kein gutes Buch babe schreiben können. Seine natu-ralistischen, das Positive in der Religion leugnenden Ansichten und seine auf frag-mentarische Psychologie gegründete klare Moral, so wie überhaupt sein lebhafter,encyklopädischer Geist empfahlen seine philosophischen Schriften bei seinen Zeitge-nossen und Landsleuten sehr. In der Poetik und Poesie verbreitete er die Richtungdes moralisch Rührenden und der angenehmen Natürlichkeit, daher man ihn oftden Vater der rührenden Komödie und des bürgerlichen Trauerspiels genannt hat.Seinem lebhaften declamatorischen Vortrage hat man Dunkelheit vorgeworfen.„Wer Diderot", sagt Marmontel , „nur aus seinen Schriften gekannt hat, hat ihnnicht gekannt. Sein System über die Kunst, gut zu schreiben, verdarb seine herr-liche .Natur. Aber wenn er bei mündlicher Unterhaltung lebhaft wurde, und derReichthum seiner Gedanken gleich einem Strome dahinfloß, dann war er einzig undhinreißend. Diderot , einer der aufgeklärtesten Männer des Jahrhunderts, war zu-gleich einer der liebenswürdigste». Die Fülle seiner Empfindungen ergoß sich , so-bald seine Herzensgüte in Anspruch genommen ward, und verlieh ihm dann einenganz eigenthümlichen Reiz (/>nr ec gni lunolxxt In Iinxtä ,>»>,->><!. Hlognonno(In üenlinieni nvuit en Ini nn clnn nie p^rtxmliei). Seine ganze Weele lag inseinen herrlichen Augen, auf seinen Lippen ; und nie prägte sich auf einer Phvsio-gnomie Reinheit des Herzens so aus wie aus der steinigen". Eine vollständige Aus-gabe seiner Werke erschien London 1773, ö Thle., die in tzBdn., Paris 1819.
Dido, Erbauerin von Carthago, nach Einigen die Tochter des Agenor(Belns), nach Andern des Tyriers Karchedon, nach dem auch Carthago genanntworden sein soll. Noch Andere nennen ihren Vater Mutgo oder Mutrinus. IhrBruder war Pygmalion, König von TvruS. Ihr Vater hatte sie an den WichäuSoder SicharbaS, einen der reichsten Phönizier, der zugleich Priester des Herculeswar, verheirathet. Wie liebte ihn zärtlich, und wurde um so mehr durch seine Er-mordung gekränkt, welche ihr Bruder heimlich vor dem Altare selbst vollbracht hatte,uni sich seiner Schätze zu bemächtigen. Ihr erschien im Traume der Geist ihresGemahls, entdeckte ihr das begangene Verbrechen, rieth ihr zurFlucht und zeigteihr den verborgenen Ort an, wo seine Schätze befindlich waren, die Pygmalion ver-