Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dietrich

die Dienstlhuer nicht sonst Güter besitzen, aus welchen sie ihre Subsistenzmittkl be-ziehen; man sieht daher, daß nicht mehr Dienstlhuer in der Gesellschaft vorhandensein können als die übrigen Glieder ernähre» kennen, und daß eine Gesellschaft umso mehr Dienstlhuer wird haben können, je reicher sie ist, oder je mehr Bedürfniß-mittel die Glieder derselben über Das, was ihr Bedarf an reelen Bedürsnißmittelnerfodert, übrig behalten.

Die.-, i I .1 e. So nennt man nach den ersten Worten eine in lateinischenVersen gedichtete kirchliche Schilderung desWeltgerichrs, welche man dem Thomasvon Eälano zuschreibt, welcher im 13. Jahrh. lebte und Minorit war. Diesekräftige Hymne macht einen Haupttheil der Seelenmesse (des Requiems) aus.Deutsche Übersetzer derselben sind Ringwalt, Riedel, Hiller, Elodius, A. W.Schlegel, Fichte, Ebeling, Fr. Kind, Fellen. Compositionen haben wir vonden Componisten des Requiem, Mozart , Vogler, Neukomm rc.

Dietrich (Johann Wilhelm Ernst), der sich aus Sonderbarkeit öfters auchDietericy schrieb, k. polnischer und kurfürstl. säcbs. Hofmaler, Professor bei d. Akad.der Künste zu Dresden, Director der Malerschule bei der Porcellanfabrik zu Mei-ßen, Mitglied der Akademien zu Augsburg und Bologna, ein berühmter deutscher Maler des 18. Zahrh„ wurde den 30. Oct. 1712 zu Weimar gebore». Sein Va-ter, Ioh. Georg, als ein guter Portrait-, Schlachten-und Bambocciadenmalerbekannt, war daselbst Hofmaler, und unterrichtete seinen Sohn bis inS zwölfteZahr in seiner Kunst. Wie viel sich von dem Knaben hoffen ließ, zeigt ein trinken-der Bauer in niederländischem Geschmack, den er in jenem Alter zeichnete, und derin dem königl. Kupferstichcabinet zu Dresden unter seinen Handzeichnungen aufbe-wahrt wird. Um seine Anlagen noch mehr auszubilden, schickte ihn sein Vaternach Dresden , wo er den Unterricht des berühmten AlexanderThiele genoß. In sei-nem 18. I. entwarf er nach der Angabe König Augusts U. ein Dianenbad von 9Figuren, in Gegenwart des Königs und seines Gefolges, binnen 2 Stunden underhielt nun vom Könige eine Besoldung. Nach dessen Tode fand er einen Beschü-tzer an dem Grafen Brühl, durch dessen Unterstützung er in den Stand gesetzt ward,die Galerie zu Salzdahlen und die wichtigsten Cabinette Hollands und Italiens zubesuchen und seine Kunstkenntniß immer mehr zu erweitern. Er befaß eine un-glaubliche Geschicklichkeit im Eopiren und ahmte mit gleichem Glück Gemälde vonRafael und Mieris, Correggio und Ostade nach. Vornehmlich aber bildete er sichnach Nembrandt, van der Neer, Palenburg, Everdingen, Berghem und ElaudeLorrain. Doch blieb er keineswegs bei Copie und Nachahmung stehen, sondernerwarb sich auch durch eigne Werke einen nicht gemeinen Ruhm. Was er in histo-rischen Wtücken vermochte, zeigen seine biblischen Geschichten sowol in Gemäldenals radirten Blättern; unter seinen Bauernstücken zeichnen sich die älusicioi,« srn-duluiui aus. In diesen allen erkennt man jedoch Rembrandt 'ö Geschmack, sowie inseinen Gesellschaftsstücke» Watteau ; eigenthümlich und mit großem Ruhme zeigt ersich hingegen in der Lantschaftsmalerei. Mannigfaltigkeit und Reichthum derComposition, Geschmack in der Anordnung, angenehme Beleuchtung, schöner,durchsichtiger Baumschlag, wirksame Widerscheine, fröhliche und reine Farben,und eine über das Ganze ausgebreitete Anmuth sind seine Vorzüge. Die Erfindungist jedoch nicht der besteTheil seiner Bilder, und seine ungemeineFertigkeit ließ ihnbisweilen nahe an die Grenze der Manier streifen. Seine besten Werke er hat sehrviele geliefert) verfertigte er von 1730 — 60, nach welcher Zeit man eine Abnahmespürt. Doch hörte sein eiserner Fleiß nicht auf, machte ihn aber in den letzten Jah-ren seines Lebens siech und untüchtig für die Kunst. Er starb am 24. April 1774an Entkräftung. Weine Gemälde sind beinahe durch ganz Europa zerstreut. Diedresdner Galerie besitzt deren 34; seine Handzeichnungen befinden sich theils imdortigen Kupferstichcabinet, theils in Privatsammlungen. Seine radirten Blätter