Band 
Dritter Band. D bis E.
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284
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284 Dietrichsteine

sind in 2 Sammlungen herausgekommen, von denen die erste sehr selten ist, da nurwenige Abdrücke davon gemacht, und die meisten Platten auSgeschliffen sind. Diezweite, aus 34 Platten bestehend, erschien nach seinem Tode. Zingg hat sich vieleVerdienste um sie erworben. cl>1.

Dietrichsteine, die. Das alte gräfliche, in einer Linie fürstliche HausDietrichstein, katholischer Religion, stammt aus Kärnthen, besitzt Güter in Inner-östreich ob und unter der Ens, in Mähren und Böhmen. Man leitet dasselbeab von den alten, im Saan -, Sau-, und Gurkthale mächtigen Grafen von Zelt-schach und Friesach , die, nach Hormayr, Nachkommen des großmährischen FürstenZwetbach, eines Günstlings des Kaisers Arnulf, sein sollen. Der erste gewisseStammvater des Hauses, Reinpert, starb 1004. Das Iohanneum in Grätz besitztUrkunden von 1103 und 1104, worin ein Ruprecht von Dietrichsiein vorkommt;was schon darum bemerkenswerth ist, weil vor der Erlöschung der Gauverfassungund vor deni AuSgange der salischen Kaiser nirgends Familiennamen in Urkundengefunden werden. In den Fehden des Herzogs von Kärnthen, aus dem HauseSponheim , mit Bischof Eckbert von Damberg, focht Heinrich von Dietrichsteinunter den Fahnen des Herzogs, und endigte den Kamps durch die Gefangennehmungdes Bischofs in dem Treffen im Lavanthaie 1296. Auch in der welthistorischenSchlacht im Marchfelde (unfern des Wahlplatzes von Aspern und Wagram) zwi-schen Rudolf und Ottokar, am 26. Aug. 1218, wo ein Liechtenstein zuerst Öst-reichs Banner trug, und 22 Trautmannsdorfe ritterlich fielen, focht ein Heinrichvon Dietrichsiein. In dem »Ltreite 1335 um KärnihenS Besitz, zwischen Albrechtund Otto, Herzogen von Ostreich, und der tirolischen Gräfin, Margareiha derMaultasche, war das Geschlecht der Dietrichsteine eins der ersten, die ihre Armeund ihre Burgen der Sache des Hauses Habsburg weihten. Damals ward dieStammburg Dietrichsiein das ersie Mal zerstört, als sie Niklas, genannt der Don-ner, gegen die kriegerische Maultasche vertheidigte. Unter dem Herzoge Ernst demEisernen trugen Niklas und Dietmann von Tieirichsiein viel zu dem Siege vonRadkersburg (Stadt in Steiermark ) bei, durch welchen des Herzogs Feldhaupt-mann, Günther von Herberstein, 1418, Inncrösireich zum ersten Male vor denTürken schützte. Denselben Heldenmuth für das Vaterland bezeugt noch jetzt dieRuine des Stammschlosses Dietrichsiein im villacher Kreise. Pankraz vonDietrichsiein vertheidigte nämlich die väterlicheBurg 1483 gegen das siegreiche Heerdes unganschen Königs MaithiasCorvinus so lange, bis die Mauern undThürmeeingestürzt waren und der Hunger die Übergabe gebot. Nun warf Pankraz miteigner Hand Feuer in die Burg und schlug sich mit den Seinigen durch die Feindedurch. Pankrazeno ^öhne, Siegmund und Franz, stifteten die beiden Linien desHauses: die weichselsiädtiscbe und die hollenburgische, welche sich in mehre Ästetheilen. Siegmund von Dietrichstein , Maximilians I. Liebling, focht mit Aus-zeichnung an der Seite Georgs von Frondsberg, Rudolfs von Anhalt und Bayard'Sgegen die Denekianer. Der Kaiser belehnte ihn 1501, nach dem Aussterben derSchenke von Osierwitz mit dem Obersi-Erblantmundschenkenamte in Kärnthen, das,sowie die Oberst-Erblandjägermeisierwürde in steiermark , dem Dietrichstein'schenGeschlechte noch jetzt gehört; auch übertrug er ihm die Verwaltung der inneröstr.Provinzen. Derselbe Siegmund stiftete zu Grätz den 22. Juni 1511 den Ordendes heil. Christoph, wider das damals gewöhnliche Laster des Trinkens und Flu-chens. Maximilian erhob ihn um dieselbe Zeit in den Freiherrnstand und befahl,der Diekrichstein solle in einem Grabe mit ihm, zu seinen Füßen beigesetzt, und beijedem Todtenamte für den Kaiser solle auch dieses Helden gedacht werten. Sieg-mund stavb 1533. Seine beiden ältesten Söhne, Siegmund Georg und Karl,wandten sich zu der protestantischen Lehre. Der dritte, Adam, bsteb Katholik. Erund Siegmund Georg theilten die hollenburgische Linie in zwei Äste; Siegmund