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Didot (Familie)
geben« gesucht hatte. Hieraus ging sie mit allen Schuhen und ihren treuen Ger fährten zu Schiffe nach Afrika , nachdem sie zuvor auf Cypern eine Anzahl jungerWeiber an Bort genommen hatte, deren sie zur Stiftung einer neuen Pflanzstadtbedurfte. Sie landeten auf der afrikanischen Küste, nicht weit von Utica , einerlyrischen Pflanzstadt, deren Einwohner sie aufs beste empfingen und ihr den Rathgaben, auf der Stelle, wo sie gelandet sei, sich anzubauen. >Lie erkaufte dazu vonden Eingeborenen ein Stück Land und erbaute erst die Festung Bvrsa, und späterCarthago (s. d.) um d. I. 888 v. Chr., welches bald zu einem ansehnlichenOrte ausblühte. Dadurch ward ein benachbarter Fürst, Iarbas, veranlaßt, derDido seine Hand anzubieten, und da sie diesem Antrage ebenso wenig willfahrenwollte als ausweichen konnte, opferte sie freiwillig ihr Leben auf dem Scheiterhau-fen. Virgil gibt die Untreue kesÄeneaS als dieUrsache ihres Todes an; allein seineganze Erzählung von dem Zusammentreffen des Äneas und der Dido ist Erdich-tung, da Beide über 200 Jahre auseinander waren.
Didot. Diese pariser Buchdrucker - und Buchhändlerfamilie hat sich durchden großartigen >Linn in Betreibung ihrer Kunst und ihres Gewerbes und durch dievielen und schönen Werke, die aus ihren Pressen hervorgingen, so ausgezeichnet,daß man sie wol mit den Elzeviren zusammenstellen kann. 1) FraiwoiS Am-broise, Sohn des Buchdruckers und Buchhändlers Franeois Didot, geb. imJan. 1730, erfand die gegossenen Stege und die Pressen mit einem Zuge. Ausseiner Schriftgießerei gingen die schönsten Typen hervor, die man bis dahin inFrankreich gesehen hatte, und bei ihm wurde zuerst auf Velinpapier gedruckt.Auf Fehlerlosigkeit wandte er die größte Sorgfalt. Auf Befehl Ludwigs XVI.besorgte er eine Sammlung franz. Classiker, für den Unterricht des Dauphin? be-stimmt. Ähnliche Sammlungen ließ der Graf von Artois bei ihm drucken. Erstarb den 10. Juli 1804. 2) Pierre Franeois D., Bruder des Vorherge-henden, geb. 1732. Ihm wurde von seinem Vater das Buchhändlergeschäftübergeben; er kaufte aber auch eine Druckerei dazu und wurde Buchdrucker vonMonsieur, dem Könige Ludwig XVIII. Er trug durch Verbesserungen z» denFortschritten seiner Kunst bei und hat einige sehr schöne nachherige Drucke, z. B.die „V>>v.',^,'8 <1'^n-,ol>-i,,>>>", geliefert. Er starb den 7. Dec. 1795. 3) PierreD. der Altere, der sich an die Männer des ersten Ranges in seiner Kunst ge-reiht hat, Sohn von Franeois Ambroise, geb. im Jan. 1761, übernahm 1789 vons. Vater die Druckerei. Er vollendete zuerst die von Jenem angefangene Samm-lung für den Dauphin. Bald aber genügte ihm dies nicht mehr; bei dem allgemei-ne» Schwünge, den so viele technische Bestrebungen durch die Revolution nahmen,strebte er nach dem Ruhme, Frankreichs Bodoni zu werden, und faßte den Plan zuPrachtausgaben von classischen Schriftstellern in Folio, die die besten vorhandenenwo möglich übertreffen sollten. Er scheute keine Kosten, sie mit allein Glänzeund allen Zierden der zeichnenden Kunst, wozu er die ersten Meister berief, auszu-statten. selbst einen Theil seines Vermögens opferte er diesem Lieblingsgedanken.Sein Virgil (1798) erschien dieser Anstrengungen würdig, noch mehr aber sein Ra-cine von 1801, den die Franzosen für das erste typographische Erzeugniß aller Län-der und Zeiten halten. Don diesen und einigen ankern ähnlichen Ausgaben sindnur 250 Exemplare abgezogen. Unter den aus seiner Presse hervorgegangenenWerken bemerken wir noch. Visconti'? Ikonographie als vorzüglich ausgezeichnet.In der Schriftgießerei widmete D. der Verbesserung der Lettern die Anstrengungenvon 10 Jahren. So brachte er Typen von 18 verschiedenen Arten nach einemneuen Verhältnisse abgestuft, hervor: mit diesen druckte er 1819 einen Boileauund die „Henriade". Auf die Correctheit und Reinheit des Textes, auf vollkom-mene Gleichheit in der Orthographie wendet D. nicht geringere Sorgfalt als auftypographische Schönheit. Auch als Luerator hat er sich bekanntgemacht; vor den